Senat sichert Kofinanzierung der Exzellenzinitiative

Pressemitteilung vom 31.07.2012

Aus der Sitzung des Senats am 31. Juli 2012:

Die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern ist ein bedeutender Erfolg für Berlin. Das gute Abschneiden unterstreicht die Leistungsfähigkeit und Qualität der Wissenschaft. Der Senat von Berlin konnte sich hiervon am 31. Juli 2012 ein Bild machen. Im Rahmen seiner regulären Sitzung besuchte er an diesem Tag die Humboldt-Universität zu Berlin in Mitte. Der Senat kam im Anschluss mit den Präsidenten der drei an der Exzellenzinitiative beteiligten Berliner Universitäten und dem Vorstandsvorsitzenden der Charité zu einem Gespräch zusammen. Bei einem Rundgang informierten sich die Senatsmitglieder über verschiedene Projekte der Wissenschaftseinrichtungen.

In der Senatssitzung hat die Landesregierung die Kofinanzierung der erfolgreichen Projekte beschlossen. Fast 78 Mio. € werden den Hochschulen im Rahmen der Exzellenzinitiative damit als Kofinanzierung aus dem Landeshaushalt bis 2017 zur Verfügung gestellt. Insgesamt fließen aus der zweiten Phase der Exzellenzinitiative 311 Mio. € in den nächsten fünf Jahren in die Berliner Universitäten. Das Gesamtfördervolumen der Initiative von Bund und Ländern beträgt 2,7 Mrd. €. In der ersten Phase bis 2012 konnte Berlin 210 Mio. € einwerben. Bei den Zukunftskonzepten war jetzt neben der Freien Universität auch die Humboldt-Universität erfolgreich. Von elf deutschen Exzellenzuniversitäten entfallen damit zwei auf die Hauptstadt. Nur München verfügt ebenfalls über zwei.

Weiterhin konnte sich die Hauptstadt mit vier Exzellenzclustern und mit neun Graduiertenschulen durchsetzen. Damit hat Berlin mehr Graduiertenschulen als alle anderen Bundesländer. Die Graduiertenschulen widmen sich der Ausbildung von Doktorandinnen und Doktoranden in einem breiten Wissenschaftsgebiet unter exzellenter wissenschaftlicher Begleitung und hervorragenden Bedingungen. Insgesamt ist Berlin auch führend in der Vielfalt der erfolgreichen Anträge – von der Mathematik über Chemie und Medizin bis zu den Geisteswissenschaften.

Berlins Spitzenstellung in Wissenschaft und Forschung zeigt sich auch bei den Mitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). So führt die Hauptstadt das Ranking eingeworbener DFG-Mittel, was als wichtiger Hinweis auf die Forschungsstärke gilt, deutlich vor München an (DFG-Förderatlas 2012: Berlin 631 Mio. €, München 586 Mio. €). In der Kooperation zwischen Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen befindet sich Berlin nicht nur national in vorderster Linie der führenden Wissenschaftsregionen. Klaus Wowereit , Regierender Bürgermeister von Berlin:
„Die hervorragenden Ergebnisse in der Exzellenzinitiative verdeutlichen, dass die Rahmenbedingungen gerade in der Spitzenforschung in Berlin stimmen. Die Kofinanzierung der Exzellenzinitiative ist in Anbetracht der Finanzsituation der Stadt und mit Blick auf die Schuldenbremse ein Zeugnis dafür, dass die Landesregierung der Wissenschaft besondere Bedeutung zumisst.

Gleichzeitig müssen wir aber auch über die Exzellenzinitiative hinaus denken: Die Hochschulen müssen neben der exzellenten Forschung auch die Lehre und die Bildung in der Breite ausreichend gewährleisten. Dies bedeutet gerade für Berlin mit über 150.000 Studierenden und über 31.000 Studienanfängerinnen und -anfängern im 1. Hochschulsemester eine besondere Kraftanstrengung. Bereits jetzt werden den Berliner Hochschulen vertraglich gesichert jährlich über 1 Mrd. € vom Land bereitgestellt. Für die neuen Hochschulverträge ab 2014 werden demnächst die Verhandlungen aufgenommen. Hierbei wird die Grundausstattung der Hochschulen für die kommenden Jahre eine wesentliche Rolle spielen.“ Sandra Scheeres , Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft:
„Berlin hat seinen Rang als internationale Metropole der Spitzenwissenschaft und Spitzenforschung weiter ausgebaut. Ein wichtiger Faktor für den herausragenden Erfolg Berlins bei der Exzellenzinitiative war die enge und über die einzelne Institution herausreichende Kooperation. Viele der ausgewählten Anträge sind Gemeinschaftsanträge mehrerer Hochschulen oder auch mit der außeruniversitären Forschung. Diesen erfolgreichen Weg werden wir weitergehen und die Kooperationskultur ausbauen.

