25 Jahre Landesgleichstellungsgesetz: Immer mehr Frauen in Führungspositionen in Verwaltung und Unternehmen des Landes Berlin

Pressemitteilung vom 12.01.2016

Aus der Sitzung des Senats am 12. Januar 2016:

Die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Verwaltung und Unternehmen des Landes ist weiter vorangekommen. Das geht aus dem Zwölften Umsetzungsbericht zum Landesgleichstellungsgesetz (LGG) für den Zeitraum Mitte 2012 bis Mitte 2014 hervor, den der Senat auf Vorlage der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, beschlossen hat. Das LGG trat vor 25 Jahren, am 13. Januar 1991, in Kraft. Seitdem berichtet der Senat alle zwei Jahre über dessen Umsetzung. Der LGG-Bericht konzentriert sich insbesondere auf Struktur und Entwicklung der Frauenbeschäftigung im öffentlichen Dienst sowie den Frauenanteil in den Landesgremien.

Senatorin Kolat zieht eine positive Bilanz: „Berlin ist die Stadt der Frauen mit einem sehr hohen Anteil an Frauen in Spitzenpositionen. 25 Jahre LGG in Berlin zeigen, dass ein Gleichstellungsgesetz wirkt. Das sollten wir bei der aktuellen Diskussion um die gesetzliche Frauenquote auf Bundesebene nicht vergessen. Doch ein Gesetz alleine reicht nicht. Wichtig sind auch Netzwerke wie unsere gemeinsame Initiative mit der IHK ‚Unternehmen mit Frauen an die Spitze‘. Hier können wir unter anderem unsere Erfahrungen im Öffentlichen Dienst mit Berliner Unternehmen teilen, zum Beispiel beim Aufstellen von Frauenförderplänen oder der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“

Das Landesgleichstellungsgesetz wirkt, das dokumentiert insbesondere der ständig steigende Anteil von Frauen im höheren Dienst. Im Jahr 2000 waren nur 11 Prozent der Frauen im öffentlichen Dienst im höheren Dienst eingruppiert, 2014 waren es 18 Prozent und damit der gleiche Anteil wie bei Männern. Das ist eine gute Voraussetzung für einen weiteren Anstieg des Frauenanteils im Leitungsbereich, obwohl ein Gleichstand hier noch nicht erreicht ist. Immerhin hat sich der Frauenanteil an Referatsleitungen in den obersten Landesbehörden binnen zehn Jahren von 25 Prozent auf 43 Prozent und für Abteilungsleitungen von 8 Prozent auf 31 Prozent erhöht.

Im Hochschulbereich ist der Anteil an Professorinnen im Berichtszeitraum nochmals leicht auf 30,2 Prozent gestiegen. Damit liegt Berlin weiter bundesweit an der Spitze (Bundesdurchschnitt 21,3 Prozent). Auch in Landesämtern, Gerichten und Bezirksverwaltungen haben Frauen in den vergangenen Jahren in steigendem Maße Stellen im höheren Dienst besetzt, die Anteile lagen meist zwischen 35 Prozent und 40 Prozent. Das galt auch für große öffentliche Anstalten Berlins, wie die Wasserbetriebe, die Stadtreinigungsbetriebe und die Investitionsbank. In Beschäftigungsbereichen mit überwiegend technischen Berufen, wie im IT-Dienstleistungszentrum und im Konrad-Zuse-Zentrum, oder in traditionellen Männerdomänen, wie der Polizei, Feuerwehr und den Berliner Verkehrsbetrieben, liegen die Frauenanteile vor allem im Leitungsbereich auch heute noch meist unter 20 Prozent.

In Vorstands- und Geschäftsführungspositionen der landeseigenen Unternehmen und Unternehmen mit Landesbeteiligung waren Frauen deutlich unterrepräsentiert. Deshalb hat der Senat mit der Novellierung des Landesgleichstellungsgesetzes im Jahr 2010 Regelungen veranlasst, dass die Besetzungsverfahren durch Dokumentationspflichten transparenter werden und die Zugangschancen von Frauen für diese Stellen steigen. Das wirkte: Frauen besetzten im vergangenen Jahr 35 Prozent der Führungspositionen in Anstalten, Stiftungen und Körperschaften öffentlichen Rechts. In Unternehmen mit Landesbeteiligung waren sogar 37 Prozent der Vorstände und Geschäftsführungen weiblich. 2012 waren es erst 30 Prozent bzw. 15 Prozent gewesen.

Der Senat hat sich in der Vergangenheit auch aktiv für eine ausgewogene Besetzung der Gremien im Einflussbereich des Landes engagiert. In den Aufsichts- und Entscheidungsgremien der öffentlichen Anstalten, Stiftungen und Körperschaften hat er seine Mandate je zur Hälfte an Frauen und Männer vergeben und in Beteiligungsunternehmen liegt der Frauenanteil bei 45 Prozent. Im Vergleich dazu: Die Bundesregierung wies im letzten Gremienbericht eine Quote von 25 Prozent aus. Die obersten Landesbehörden entsenden zudem Vertreterinnen und Vertreter des Landes in Gremien außerhalb des Landes. Hier liegt der Frauenanteil bei 46 Prozent.