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Aktionsprogramm Handwerk 2011

Pressemitteilung vom 07.06.2011

Aus der Sitzung des Senats am 7. Juni 2011:

Das Handwerk ist ein wichtiger Bestandteil der Berliner Wirtschaft. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Handwerks hat der Senat heute auf Vorlage des Senators für Wirtschaft, Technologie und Frauen, Harald Wolf, das Aktionsprogramm Handwerk 2011 beschlossen. Es wurde gemeinsam mit den Berliner Handwerksorganisationen erarbeitet.

Das Aktionsprogramm zur Entwicklung des Berliner Handwerks umfasst 24 Maßnahmen in den Feldern:

• Rahmenbedingungen,
• Innovation/Umwelt,
• Fachkräfte und
• Kommunikation.

Senator Wolf: „Das Handwerk ist mit mehr als 30.000 Betrieben und 190.000 Beschäftigten eine tragende Säule der Berliner Wirtschaft. Mit den 24 konkreten Maßnahmen des gemeinsamen Aktionsprogramms wollen wir in der Praxis ansetzen: mehr Informationen über die guten Förder- und Finanzierungsangebote des Landes, vereinfachte Regelungen zur Parkraumbewirtschaftung für Betriebe. Aber vor allem geht es um die Fachkräftesicherung. Wir wollen durch gezieltes Marketing klarmachen: Die modernen Handwerksberufe sind attraktiv, vielfältig und zukunftssicher. So sollen Migrantinnen und Migranten direkt angesprochen und die Handwerksberufe in Unterrichtsmaterialien verankert werden. Außerdem wollen wir das Handwerk stärker in die Innovationspolitik oder Kreativwirtschaft der Hauptstadtregion einbinden.“

Stephan Schwarz, Präsident der Handwerkskammer Berlin: „Das Aktionsprogramm Handwerk ist in enger Kooperation von den Berliner Handwerksorganisationen und dem Senat erarbeitet worden. Das Ergebnis ist ein umsetzungsorientiertes Arbeitsinstrument, das einen Orientierungsrahmen für das gemeinsame Handeln von Politik, Verwaltung, Kammern und Verbänden bietet. Diese Vereinbarung werden wir nun in konkreten Schritten und mit vereinten Kräften aus Politik und Wirtschaft umsetzen. Unser Ziel liegt darin, die Leistungsfähigkeit des Handwerks als wichtigen Wirtschaftszweig in unserer Stadt – eben als die Wirtschaftsmacht von nebenan – zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu stärken und systematisch weiterzuentwickeln.“

Im Handlungsfeld Rahmenbedingungen geht es z. B. um Förder- und Finanzierungsfragen oder um die Parkraumbewirtschaftung. Bezüglich der Finanzierung von Unternehmen ist das Förderangebot in Berlin sehr gut. Allerdings kommt es bei Handwerksbetrieben oft nicht an, da die entsprechenden Informationen fehlen. Hier müssen Angebot und Nachfrage noch stärker zusammengebracht werden. Bei der Parkraumbewirtschaftung sollen die Ausnahmegenehmigungsverfahren für Handwerksbetriebe weiter vereinfacht werden.

Im Handlungsfeld Innovation stehen die stärkere Einbindung des Handwerks in die Innovationspolitik des Landes Berlin im Fokus sowie der Themenbereich Energetische Gebäudesanierung. So ist mit der landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) vereinbart, ein Modellprojekt mit dem Handwerk zum Thema Building Information Modelling durchzuführen. Derartige Verfahren ermöglichen eine optimale Planung, Sanierung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Sie sind gerade im Bereich der energetischen Sanierung ein wichtiges Instrument, das gemeinsam erprobt werden soll.

Im Handlungsfeld Fachkräftesicherung ist es Ziel, den zukünftigen Bedarf an gut qualifizierten Arbeitskräften für das Handwerk zu sichern. Dazu sollen Jugendliche mit verschiedenen Maßnahmen gezielt angesprochen werden. Die Schulstrukturreform mit der Einführung des Dualen Lernens ist bereits ein wichtiger Ansatz, um die Schülerinnen und Schüler frühzeitig und gezielt auf das Arbeitsleben vorzubereiten.

Im Handlungsfeld Kommunikation geht es um das Image des Handwerks, das auch für die Fachkräftesicherung eine wichtige Rolle spielt. Ansatz ist z. B. die bundesweite Handwerkskampagne, die durch regionale Aktivitäten ergänzt wird. Darüber hinaus wurde vereinbart, den Dialog zwischen Politik und Handwerksbetrieben weiter zu intensivieren, um Standortfragen und -bedingungen frühzeitig und direkt diskutieren zu können.

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