Neben dem Erfolg der beiden Exzellenzuniversitäten ist vor allem das Abschneiden der Graduiertenschulen ein Grund zur Freude. 20 % aller bewilligten Graduiertenschulen kommen aus der Hauptstadt. Berlin ist damit spätestens jetzt die Metropole der jungen Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher.

Nach Auslaufen der Exzellenzmittel im Jahr 2017 ist ein gemeinsamer Kraftakt von Bund und Ländern notwendig. Berlin wird sich, wie in der Vergangenheit auch, dieser Aufgabe stellen.“ Prof. Dr. Peter-André Alt , Präsident der Freien Universität Berlin und Vorsitzender der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen (LKRP):
„Der Wissenschaftsstandort Berlin ist durch den Zuschlag für die Zukunftskonzepte der Freien Universität Berlin, die bereits seit 2007 zu den wenigen deutschen Exzellenzuniversitäten gehört, und der Humboldt-Universität sowie der anderen bewilligten Exzellenzprojekte aller Universitäten deutlich gestärkt worden. Mit dieser auswärtigen Sitzung würdigt der Senat den Erfolg der Berliner Universitäten; zugleich macht er die besondere Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger deutlich. Dieses Signal ist wichtig, denn nur durch starkes politisches Engagement und die Schaffung hervorragender Rahmenbedingungen können die Höchstleistungen der Freien Universität und ihrer Berliner Partnereinrichtungen auch in Zukunft gesichert werden.“ Prof. Jan-Hendrik Olbertz , Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin:
„Die Humboldt-Universität und ihre Schwesteruniversitäten freuen sich sehr über die großen Erfolge im Exzellenzwettbewerb. Diese Erfolge müssen nun auch gesichert werden. Dazu zählen wir auf die Unterstützung durch den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus.“ Prof. Dr. Paul-Uwe Thamsen , 1. Vizepräsident der TU Berlin, zuständig für den Bereich Forschung:
„Die TU Berlin war zum zweiten Mal in zwei Fördersäulen der Exzellenzinitiative erfolgreich. Die Graduiertenschule Berlin Mathematical School (BMS) sowie der Exzellenzcluster ‚Unifying Concepts in Catalysis’ (UniCat) werden für weitere fünf Jahre mit rund 39 Mio. € gefördert. Das bedeutet nicht nur eine erneute Stärkung der TU Berlin, sondern vor allem auch des wissenschaftlichen Netzwerkes, das entstanden ist. Der Standort Berlin hat mit UniCat und seiner Graduiertenschule BIG-NSe einen international sichtbaren naturwissenschaftlichen Cluster, der auch wichtige Impulse für die Wirtschaft gibt. Die exzellente Graduiertenausbildung in der BMS ergänzt das Potenzial der mathematischen Forschung in Berlin auf hervorragende Weise. Hier ist ein weltweit beachtetes Kraftfeld entstanden. Insgesamt wirbt die TU Berlin rund 155 Mio. € pro Jahr für ihre Forschung ein. Die Erfolge in der Exzellenzinitiative und in der Drittmitteleinwerbung zeigen die sehr hohe Forschungsqualität und die Leistungsbereitschaft unserer Wissenschaftler. Die Erfolge der TU Berlin und der beiden anderen Universität stärken den Wissenschaftsstandort Berlin insgesamt und steigern seine Anziehungskraft sowie Reputation weltweit.“ Prof. Karl Max Einhäupl , Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin:
„Durch den erneuten Erfolg im Exzellenzwettbewerb hat die Charité ihre Führungsposition in der medizinischen Forschung weiter ausgebaut und Berlin als Spitzenzentrum der Lebenswissenschaften konsolidiert. Dies bedeutet zusätzliche Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Personal sowie neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Gesundheitswirtschaft der Hauptstadtregion.“

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