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Wowereit: Dietrich Stobbe war ein begeisterter Berliner mit dem Blick eines Weltbürgers

Pressemitteilung vom 09.03.2011

Sperrfrist: 9. März 2011, 12.00 Uhr
Es gilt das gesprochene Wort!

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, spricht anlässlich der Trauerfeier für den am 19. Februar 2011 verstorbenen ehemaligen Regierenden Bürgermeister Dietrich Stobbe am 9. März 2011 im Französischen Dom.
Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin dokumentiert nachfolgend Auszüge aus dem Redemanuskript:

“Dietrich Stobbe war ein begeisterter Berliner mit dem Blick eines Weltbürgers…Wie seine Vorgänger Willy Brandt und Klaus Schütz setzte sich auch Dietrich Stobbe nachhaltig für menschliche Erleichterungen im Ost-West-Verhältnis ein. Er trat entschieden für die Interessen der Berliner ein und bewegte sich souverän auf dem dünnen Eis der Vier-Mächte-Diplomatie.

Dietrich Stobbe liebte Berlin. Er diente der Stadt als ‘Regierender’ in einer Zeit, in der schon viele Bürger und Unternehmen die Halbstadt verlassen hatten – als große Unsicherheit auf Berlin lastete. In dieser schwierigen Situation lenkte er den Blick auf die Möglichkeiten und Chancen der Stadt. In seine Zeit fallen der Abschied von der Kahlschlagsanierung, die Planung der IBA, die Errichtung des Wissenschaftskollegs und erste Pläne für eine 750-Jahrfeier. Dietrich Stobbe appellierte an den Stolz und an die eigenen Kräfte der Berliner: ‘Ich will weg von einem Berlin, das dauernd nach Hilfe schreit.’”

Wowereit weiter: „Dietrich Stobbe empfand die Friedliche Revolution in der DDR als großes Glück. Denn dadurch wurde die Vereinigung des geteilten Landes möglich. Als Glück empfand er aber auch die Chance, den Vereinigungsprozess persönlich mitgestalten zu können: als Mitglied im Ausschuss Deutsche Einheit.
Das Zusammenwachsen der beiden Deutschlands war sein Herzensanliegen. Und dass dieses Zusammenwachsen eingebettet war in ein vereinigtes Europa, in dem Deutschland mit all seinen Nachbarn in Frieden zusammen lebt: Auch das entsprach Dietrich Stobbes Denken. Als Berlin am 9. November 2009 den 20. Jahrestag des Mauerfalls feierte und er dies auf der Ehrentribüne am Brandenburger Tor miterlebte, sagte er über die Feier: ‚Ich fand sie beglückend, weil sie nicht als isoliertes nationales Ereignis zelebriert wurde, sondern weil sie europäisch geprägt war.’
Dietrich Stobbes Berlin war das mit der Welt verbundene Berlin, das bunte und quirlige Berlin, die Stadt der vielen Möglichkeiten. Als Politiker baute er mit am Fundament dieser weltoffenen Metropole, die von ihren kreativen Potenzialen lebt. Und als engagierter Bürger genoss er nicht nur das pulsierende Stadtzentrum mit seinen Konzertsälen, Theatern und Museen, sondern gehörte zu den aktiven Förderern der großartigen Berliner Kultur.“

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