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Grußwort des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller anlässlich der Eröffnung der ersten Jugendberufsagentur in Berlin

Pressemitteilung vom 15.10.2015

Es gilt das gesprochene Wort!

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller führt in seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung des ersten Standortes der Jugendberufsagentur Berlin in Tempelhof/Schöneberg am 15. Oktober 2015 aus:

„Berlin ist eine wachsende Stadt, die es im letzten Jahrzehnt geschafft hat, die Arbeitslosigkeit zu halbieren. Das ist ein großer Erfolg. Aber jede und jeder einzelne Arbeitslose ist und bleibt einer zu viel. Wir dürfen uns nicht und ich werde mich nicht damit abfinden, dass immer noch knapp 190.000 Menschen in unserer Stadt ohne Arbeit sind. Es schmerzt mich, dass die Arbeitslosigkeit der unter 25-jährigen seit Jahren besonders hoch ist. Aktuell sind über 14.000 junge Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Wir alle sind gefordert, die Kräfte zu bündeln, um etwas gegen diesen Missstand zu tun.

Mit der Jugendberufsagentur setzen wir gemeinsam ein klares Signal. Diese neue Einrichtung richtet ihre ganze Arbeit auf das eine Ziel aus: Dass alle Berliner Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis zum 25. Lebensjahr einen Berufsabschluss erreichen. Mit der Jugendberufsagentur wird nicht alles neu erfunden, denn Angebote gibt es ja in großer Zahl. Aber ein entscheidender Fortschritt wird erreicht: Alle Einrichtungen, die schon heute an der Verbesserung der Chancen von Jugendlichen arbeiten und Hilfen anbieten, bündeln ihre Aktivitäten, rücken räumlich zusammen und sind nun unter einem Dach versammelt: die Agentur für Arbeit, Jobcenter und Jugendhilfe. Sie alle arbeiten eng mit den Schulen zusammen, um die Berufsorientierung zu stärken. Diese Art der Zusammenarbeit ist neu. Und, dass die Schulen einbezogen werden – das ist die Besonderheit der Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin.

Und die zweite wichtige Neuerung: Mit der Agentur verbinden wir den Anspruch, dass mit jeder Schülerin und jedem Schüler rechtzeitig Kontakt aufgenommen wird, um über die Berufsperspektiven zu sprechen – um ihnen Mut zu machen, über ihren Berufsweg nachzudenken, Berufsbilder kennenzulernen, darüber mit Ratgebern zu sprechen, realistische Vorstellungen zu entwickeln und dann selbstbewusst die eigenen Ziele zu verfolgen.

Um Hilfe zu bekommen, müssen die Jugendlichen jetzt nicht mehr zu verschiedenen Ämtern gehen. Wo sonst ein aufreibender „Papierkrieg“ drohte, können künftig manche Dinge schon durch eine kurze Rücksprache eine Bürotür weiter oder durch eine gemeinsame Besprechung aller beteiligten Einrichtungen geklärt werden.

Wichtig ist mir die Botschaft: Alle werden gebraucht. Niemand wird zurückgelassen. Jede und jeder bekommt eine zweite Chance. Allerdings: Wir erwarten auch, dass sie genutzt wird! Der Senat schafft Jahr für Jahr viele gute und wichtige Angebote. Aber, wir alle wissen, dass es vor allem auf betriebliche, duale Ausbildung ankommt. Die Ausbildungsquote in Berlin ist zu niedrig. Im Jahr 2013 lag sie bei nur 3,9 Prozent (bundesweit: 5,5 Prozent). Ich bin ganz sicher, dass die wachsende Berliner Wirtschaft die Kraft hat, um noch eine Schippe draufzulegen und mehr auszubilden. Und ich werde weiterhin darauf dringen – in der Sonderkommission Ausbildung ebenso wie im Steuerungskreis Industriepolitik, in meinen Gesprächen mit Kammern und Verbänden oder auch bei Besuchen in Start-ups. Denn: Ausbilden kann im Prinzip jeder – und sei es im Verbund mit einem anderen Unternehmen.

Für einen gelingenden Start in ein Leben auf eigenen Beinen sind ein Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung entscheidend. Zu viele Jugendliche und junge Erwachsene beenden die Schule noch immer ohne Schulabschluss, finden keinen Ausbildungsplatz, lösen ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig, brechen ihr Studium ab oder sind trotz Berufsabschluss arbeitslos gemeldet. Die Ursachen sind vielfältig. Mit der neuen Jugendberufsagentur setzen wir an einem wichtigen Punkt an – der Berufsvorbereitung und dem Übergang von der Schule ins Berufsleben.

Heute starten wir in vier Bezirken. Im nächsten Jahr wird die Jugendberufsagentur dann ein flächendeckendes Angebot mit Standorten in allen Bezirken schaffen. Ich danke den vier Pionier-Bezirken, die heute starten, sowie allen Partnern dieses wichtigen Berliner Modellprojekts für ihr Engagement, um jungen Menschen eine konkrete Perspektive aufzuzeigen. Ich freue mich auch, dass die Bundesregierung sich diese Idee einer Unterstützung der Jugendlichen aus einer Hand zu eigen gemacht hat und nun bundesweit die Einrichtung von Jugendberufsagenturen fördert. In diesem Sinne: Viel Erfolg und auf eine gute Zusammenarbeit auch im laufenden Betrieb! Nicht vergessen: Es geht um die Zukunft unserer Jugendlichen und um Fachkräfte für die wachsende Stadt!“

Bildimpressionen

  • Eröffnung Jugendberufsagentur
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