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Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre: Anteil weiblich besetzter Professuren in Berlin weiter erhöht

Pressemitteilung vom 12.01.2016

Aus der Sitzung des Senats am 12. Januar 2016:

Mit Unterstützung des „Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre (BCP)“ konnte der Frauenanteil bei den Professuren der staatlichen und konfessionellen Berliner Hochschulen von 25,6 Prozent im Jahr 2008 auf 31,3 Prozent bis Ende 2014 gesteigert werden. Damit liegt Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 22 Prozent weiblich besetzter Professuren. Laut einer Evaluierung des unabhängigen CHE Centrum für Hochschulentwicklung aus dem Jahr 2013 nimmt das BCP eine „Vorbildfunktion für die Chancengleichheitsprogramme anderer Länder ein“ und trägt maßgeblich zur Attraktivität des Hochschulstandorts Berlin bei. Das geht aus einem entsprechenden Bericht an das Abgeordnetenhaus hervor, den der Senat heute auf Vorlage der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, und der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Sandra Scheeres, beschlossen hat.

Ungeachtet dieser positiven Entwicklung bleibt zu konstatieren, dass fast 70 Prozent aller wissenschaftlichen Spitzenpositionen nach wie vor mit Männern besetzt sind. Aus diesem Grund wird das BCP in einer weiteren Laufzeit von 2016 bis 2020 fortgeführt. Es ist das dritte Mal, dass dieses erfolgreiche Programm für die Förderung von Frauen an den Berliner Hochschulen verlängert wurde. Mit Hilfe des neuen BCP können die Berliner Hochschulen ihre erfolgreiche Gleichstellungsarbeit fortsetzen. Damit die einzelnen Maßnahmen nachhaltige Wirkung entfalten können, wurde die Programmlaufzeit auf fünf Jahre verlängert.

Das BCP hat ein Volumen von 3,8 Mio. €, finanziert von den Senatsverwaltungen für Bildung, Jugend und Wissenschaft und für Arbeit, Integration und Frauen sowie den Hochschulen. Das Programm fördert die strukturelle Chancengleichheit von Frauen an Hochschulen – mit bewährten Instrumenten wie den vorgezogenen Nachfolgeberufungen, aber auch mit neuen Initiativen wie der Schaffung von befristeten W 2-Stellen in Bereichen wie der Akademisierung von Gesundheitsberufen.
Ein neuer Schwerpunkt des Programms ist die Wahrung der Interessen des wissenschaftlichen Nachwuchses. Erstmals werden in allen Programmlinien sozialversicherungspflichtige Arbeitsverträge sowie die Anpassung von Arbeitsverträgen an die Projektlaufzeit vorgeschrieben. Neu sind auch hochschulübergreifende Initiativen zur Gewinnung von Professorinnen. Gemeinsam mit den Hochschulen werden darüber hinaus befristete W 2-Professuren, Juniorprofessuren oder Gastprofessuren, aber auch innovative Projekte oder Mentoring-Maßnahmen finanziert.