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Kitaplatz-Bedarfsplanung: Senat will weitere Kitaplätze aktivieren – erweiterte Ausbildungskapazitäten sollen Erziehermangel verhindern

Pressemitteilung vom 07.06.2011

Aus der Sitzung des Senats am 7. Juni 2011:

Um auch den Kitaplatz-Bedarf des Jahres 2015 zu decken, will der Senat vor allem solche Kitaplätze aktivieren, die bereits genehmigt, aber nicht tatsächlich im Angebot sind. Dies ist Teil der Kitaplatz-Bedarfsplanung, die der Senat auf Vorlage des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, beschlossen hat. Derzeit sind rund 140.000 Kitaplätze genehmigt, aber nur rund 122.000 belegt. Zugleich will der Senat durch erweiterte Ausbildungskapazitäten und erleichterte Quereinstiege auch den Erzieherbedarf sicherstellen.

Vor dem Hintergrund von Versorgungsengpässen insbesondere im Innenstadtbereich misst der Senat der Kita-Entwicklungsplanung der Bezirke, einschließlich der Umsetzung von Maßnahmen zur Gewährleistung einer auch regional bedarfsgerechten Versorgung, große Bedeutung bei. Für die Zukunft entwickelt gegenwärtig eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Bezirke und der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung einheitliche Planungsstrukturen, eine vergleichbare Datenstruktur und einen verbindlichen Zeitrahmen als Grundlage und Orientierung für regionale Kita-Entwicklungsplanungen. Damit wird künftig auch eine qualifizierte gesamtstädtische Berichterstattung möglich sein.

Der Senat hat den Bedarf an Plätzen zur Kindertagesbetreuung von Kindern der Altersgruppen „ein bis unter drei Jahre“ und „drei bis unter sechs Jahre“ bis 2015 ermittelt. Der Bedarfsermittlung liegen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in den kita-relevanten Jahrgängen zugrunde, die den Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre berücksichtigen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist zum Beispiel die Zahl der melderechtlich registrierten Einwohner von 0 bis unter drei Jahren in Berlin von 2007 zu 2009 – entgegen dem Bundestrend – deutlich angestiegen.

Die Bedarfsermittlung geht von einer weiter steigenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege bis 2015 aus. Es wird prognostiziert, dass dann ca. 70 % der Kinder im Alter von ein bis unter drei Jahren zu versorgen sein werden (Stand 2010 war 63,2 %) sowie 95 % der Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren (Stand 2010 war hier 93,2 %). Aus der erwarteten Bevölkerungs- und Nachfrageentwicklung bis 2015 erwächst gegenüber 2010 insgesamt ein Mehrbedarf von rund 2.850 Plätzen für die Altersgruppe „ein bis unter drei Jahre“ sowie von rund 5.750 Plätzen für die Altersgruppe „drei bis unter sechs Jahre“.

In Berlin gibt es ca. 140.000 genehmigte Plätze in Kindertageseinrichtungen. Zum 31. Oktober 2010 waren davon 122.429 Plätze belegt. Es geht nun darum, aufgrund bezirklicher Angaben und konkreter sozialräumlicher Analysen zu ermitteln, wie gemeinsam mit den Kita-Trägern kurzfristig eine Steigerung in der Nutzung genehmigter Kitaplätze erreicht werden kann. Neben der Aktivierung genehmigter Plätze sind weitere Maßnahmen zur Bedarfsdeckung vorgesehen. Dazu gehören die vorrangige Beachtung von Maßnahmen zum Ausbau und Erhalt von Kindergartenplätzen im Rahmen der städtebaulichen und infrastrukturellen Förderung, z. B. Städtebaufördergebiete, sowie die Unterstützung der Bezirke bei der Rückübertragung von Grundstücken aus dem Liegenschaftsfonds für Kita-Nutzungen.

Einhergehend mit dem steigenden Platzbedarf hat auch die Sicherung des Fachkräftebedarfs für den Senat hohe Priorität. Um dem ausbaubedingten Fachkräftebedarf zu entsprechen und auch die qualitativen Verbesserungen des Personalschlüssels in 2010 und 2011 für die Kitas zu ermöglichen, waren langfristige Planungen erforderlich. Bereits im Jahr 2008 wurde – auf der Grundlage der seinerzeit vorhandenen Prognosen – begonnen, Maßnahmen zur Deckung des sich abzeichnenden Bedarfs bis 2012 zu entwickeln. Der Senat hat sich hierbei auf drei Weichenstellungen für die Gewinnung von Fachkräften konzentriert:

• den Ausbau der Ausbildungskapazitäten,
• die Verbesserung der Möglichkeiten des Quereinstiegs und
• die Einführung der Nichtschülerprüfung.

Zwischen den Ausbildungsjahren 2006/07 und 2010/11 ist beispielsweise die Anzahl der Ausbildungsplätze um 44 % angestiegen. Es gab allein in den letzten Monaten sechs Neugründungen von privaten Fachschulen. Wegen der großen Nachfrage wurden auch die Kapazitäten im Bereich der Teilzeitausbildung deutlich erhöht. Die Teilzeitausbildung erfolgt berufsbegleitend; somit wird darüber der Quereinstieg in den Bereich der pädagogischen Arbeit in Kitas ermöglicht.

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