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Wowereit zum 70. Jahrestag der Wannsee-Konferenz: „Zivilgesellschaft muss Gesicht zeigen gegen Gewalt, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz“

Pressemitteilung vom 19.01.2012

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Am 20. Januar 1942, morgen vor 70 Jahren, fand in Berlin die „Wannsee-Konferenz“ statt. Ebenfalls morgen wird des 20. Jahrestags der Eröffnung der Gedenk- und Bildungsstätte im Haus der Wannsee-Konferenz gedacht. Die Gedenkstätte war am 20. Januar 1992, dem 50. Jahrestag der Konferenz, eröffnet worden.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit: „Berlin ist der historische Ort, an dem die Nationalsozialisten den Holocaust planten und ins Werk setzten. Dieser Abschnitt der deutschen Geschichte gehört zur Geschichte der Stadt, und daraus erwächst uns für Gegenwart und Zukunft eine besondere Verpflichtung. Nachwachsende Generationen müssen immer wieder von neuem erfahren, was der Holocaust bedeutet hat. Wir müssen diese Erinnerung bewahren und weitergeben. Gedenkstätten wie die im Haus der Wannsee-Konferenz, also dem authentischen Ort des Geschehens, leisten dafür einen unverzichtbaren Beitrag. Allen, die sich in dieser Einrichtung engagieren und engagiert haben, gebührt unser besonderer Dank.“

Weiter sagte Wowereit: „Die Erinnerung bedeutet auch eine Verpflichtung für unser konkretes politisches Handeln. Wir müssen aus unserer Geschichte lernen: Die menschenverachtende, rechtsextreme NPD muss verboten werden. Es darf nicht sein, dass die demokratische Gesellschaft ihre erklärten Gegner in dieser Weise auch noch finanziert. Aber auch im Hinblick auf die rechtsextremistischen Terrormorde müssen wir uns selbstkritisch fragen, ob nicht so mancher durch Vorurteile oder auch nur Gedankenlosigkeit dazu beigetragen hat, dass diese Taten so lange Zeit nicht als das erkannt worden sind, was sie wirklich sind: Rassistisch motivierte kriminelle Gewalt. Die Zivilgesellschaft muss immer wieder Gesicht zeigen gegen Gewalt, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Demokratie und Freiheit müssen jeden Tag verteidigt und neu erkämpft werden. Deshalb gibt es gar keinen Grund, einen Schlussstrich zu ziehen – im Gegenteil, wir müssen uns die Verbrechen der Nationalsozialisten immer wieder vor Augen führen und uns erinnern.“

In der Villa am Wannsee in Berlin besprachen am 20. Januar 1942 fünfzehn Spitzenbeamte mehrerer Reichsministerien und der SS unter dem Vorsitz des Chefs des Reichssicherheitshauptamts, Reinhard Heydrich, die organisatorische Durchführung der Entscheidung, die Juden Europas in den Osten zu deportieren und zu ermorden. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Hauses der Wannsee-Konferenz unter der Adresse http://www.ghwk.de.
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