Senat beschließt Fußverkehrsstrategie für Berlin

Pressemitteilung vom 20.07.2011

Nachtrag aus der Sitzung des Senats am 19. Juli 2011:

Berlin soll noch fußgängerfreundlicher werden. Mit diesem Ziel hat der Senat die von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgelegte Fußverkehrsstrategie beschlossen. Sie fordert die angemessene Berücksichtigung der Fußgänger in der Ver-kehrspolitik und bei der Gestaltung von Straßen und Plätzen. Die Fußverkehrsstrategie wurde von einem breit zusammengesetzten Beirat „Berlin zu Fuß“ vorbereitet.

Bereits in den vergangenen Jahren wurde in Berlin vieles für den Fußverkehr getan. So wurden seit 2001 mehr als 200 Zebrastreifen und fast 100 weitere Überquerungshilfen neu angelegt. Jedes Jahr stehen dafür 1 Mio. € im Landeshaushalt. Verkehrsberuhigte Bereiche und Tempo-30-Zonen in den Wohngebieten machen die Straßen sicherer für Fußgängerinnen und Fußgänger. Sie verbessern die Aufenthaltsqualität. Verbindliche Richtlinien sorgen dafür, dass neue Gehwege ausreichend breit, barrierefrei und behindertenfreundlich angelegt werden. In der Innenstadt wurde ein Wegweisungssystem für Fußgängerinnen und Fußgänger realisiert. Diese Ansätze sollen mit der Fußverkehrsstrategie erweitert und ergänzt werden.

Senatorin Junge-Reyer: „Die Fußverkehrsstrategie ist eine konsequente Fortsetzung meiner verkehrspolitischen Schwerpunktsetzung. Mit der bereits 2004 beschlossenen Radverkehrsstrategie wird nun die Fußverkehrsstrategie dazu beitragen, dass die beiden stadtverträglichsten ‚nichtmotorisierten’ Verkehrsarten Radfahren und Zufußgehen weiter aufgewertet und unterstützt werden. Dabei ist mir besonders wichtig, dass die Maßnahmen für den Fußverkehr und der Erfolg der Fußverkehrsstrategie regelmäßig durch eine Bürgerbefragung überprüft werden soll.“

Die Fußverkehrsstrategie umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen für einen kurz-, mittel- und langfristigen Zeitraum. Dazu gehören die Sicherung eines fußgängerfreundlichen städtischen Umfeldes, die Schaffung attraktiver Wegeverbindungen und die Aufwertung von Einkaufsstraßen, touristischen Schwerpunkten und anderen Bereichen mit besonders hohem Fußgängeraufkommen. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten und schwer verletzten Fußgänger soll durch Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit bis 2016 um mindestens 20 % gesenkt werden. Durch verstärkte Informationsarbeit soll auf ein partnerschaftliches und damit auch fußgängerfreundliches Verkehrsklima hinge-wirkt werden.

Ein zentrales Anliegen der Fußverkehrsstrategie ist die barrierefreie Ausgestaltung aller wesentlichen Fußverkehrsverbindungen. Dazu gehört vor allem die Absenkung der Bordsteine an sämtlichen Einmündungen und Kreuzungen, weil sie für Rollstühle und Rollatoren, aber auch für Einkaufs- und Kinderwagen oft schwer überwindbare Hindernisse darstellen.

Weitere Informationen stehen zur Verfügung unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/politik_planung/fussgaenger/strategie/index.shtml

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