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Städtebauliche Entwicklungsmaßnahme „Wasserstadt Berlin-Oberhavel“ abgeschlossen

Pressemitteilung vom 31.07.2012

Aus der Sitzung des Senats am 31. Juli 2012:

Der Senat hat die vollständige Aufhebung des im Jahr 1992 förmlich festgelegten städtebaulichen Entwicklungsbereichs Wasserstadt Berlin-Oberhavel beschlossen. Er hat dazu auf Vorlage von Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Michael Müller die entsprechende Verordnung erlassen. Mit der Entlassung der letzten noch unter Entwicklungsrecht stehenden Teilgebiete der Wasserstadt wird der im Jahr 2003 vom Senat festgelegte Abschluss dieser städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme vollzogen.

Die Wasserstadt Berlin-Oberhavel konnte in den letzten 20 Jahren trotz der Nachfrageschwäche auf dem Immobilienmarkt zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort mit erheblichem Zukunftspotenzial umgestaltet werden. Auch wenn bisher nicht alle Grundstücke bebaut wurden, sind die Voraussetzungen für eine künftig selbsttragende Entwicklung geschaffen. Das Planungsrecht sieht auf den noch zu entwickelnden Baufeldern vorwiegend Wohnungsbau unterschiedlicher Art und Dichte vor. Bis heute wurden von den planungsrechtlich möglichen rund 7.500 neuen Wohnungen und Einfamilienhäusern rund 4.100, zu einem großen Anteil frei finanzierte Wohneinheiten, realisiert. Davon sind rund 380 Einfamilienhäuser. Von den geplanten 910.000 m² Bruttogeschossfläche (BGF) für Handel, Büros und sonstiges Gewerbe sind rund 535.000 m² BGF fertig gestellt.

Für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner wurden eine dreizügige Grundschule, sechs Kindertagesstätten, zwei Sporthallen und ein Sportplatz, ein pädagogisch betreuter Spielplatz, eine Jugendfreizeiteinrichtung sowie zwei weitere soziale Einrichtungen gebaut. Standorte für eine weitere Grundschule, eine Kindertagesstätte sowie einen Sportplatz sind planungsrechtlich gesichert. Es wurden 21,5 Hektar neuer Grün- und Freiflächen geschaffen, darunter fünf große Parkanlagen mit Spielplätzen. Des Weiteren wurden 7,4 km Uferweg auf beiden Seiten der Havel als Teilabschnitte des bezirksübergreifenden Uferwanderwegkonzeptes angelegt.

Alle Maßnahmen, für deren Umsetzung Berlin zuständig ist, wurden entweder bereits umgesetzt oder ihre spätere Realisierung ist durch mit einzelnen Eigentümern getroffene vertragliche Vereinbarungen gewährleistet. Die zur Neuordnung des Gebiets erforderlichen Betriebsverlagerungen wurden durchgeführt.

Die Aufhebung des Entwicklungsgebiets Wasserstadt erfolgte in mehreren Schritten: Nach Verordnungen in den Jahren 2006 und 2008, die bereits überwiegende Teilgebiete der Wasserstadt aus dem Entwicklungsrecht entließen, ist mit der heute vorgelegten Verordnung die vollständige Aufgebung des Entwicklungsgebietes beschlossen.

Von den ursprünglich fünf städtebaulichen Entwicklungsbereichen sind damit inzwischen drei vollständig wieder aufgehoben worden (Biesdorf Süd, Alter Schlachthof und Wasserstadt Berlin-Oberhavel). Mit der Entlassung aus dem Entwicklungsrecht gilt in diesen Bereichen somit wieder das allgemeine Städtebaurecht. Dem Senat werden in den nächsten Jahren weitere Verordnungen für die abschließende Entlassung aus dem Entwicklungsrecht für die Entwicklungsbereiche Berlin-Rummelsburger Bucht und Johannisthal/Adlershof vorgelegt. In diesen Gebieten laufen zum einen noch Verhandlungen zur Bodenordnung, zum anderen sind noch rechtlich erforderliche Ordnungsmaßnahmen durchzuführen.

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