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Senat will bessere Anerkennung im Ausland erworbener Berufsabschlüsse erreichen

Pressemitteilung vom 06.09.2011

Aus der Sitzung des Senats am 6. September 2011:

Der Senat will erreichen, dass die Kompetenzen und beruflichen Qualifikationen von Migrantinnen und Migranten in Erwerbstätigkeit führen – unabhängig davon, wo die Abschlüsse erworben wurden. Dies gilt vor allem mit Blick auf die strategische Sicherung des Fachkräftebedarfs. Gerade im Bereich der akademischen Berufe müssen vorhandene Berufszugangsbarrieren abgebaut und die Potenziale besser als bisher nutzbar gemacht werden.

Der Senat hat heute auf Vorlage der Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Carola Bluhm, den Bericht „Berufsintegration für Menschen mit Migrationshintergrund durch Anerkennung im Herkunftsland erworbener Berufsabschlüsse“ beschlossen. Er wird dem Abgeordnetenhaus zugeleitet. In dem Bericht werden

• die verschiedenen Aspekte der Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen erläutert,
• die bundesgesetzlichen Regelungen hierzu thematisiert sowie
• die landesseitigen Verfahren und Initiativen zur Berufsanerkennung dargestellt.

Die Bundesregierung hat zur Gleichwertigkeit der beruflichen Qualifikationen einen Gesetzentwurf vorgelegt, der im Herbst abschließend in Bundestag und Bundesrat beraten werden und voraussichtlich zum 1. April 2012 in Kraft treten soll. Erst anschließend können entsprechende landesrechtliche Regelungen getroffen werden.

Die Anerkennungsverfahren für im Ausland erworbene berufliche Qualifikationen sind vielgestaltig und hängen vor allem vom jeweiligen Beruf bzw. Abschluss ab. Es gibt sogenannte reglementierte Berufe, ohne deren Anerkennung man in Deutschland nicht arbeiten darf. Dazu zählen zum Beispiel Ärztinnen und Ärzte. In anderen Berufen wiederum ist es möglich, auch ohne Anerkennung hier tätig zu werden. Das betrifft etwa die nicht reglementierten handwerklichen oder kaufmännischen Berufe, die in die Zuständigkeit der Senatsarbeitsverwaltung fallen. Allerdings kann auch hier eine Anerkennung hilfreich sein, weil sie einem Unternehmen ermöglicht, die vorhandene Qualifikation schnell zu erkennen und einzuordnen. Generell muss bei der Anerkennung zwischen schulischer, akademischer bzw. hochschulischer, dualer beruflicher Bildung sowie reglementierten Berufen unterschieden werden.

Vor diesem Hintergrund existiert im Land Berlin bereits ein gegliedertes System von Möglichkeiten zur Berufsanerkennung. Die jeweils zuständigen Senatsverwaltungen und anderen Institutionen sind darin eingebunden. So wird für die in der Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung liegende Bewertung ausländischer Lehrerausbildungen bereits ein förmliches Verfahren durchgeführt.

Um den Zugang zur Anerkennung von Auslandsqualifikationen transparenter zu machen und zu erleichtern, wurde vor kurzem auf Berlin.de ein Wegweiser mit Lotsenfunktion für alle in Berlin tätigen Anerkennungsstellen eingerichtet:

http://www.berlin.de/sen/bildung/anerkennung/beruf.html

Weiterer Diskussions- und Regelungsbedarf ergibt sich aus dem von der Bundesregierung vorgelegten Entwurf eines „Gesetzes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen beruflichen Qualifikationen und Berufsabschlüssen“ (Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz – BQFG). Vorgesehen ist hier vor allem ein Rechtsanspruch auf Prüfung und Feststellung der Gleichwertigkeit von Auslandsqualifikationen mit deutschen Berufsqualifikationen. Ferner sollen für den Bereich der dualen Berufsausbildung die Anerkennungsverfahren künftig bundesweit auf die Kammern übertragen werden. Damit verbindet sich für die Kammern im Land Berlin die Aufgabe, die Übernahme der Anerkennungsverfahren so zu organisieren, dass nach Inkrafttreten des BQFG ein möglichst reibungsloser Ablauf gewährleistet werden kann.
Das Land Berlin ist unter Federführung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung eng in den Umsetzungsprozess des BQFG eingebunden. Eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe erörtert derzeit Möglichkeiten und Wege, um ein abgestimmtes Verfahren bei der Berufsanerkennung und in den Ländern eine einheitliche Anerkennungspraxis zu erreichen.

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