Helbig eröffnet Ausstellung zu Arbeitsmigrantinnen der ersten Generation im Berliner Rathaus

Pressemitteilung vom 07.10.2011

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Die Chefin der Senatskanzlei des Landes Berlin, Staatssekretärin Monika Helbig, eröffnet am Montag, 10. Oktober 2011, um 17 Uhr im Säulensaal des Berliner Rathauses die Wanderausstellung „22:14 … und es kamen Frauen“ (Wort-Bild-Termin). Auf der Veranstaltung werden neben Helbig der türkische Generalkonsul Mustafa Pulat und die Integrationsbeauftragte von Tempelhof-Schöneberg, Gabriele Gün Tank sprechen.

Helbig: „In diesem Jahr haben wir uns an das 50-jährige Jubiläum der Ankunft der ersten Gastarbeiter aus der Türkei in der Bundesrepublik erinnert. Der Senat hat die erste Generation der Arbeitsmigranten, die nach Berlin kamen, in einer eigenen Veranstaltung im Juni dieses Jahres geehrt. Dass damals auch zahlreiche Frauen nach Deutschland gekommen sind, wird häufig nicht hinreichend gewürdigt. Die hervorragend gestaltete Ausstellung rückt jetzt die Biografien einwandernder Frauen ins Zentrum, und verdient vor allem aus diesem Grunde ganz besonderes Interesse.“ Ausdrücklich dankte Helbig allen, die an der Realisierung der Ausstellung mitgewirkt haben.

Die Ausstellung „22:14 … und es kamen Frauen“ stellt die Migrationsgeschichte von 15 Frauen der ersten Gastarbeitergeneration dar, die durch die Nahrungs-, Textil- und Metallindustrie angeworben wurden. Der Ausstellungs-Titel bezieht sich auf das Zitat des Schweizer Schriftstellers Max Frisch „Wir riefen Arbeiter und es kamen Menschen“. Die exakte Uhrzeitangabe im Titel verweist darauf, dass sich alle Frauen genau an den Zeitpunkt ihrer Ankunft in Deutschland erinnern. Die Uhrzeit wurde aus Sicht der Frauen zur Chiffre ihres Aufbruchs ins Ungewisse und ihrer Ankunft in einer zweiten Heimat. Die Bilder stammen von der Fotografin Ute Langkafel, der Hürriyet-Redakteur Murat Tosun schrieb die begleitenden biografischen Texte.

Die Integrationsbeauftragte von Tempelhof-Schöneberg, Gabriele Gün Tank, ist Initiatorin und Kuratorin der Ausstellung. Die Schau wurde zunächst vom 8. Dezember 2010 bis 8. Januar 2011 im Rathaus Schöneberg gezeigt, im Frühjahr 2011 in der Galerie des August-Bebel-Instituts sowie Ende September in der Friedrich-Ebert-Stiftung. Finanziert wurde sie durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, das Bundesprogramm Soziale Stadt und durch private Spenden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Deco Sun GmbH haben die Präsentation im Berliner Rathaus ermöglicht.

Das „Abkommen zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte für den deutschen Arbeitsmarkt“ wurde am 31. Oktober 1961 zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen.

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