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Positive Zwischenbilanz der „Berliner Vereinbarung zur Nachwuchskräftesicherung für Unternehmen durch Ausbildung“

Pressemitteilung vom 16.05.2012

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Die Sonderkommission (Soko) Ausbildungsplatzsituation und Fachkräfteentwicklung zog heute eine positive Zwischenbilanz der im Januar 2011 geschlossenen „Berliner Vereinbarung zur Nachwuchskräftesicherung für Unternehmen durch Ausbildung“.

So hat sich 2011 die Gesamtzahl der neu abgeschlossenen vollbetrieblichen Ausbildungsverträge leicht erhöht. Sie stieg von 15.214 im Jahre 2010 auf 15.286 im vergangenen Jahr. Ferner konnten, wie vereinbart, schulische Berufsvorbereitungsmaßnahmen zurückgefahren werden.
Allerdings gab es im September 2011 rund 1.300 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber. Demgegenüber waren knapp 450 Ausbildungsplätze unbesetzt.

Zur Zwischenbilanz der Soko erklärt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit: „Die Soko Ausbildungsplatzsituation und Fachkräfteentwicklung ist auf einem guten Weg. Die Zwischenbilanz zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit von Senat, Kammern, Verbänden und der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg ist. Gemeinsam können wir jungen Menschen in unserer Stadt gute berufliche Perspektiven in öffentlichen und privaten Betrieben bieten. Das stärkt unser Gemeinwesen und schafft die Grundlagen für eine weitere positive wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt.“

Die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, betont: „Es bleibt die entscheidende Aufgabe der nächsten Jahre unsere Anstrengungen darauf auszurichten, allen jungen Berlinerinnen und Berlinern die Chance auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu geben. Das schließt ein, noch gezielter für die Chancen einer dualen Berufsausbildung zu werben, um nachhaltig den Bedarf an Fachkräften zu decken. Auch die hohe Zahl von rund 16.000 Altbewerberinnen und Altbewerbern belegt, dass es weiterer intensiver Bemühungen für mehr betriebliche Ausbildungsplätze bedarf.
Die guten Wachstumsaussichten der Berliner Unternehmen lassen erwarten, dass die Betriebe deutlich mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen werden. Hier gibt es bereits positive Signale von den Kammern. Nicht zuletzt muss auch der doppelte Abiturientenjahrgang in diesem Jahr berücksichtigt werden. Mehr Schulabgängerinnen und Schulabgänger sind eine große Chance für die Berliner Wirtschaft, ihre eigenen Fachkräfte heranzubilden.“

Eine zentrale Herausforderung besteht darin, auf die Lösung von Matching-Problemen hinzuwirken. Hier geht es darum, Ausbildungsplatzangebot und Ausbildungsplatznachfrage besser zusammenzuführen, sodass eine passgenaue Vermittlung in Ausbildung möglich wird. Jugendliche brauchen dabei vor allem eine intensivere Berufsorientierung, um sich auf die Ausbildung vorbereiten und für den richtigen Ausbildungsplatz entscheiden zu können. Die Betriebe sind gefordert, ihre Angebote noch besser darzustellen und auch leistungsschwächeren Jugendlichen Ausbildungschancen zu geben. Hierfür kann auch das betriebsnahe Förderinstrument der Einstiegsqualifizierung genutzt werden.

Die Jugendlichen, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, sollten alle Möglichkeiten nutzen, um ihren Weg in eine betriebliche Ausbildung zu finden. Dazu zählen die Beratungs- und Vermittlungsleistungen der Arbeitsagenturen, die Veranstaltungen rund um die Tage der Berufsausbildung am 5./6. Juni 2012 und die Lehrstellenbörsen der Kammern.

Senatorin Kolat: „Ausbildung öffnet jungen Menschen nicht nur Wege in die Berufswelt. Sie ist vor allem auch praktizierte Fachkräftesicherung. Unternehmen, die heute ausbilden, haben morgen die Fachkräfte, die sie benötigen, um wettbewerbsfähig und innovativ zu bleiben. Dabei müssen auch, die Jugendlichen eine Chance erhalten, die auf den ersten Blick nicht zu den Starken gehören.
Mit zusätzlichen Mentoring- und Coachingangeboten wollen wir Jugendliche dabei unterstützen, ihre Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Wir haben im Landeshaushalt zudem dafür gesorgt, dass 500 öffentlich geförderte Ausbildungsplätze finanziert werden können. Ich strebe an, nach Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September ein weiteres Treffen aller Partner zu organisieren, um die genaue Entwicklung am Ausbildungsstellenmarkt zu analysieren und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, damit Jugendliche in Ausbildung vermittelt werden können.“

Im vergangenen Jahr haben Senat, Kammern, UVB, DGB und die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit die „Berliner Vereinbarung zu Nachwuchskräftesicherung durch Ausbildung“ unterzeichnet. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 2011 bis 2014. Darin bekennen sich die Unterzeichnenden zu ihrer gemeinsamen Verantwortung für die Fachkräftesicherung in Berlin und guten Perspektiven für die Jugend. Mit einem abgestimmten Katalog von Maßnahmen, wie der Bereitstellung einer genügenden Anzahl betrieblicher Ausbildungsplätze, einer stärkeren Orientierung der beruflichen Bildung auf die Betriebe, einer Straffung des Übergangssystems zwischen Schule und Beruf und dem Ausbau von Zugangswegen in die duale Ausbildung für Jugendliche mit Startschwierigkeiten, soll das Ziel erreicht werden.

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