Senat beschließt Konzept zur verstärkten Anwerbung von Personal in Mangelberufen

Pressemitteilung vom 25.08.2015

Aus der Sitzung des Senats vom 25. August 2015:

Das Land Berlin will in Zukunft verstärkte Anstrengungen zur Gewinnung von Personal in Mangelberufen unternehmen, in denen das Land den Fachkräftebedarf nicht durch die eigene Ausbildung decken kann. Insbesondere bei Ärztinnen und Ärzten, Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie IT-Fachkräften sind die Dienststellen des Landes zunehmend mit einer angespannten Bewerberlage konfrontiert. Vor diesem Hintergrund hat der Senat in seiner heutigen Sitzung auf Vorlage von Finanzsenator Dr. Matthias Kollatz-Ahnen ein Konzept zur verstärkten Anwerbung von Personal in Mangelberufen beschlossen.

Der demografische Wandel und das Wachstum der Stadt sorgen in Zukunft für wachsenden Personalbedarf. Das Konzept des Senats soll dazu beitragen, dass der Landesdienst als potenzieller Arbeitgeber von externen Bewerberinnen und Bewerbern besser wahrgenommen wird. Außerdem soll künftig stärker verdeutlicht werden, welche Vorzüge eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst bietet – neben der Job-Sicherheit, einer angemessenen Bezahlung und einem anspruchsvollen Tätigkeitsfeld vor allem eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie ein hohes Identifikationspotenzial, das die Arbeit für das Gemeinwesen bietet.

Die Senatsverwaltung für Finanzen hat in einer Analyse der berufsbezogenen Altersfluktuation in der Berliner Verwaltung sowie der berufsbezogenen Personalbedarfe für die nächsten fünf Jahre einen erhöhten Fachkräftebedarf in den Bereichen ärztlicher Dienst, Ingenieurberufe sowie Informationstechnik festgestellt. Dieser Bedarf muss vorrangig durch externe Einstellungen gedeckt werden. Dafür sind verstärkte Anstrengungen erforderlich.

Um die Personalstruktur des Landes Berlin langfristig demografiefest zu entwickeln, ist der Ausbau innovativer und zeitgemäßer Lösungsstrategien erforderlich. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Handlungsfelder Personalmarketing, Personalrekrutierung, Auswahl- und Besetzungsverfahren, Arbeitgeber-Image sowie die Arbeitgeberattraktivität.

Im Zuge des von der Senatsverwaltung für Finanzen vorgelegten Konzepts sind zahlreiche Maßnahmen geplant, zum Beispiel eine bessere Bereitstellung von Online-Informationen für die einzelnen Berufsgruppen, die gemeinsame Veröffentlichung von Stellenanzeigen von mehreren Verwaltungen, die Unterstützung von Messeauftritten für die Rekrutierung in Fachberufsgruppen, die zentrale Fortbildung von Verantwortlichen für die Personalgewinnung oder die Prüfung eines landesweiten Angebots dualer Studiengänge für Fachberufe.

Das Konzept verweist dabei unter anderem auf zielgruppenübergreifende Maßnahmen wie die Entwicklung einer Arbeitgebermarke für die gesamte Berliner Verwaltung, die das Selbstverständnis, die Werte und die Arbeitgeberattraktivität der Berliner Verwaltung kommuniziert. Ein weiterer Schwerpunkt eines modernen Personalmarketingansatzes des Berliner Senats ist der Ausbau des Online-Kanals zur Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hierzu wird das landesweite Karriereportal (www.berlin.de/karriereportal) perspektivisch zu einem zentralen und modernen Informations- und Bewerbungskanal ausgebaut. Neben diesem Vorhaben besteht seit November 2014 ein elektronisches Recruiting-System, mit dem bisher bereits insgesamt ca. 9.200 Onlinebewerbungen und ca. 6.000 elektronisch durchgeführte eignungsdiagnostische Verfahren in den angeschlossenen Verwaltungsbehörden durchgeführt wurden.

Das Konzept des Senats wird jetzt dem Abgeordnetenhaus von Berlin zugeleitet. Die Senatsverwaltung für Finanzen wird zukünftig einmal jährlich über die Fortschritte zum Thema Einwerbung von Personal in den Fachberufsgruppen berichten.