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Wowereit: Friedrich soll unzumutbare "Vermisst"-Kampagne grundsätzlich absagen. Regierender Bürgermeister: Verschieben der Plakatierung reicht nicht aus

Pressemitteilung vom 21.09.2012

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit fordert Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich auf, die umstrittene Plakatkampagne “Vermisst” ganz abzusagen und nicht nur zeitlich zu verschieben. Wowereit: “Herr Friedrich hat jetzt mitgeteilt, dass er die geplante Plakatierung wegen der aktuellen Debatte rund um Mohammed-Karrikaturen und Religions-Verunglimpfung einstweilen aufschiebt. Das reicht aber bei weitem nicht aus. Die geplante Kampagne, mit der junge Menschen vom Islamismus abgehalten werden sollen, ist insgesamt problematisch. Denn sie löst einen Generalverdacht gegenüber Muslimen aus, der dem Zusammenleben in Deutschland schadet. Sie zerstört Vertrauen, statt Vertrauen zu schaffen. Sie ist insgesamt misslungen, denn sie lenkt die Aufmerksamkeit auf die Fotos junger Menschen, die – deshalb der Titel ‚vermisst’ – offenbar gesucht oder verdächtigt werden, für islamistische Ideologien anfällig zu sein.”

Wowereit hatte bereits in der vergangenen Woche zusammen mit seinem Bonner Amtskollegen Jürgen Niptsch einen Brief an Friedrich geschrieben, in dem beide darauf hingewiesen hatten, dass die Kampagne für beide Städte “unzumutbar” ist. Wowereit und Niptsch hatten in diesem Brief Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen angeboten und darauf verwiesen, dass in einer vernünftigen Kampagne gegen die Anwerbeversuche islamistischer Gruppierungen der Schwerpunkt bei Beratung und Prävention liegen muss.

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