Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin 2010 vergeben – Wowereit: Berlin zeichnet Europas einflussreichste Theaterwissenschaftlerin aus

Pressemitteilung vom 14.10.2010

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Den Berliner Wissenschaftspreis 2010 für herausragende wissenschaftliche Leistungen erhält die Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h. c. Erika Fischer-Lichte. Mit dem Nachwuchspreis des Regierenden Bürgermeisters 2010 wird die Experimentalpsychologin Dr. Marianne Maertens (Jahrgang 1979) ausgezeichnet. Der Berliner Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters unterstreicht Berlins Rang als internationale Wissenschaftsmetropole. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hat jetzt auf Grundlage des Votums der hochkarätig besetzten Jury über die Preisvergabe 2010 entschieden und die Preisträgerinnen informiert.

Wowereit: „Mein Glückwunsch geht an die Preisträgerinnen des Wissenschaftspreises und des zugleich vergebenen Nachwuchspreises. Beide Preisträgerinnen sind Beispiele für die Innovationskraft und die Exzellenz von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in der Wissenschaftsmetropole Berlin. Einmal mehr zeigt sich, dass in unserer Stadt Leistungen von internationaler Bedeutung erbracht werden und dass Berlin sehr gute Bedingungen für Kreativität auch in Wissenschaft und Forschung bietet.“

Der Wissenschaftspreis 2010 für ihre wissenschaftlichen Leistungen, den die Theaterwissenschaftlerin Fischer-Lichte von der Freien Universität Berlin bekommt, ist mit 40.000 Euro dotiert. Das Preisgeld geht an die Einrichtung, in der sie ihre Leistung erbracht hat. Fischer-Lichte (Jahrgang 1943) gehört zu den einflussreichsten Theaterwissenschaftlerinnen Europas. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in Ästhetik und Kunsttheorie, der Geschichte des Theaters sowie der Verflechtung von Theaterkulturen. Fischer-Lichte engagiert sich über die fachwissenschaftliche Arbeit hinaus für den Wissenschaftsstandort Berlin und in zahlreichen Wissenschaftsorganisationen, darunter der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Wissenschaftsrat. Sie studierte in Berlin und Hamburg Theaterwissenschaft, Slawistik, Germanistik, Philosophie, Psychologie und Erziehungswissenschaft. Sie hat an der Freien Universität im Fach Slawistik promoviert. Nach Stationen in Frankfurt am Main, Bayreuth und Mainz wurde sie 1996 als Professorin für Theaterwissenschaft an die FU berufen. Ihre Veröffentlichungen haben über die deutsche Forschung hinaus auch die internationale Theaterwissenschaft maßgeblich beeinflusst. Ihre Werke sind in 16 Sprachen übersetzt.

Der Nachwuchspreis des Regierenden Bürgermeisters 2010 für die Experimentalpsychologin Dr. Marianne Maertens (Jahrgang 1979) ist mit 10.000 Euro dotiert, die an die Wissenschaftlerin gehen. Maertens studierte in Halle Psychologie und promovierte in Leipzig am Max-Planck Institut für Kognitive Neurowissenschaften. Am Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik der Technischen Universität Berlin sowie am Bernstein Center for Computational Neuroscience (BCCN) Berlin untersucht die Preisträgerin heute Diskrepanzen zwischen physikalischer Messung und psychologischer Empfindung. Hieraus leiten sich Auswirkungen beispielsweise für die technische Datenkompression ab. Maertens forscht damit auf einem zukunftsweisenden Feld im Grenzgebiet zwischen Physik, Informatik und Psychologie.

Ziel des Wissenschaftspreises ist es, in Berlin erbrachte hervorragende Leistungen in Wissenschaft und Forschung auszuzeichnen. Der Preis wird seit 2008 verliehen. Mitglieder der achtköpfigen Jury unter Vorsitz des Berliner Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, sind u.a. die Präsidentin des Wissenschaftzentrums Berlin, Prof. Dr. Jutta Allmendinger, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Jürgen Mlynek, und der Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Stock. Die Preisverleihung findet am 10. Januar 2011 im Martin-Gropius-Bau statt.

Der Berliner Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin wird seit 2008 jährlich verliehen. Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehören u.a. der Mathematiker Prof. Dr. Martin Grötschel (Technische Universität Berlin und Konrad-Zuse-Zentrums für Informationstechnologie Berlin) und der Systembiologie Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky (Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin Berlin-Buch). Vorschlagsberechtigt sind die Leiter der wissenschaftlichen Institutionen Berlins. Das Höchstalter für Preisträger des Nachwuchspreises liegt bei 35 Jahren. Zentrale Kriterien der Preisvergabe sind wissenschaftliche Exzellenz und ein kreativer Forschungsansatz, der auf den Wissenschaftsstandort Berlin ausstrahlt.

Nähere Informationen zum Preis sowie die Namen der bisherigen Preisträger finden Sie auf Berlin.de unter: [[http://www.berlin.de/rbmskzl/ehrungen/wp.html|http://www.berlin.de/rbmskzl/ehrungen/wp.html]].

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