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Integrationssenatorin Bluhm: "Vorbilder zeigen eine andere Einwanderungsgesellschaft"

Pressemitteilung vom 04.12.2009

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Am kommenden Sonntag findet die Veranstaltung “Vorbilder schaffen 09” an der Freien Universität Berlin statt. Dieses Mal heißt das Motto: “Meine Mutter – mein erstes Vorbild!” Organisiert wird das Ereignis von M.A.H.D.I. e.V.” („Muslime Aller Herkünfte, Deutscher Identität“). Der Verein möchte den interkulturellen und interreligiösen Dialog aktivieren.

Integrationssenatorin Carola Bluhm wird ein Grußwort sprechen:
(Sperrfrist: 06.12.2009, 15 Uhr)

“Dass die soziale und ethnische Herkunft und der Bildungsstand des Elternhauses sowie die frühe Trennung in die verschiedenen Schulformen über die Bildungskarriere von Kindern entscheiden – das ist bildungs- und gesellschaftspolitisch ein massiver Rückschritt und führt in die Sackgasse.
Das bundesdeutsche Bildungswesen benachteiligt gerade Einwandererkinder, deren Eltern früher einmal als ungelernte Arbeitskräfte nach Deutschland gekommen sind und die später durch den Abbau der Industriearbeitsplätze ihre Jobs verloren haben. Internationale Studien stellen immer wieder fest, dass gerade in Deutschland die Benachteiligung der Einwandererfamilien auf dem Bildungssektor wesentlich größer ist als in vergleichbaren Industriestaaten.

Und deshalb gehen wir in Berlin einen anderen Weg. Wir wollen, dass die Kinder länger gemeinsam lernen, dass nicht die Herkunft und der Bildungsgrad des Elternhauses über den Erfolg der Kinder entscheiden. Alle sollen die gleichen Chancen haben. Wir werden deshalb die Gemeinschaftsschule von der ersten Klasse bis zum Abitur ausbauen und mit der Sekundarschule allen Kindern ermöglichen, Abitur oder einen qualifizierten Abschluss ihrer Wahl zu machen.
Und dass ein Migrationshintergrund nicht automatisch ins bildungspolitische Abseits führt, dafür ist die heutige Veranstaltung deutlicher Beweis. Immer mehr Kinder aus Einwandererfamilien schaffen höhere Bildungsabschlüsse. Die Zahl der Abiturienten mit Migrationshintergrund hat sich in den vergangenen Jahren stetig vergrößert und lag im letzten Jahr bei 21,8 Prozent. 2003 waren es noch 12,2 Prozent.

Dass die Entwicklung in diese Richtung verläuft, daran haben auch alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute einen wichtigen Anteil und dafür danke ich Ihnen allen. Hier sind Sie, die Vorbilder, die zeigen, dass die Wirklichkeit der Einwanderungsgesellschaft eine ganz andere ist, als es viele Negativschlagzeilen glauben machen. Von solchen Vorbildern brauchen wir in unserer Gesellschaft immer mehr, damit das Zusammenleben der Kulturen gelingt.”

Datum: 06. Dezember 2009
Zeit: 15 Uhr
Ort: Ort: Freie Universität Berlin – Henry Ford Bau, Garystraße 35, 14195 Berlin-Zehlendorf.

Rückfragen:
Karin Rietz
Telefon: 9028 2743
E-Mail: pressestelle@senias.berlin.de