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Senat legt Pandemie-Bericht vor

Pressemitteilung vom 06.07.2010

Aus der Sitzung des Senats am 6. Juli 2010:

Nachdem die WHO am 11. Juni 2009 die Pandemie-Warnstufe 6 ausgerufen hatte, mussten die Nationalstaaten handeln. Die deutschen Länder und der Bund verabredeten ein abgestimmtes Vorgehen. Sie bestellten Impfdosen entsprechend der Bevölkerungszahl und begannen mit den Vorbereitungen der Impfaktionen. Deutschland war auf eine Ausbreitung der Neuen Influenza A (H1N1), der sogenannten Schweinegrippe, gut vorbereitet. Glücklicherweise verlief die Neue Influenza milder als zunächst von WHO und anderen Fachkreisen angenommen. Dies hat auch dazu beigetragen, dass sich viel weniger Menschen impfen ließen als bei der Bestellung des Impfstoffes für erforderlich gehalten wurde, auch in Berlin. Im Ergebnis muss das Land Berlin etwa 10,7 Mio. € für nicht verimpften Impfstoff zahlen. Die Länder haben den Bund mehrfach, auch auf der Ministerpräsidentenkonferenz im März 2010 aufgefordert, die Kosten für den nicht verimpften Impfstoff zu übernehmen. Dies hat der Bund abgelehnt. Daher muss Berlin wie andere Länder auch diese Kosten jetzt alleine tragen.

„Vom Ende betrachtet ist die Beurteilung einer Sache immer einfach. Aber als wir die Entscheidungen treffen mussten, konnte niemand von einem so milden Verlauf der Pandemie ausgehen. Im Interesse der Menschen durften wir uns eben nicht darauf verlassen, dass es schon nicht so schlimm kommen werde. Das wäre äußerst fahrlässig gewesen. Vielmehr haben wir mit Augenmaß und kühlem Kopf alles getan, um auf das Schlimmste vorbereitet zu sein“, betonte Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher. „Jetzt kommt es darauf an, das Pandemiegeschehen auszuwerten, die Pandemiestufen zu überprüfen und die Pandemiepläne flexibler zu gestalten. Darauf hat sich die Gesundheitsministerkonferenz am 1. Juli 2010 verständigt“, sagte Lompscher.

Insgesamt hat das Land Berlin rd. 1.400.000 Impfdosen Pandemrix erworben, davon sind rd. 737.000 Dosen nach Berlin geliefert worden. Rund 664.000 Impfdosen wurden in ein Zentrallager transportiert, in das alle Bundesländer ihre Restbestände an Pandemieimpfstoff eingelagert haben. In Berlin wurden rd. 152.000 Dosen Pandemrix verimpft, rd. 120.000 Impfdosen lagern noch in den Impfstätten oder wurden verworfen. Der Berliner Restbestand von 343.000 Impfdosen, der noch bis vor kurzem in der zentralen Auslieferungsapotheke lagerte, wurde inzwischen ebenfalls in das bundesweit genutzte Zentrallager transportiert.

Als Reserve befinden sich gegenwärtig noch etwa 122.000 bis Herbst 2011 verwendbare Impfdosen in der Apotheke in Berlin.

Über die Maßnahmen zur Abwehr der Pandemie im Land Berlin und die daraus entstandenen Kosten hat die Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz heute einen Bericht vorgelegt, der vom Senat beschlossen wurde.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Telefon: 9025-2153
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