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Müllers Rede zum Berliner Kunstpreis 2015: „Kunst schenkt Freiheit“

Pressemitteilung vom 18.03.2015

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Es gilt das gesprochene Wort!

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hat in seiner Rede auf der Veranstaltung der Akademie der Künste zur Verleihung des Berliner Kunstpreises 2015 u.a. an die Ursprünge dieser Auszeichnung, namentlich an die Revolution von 1848 sowie an das Jahr 1948 als dem Jahr der Stiftung des Preises durch den von Müllers Amtsvorgänger Ernst Reuter geführten damaligen Senat, erinnert.

Der Berliner Kunstpreis mahne, so der Regierende Bürgermeister vor diesem Hintergrund, „dass Freiheit und Demokratie erkämpft werden müssen, dass dieser Kampf Niederlagen bereithalten kann, die aber nicht das Ende freiheitlicher Ideale bedeuten, und dass die Kunst einen wesentlichen Beitrag zur Durchsetzung und Bewahrung einer freien und demokratischen Gesellschaft leisten“ könne.

Kunst, sagte Müller weiter, schenke Freiheit: „Niemand weiß das besser als ihre Gegner, die in Paris die Karikaturisten von Charlie Hebdo ermordeten, im Irak bedeutende Kulturdenkmäler zerstören oder überall auf der Welt Künstlerinnen und Künstler einschüchtern oder mit dem Tode bedrohen. Und niemand weiß den Wert der Kunst besser zu wägen, als jene, die Unfreiheit und Gewalt aus eigener Erfahrung kennen und diese zum Thema ihrer Kunst machen.“

Diese Erfahrung habe auch Sherko Fatah, der Träger des Großen Kunstpreises Berlin 2015, gemacht: „Er wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren, zog 1975 mit seiner Familie über Wien nach West-Berlin und studierte dort Philosophie und Kunstgeschichte. Immer wieder besuchte er den Irak, die Heimat seines Vaters. Sherko Fatahs literarisches Werk vermisst das Spannungsfeld von westlicher und arabischer Welt. Seine Romane und Erzählungen kreisen um die Erfahrung von Krieg, Gewalt und Flucht und was das aus Menschen macht.“

Das Werk Sherko Fatahs erscheine „wie ein spätes Echo auf die Sprechchöre der Barrikadenkämpfer vom 18. März 1848, die anrückenden Soldaten entgegenriefen: ‚Militär zurück! Militär zurück!‘ Es sollte noch fast hundert Jahre dauern, bis der preußisch-deutsche Militarismus endgültig besiegt war. Ähnliche Hoffnungen auf ein Ende von Krieg, Gewalt und Unfreiheit trägt auch das Werk Sherko Fatahs in sich.“

Zum Abschluss seiner Rede beglückwünschte Müller neben Fatah alle weiteren Ausgezeichneten der einzelnen Sparten: In der Bildenden Kunst die aus Belgrad stammende Medienkünstlerin Marta Popivoda, in der Baukunst der Architekt Achim Menges, in der Musik die Komponisten Marena Whitcher aus der Schweiz und Rafael Nassif aus Brasilien, in der Literatur den Berliner Schriftsteller und Dramatiker Thomas Melle, in der Darstellenden Kunst das in Berlin angesiedelte Tanzkollektiv laborgras und in der Film- und Medienkunst den aus Novosibirsk stammende Andrey Zvyagintsev.