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Berlin schafft planungsrechtliche Grundlage für einen Gedenkort am Checkpoint Charlie

Pressemitteilung vom 09.06.2015

Aus der Sitzung des Senats am 9. Juni 2015:

Auf den unmittelbar nördlich an dem ehemaligen innerstädtischen Grenzübergang Checkpoint Charlie angrenzenden unbebauten Flurstücken 80 und 84 beiderseits der Friedrichstraße zwischen Schützenstraße und Zimmerstraße soll ein Gedenkort realisiert werden. Geplant ist ein Ort der Dokumentation bzw. ein Informationspunkt im Bereich des Blockes 200, der den Grenzübergang an der Friedrichstraße und die Berliner Mauer in ihrem weltpolitischen Bezügen darstellt. Um diese Planungen zeitnah umsetzen zu können, hat der Senat auf Vorlage vom Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel die Feststellung der außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung gemäß § 9 Abs. 1, Satz 1 Nr. 1 AGBauGB für diese Areal zur Kenntnis genommen. Vor Beschlussfassung durch den Senat und Einbringung in das Abgeordnetenhaus wird die Vorlage dem Rat der Bürgermeister zugeleitet.

Im Gesamtkonzept zum Gedenken an die Berliner Mauer kommt diesem heute auch touristisch herausragenden Ort eine zentrale Bedeutung zu: Hierzu liegt bereits ein Konzept für ein „Zentrum Kalter Krieg“ vor. In diesem Sinne wurden auf den Grundstücken beiderseits der Friedrichstraße zunächst temporäre Nutzungen wie die Bildergalerie „Checkpoint Gallery“ und die 2012 eröffnete „BlackBox Kalter Krieg“ realisiert. Damit etablierte sich ein wichtiger Anlaufpunkt insbesondere auch zur Veranschaulichung der Geschichte des Kalten Krieges.

Die Unterbringung des „Zentrums Kalter Krieg“ in einem privat zu entwickelnden Neubau wurde mit bisherigen Eigentümern einvernehmlich verhandelt. Mit dem Beschluss über die Feststellung der außergewöhnlichen stadtpolitischen Bedeutung soll die Errichtung auch planungsrechtlich gesichert werden.

Der Checkpoint Charlie war der weltweit bekannte Grenzübergang für die Besatzungsmächte. Besondere Bekanntheit erhielt er durch die Konfrontation sowjetischer und amerikanischer Panzer im Oktober 1961 mit dem Streit über das unkontrollierte Zugangsrecht der Westalliierten nach Ost-Berlin und in die DDR. Der Checkpoint Charlie war gleichzeitig ein Ort erfolgreicher Fluchten und Fluchthilfe.