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Berlins Justizsenatorin Gisela von der Aue zum Tod der Jugendrichterin Kirsten Heisig

Pressemitteilung vom 03.07.2010

Die Senatsverwaltung für Justiz teilt mit:

“Wenn wir auch noch nicht über absolute Gewissheit verfügen, müssen wir aufgrund der Erkenntnisse, die der Staatsanwaltschaft vorliegen, davon ausgehen, dass es sich bei der heute aufgefundenen Toten um die vermisste Jugendrichterin Kirsten Heisig handelt.

Ich bin tief erschüttert über ihren Tod. Mein Mitgefühl gilt ihrer Familie. Sie hat bange Stunden und Tage in großer Sorge um sie verbracht und gehofft und muss jetzt mit der traurigen Gewissheit ihres Todes fertig werden. Aus großem Respekt vor der Toten und ihrer Familie habe ich Sie hierher gebeten, um Spekulationen zu beenden. Ich bitte Sie herzlich, der Familie den Raum für Ihre Trauer zu lassen.

Ich habe Sie auch hierher gebeten, um das zu tun, was mir leider nur noch bleibt: Frau Heisig als außerordentlich engagierte Richterin zu würdigen, die sich überobligatorisch um das Problem jugendlicher Gewalttäter kümmerte. Durch ihren persönlichen Einsatz hat sie nicht nur auf Probleme aufmerksam gemacht. Sie ist auf Kollegen, die Polizei, die Staatsanwaltschaft, die Jugendämter und die Schulen zugegangen und hat sie in ihrer beharrlichen Art in einen Dialog einbezogen, der in intensiver Zusammenarbeit mündete. Mit ihr gemeinsam haben alle Beteiligten Verfahren der kurzen Wege vereinbart, die zur einer Beschleunigung der Verfahren gegen Jugendliche mündeten: Im Neuköllner Modell.

Frau Heisig hat sich nie gescheut,auch ungeliebte Wahrheiten auszusprechen und ist auch mutig in den Dialog mit Eltern eingetreten. Ihr Name ist in Berlin und über die Grenzen unserer Stadt hinaus mit dem Kampf gegen Jugendgewalt verbunden.

Wir werden Frau Heisig und ihr großes Engagement vermissen. Es wird uns ein Auftrag sein, auf diesem Wege weiterzuarbeiten. Sie hat sich um die Berliner Justiz verdient gemacht.”

Rückfragen:
Bernhard Schodrowski
Telefon: 030/9013-3633
E-Mail: pressestelle@senjust.berlin.de