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Bilanz des Aktionsprogramms "Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken": Jung, männlich, Migrationshintergrund. Beispielhafte Wege aus der "Defizitfalle"

Pressemitteilung vom 04.12.2009

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Am 8. Dezember 2009 wird in der Werkstatt der Kulturen Bilanz gezogen. 17 Projekte haben seit Mai 2008 am zweiten Aktionsprogramm des Senats teilgenommen. Es wurden insgesamt 950.000 Euro dafür bereitgestellt.

Das zweite Aktionsprogramm hatte zwei Schwerpunkte:

1. Es richtete sich bevorzugt an männliche jugendliche Migranten und Väter. Sie werden in der öffentlichen Diskussion meist als “Gewaltbereite”, “Bildungsverlierer” und “traditionelle Familienmachos” wahrgenommen. In der Projektarbeit kam es auf unterstützende und differenzierte Sichtweisen an – auf soziale Teilhabe, Brücken durch Sport und jugendkulturelle Begegnungen, in Ausbildung und Jobs.

2. Der zweite Schwerpunkt richtete sich auf die “Tandem”-Zusammenarbeit von traditionellen Trägern und Migranten(selbst)organisationen. Dadurch konnten die Zielgruppen besser erreicht werden. Es wurden – nicht immer einfache – Erfahrungen in gemeinsamer Projektarbeit gemacht.

Die Staatssekretärin für Integration und Arbeit Kerstin Liebich, der Beauftragte des Senats für Integration und Migration Günter Piening sowie Dr. Ingeborg Beer vom Büro für Stadtforschung Sozialplanung (begleitende Evaluierung) stellen das Aktionsprogramm im Kontext der Berliner Integrationspolitik dar.

Die beteiligten Projekte werden sich ebenfalls präsentieren. Sie stellen eine Handreichung für Multiplikatoren zum Thema “Homosexualität in der Einwanderungsgesellschaft” vor und beschreiben, wie Strafentlassene erfolgreich auf ihrem Weg “Legal leben” begleitet, Eltern in die Berufsorientierung ihrer Kinder einbezogen und Väter in ihrer Erziehungs-Verantwortung gefördert werden konnten.

Bei einer Podiumsdiskussion wird es um folgende Fragen gehen: Was wissen wir über die konkreten Lebenslagen männlicher Jugendlicher, von Vätern, Müttern mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln? Wie nehmen sie die mediengeprägten Zuschreibungen wahr? Welche Rolle spielen Sport, Jugendkulturen, Rap? Welche Verantwortung haben Politik und Regelinstitutionen für diese Gruppe der nachwachsenden Generation in Berlin?

Beteiligt sind: Cheick Jungermann vom Projekt “Legal leben” (Gangway e.V.), Dr. Michael Kohlstruck (TU Berlin), Dr. Eberhard Löhnert (PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Berlin e.V.), Arnold Mengelkoch (Migrationsbeauftragter Neukölln) und Michael Tunc (Väter-Experten-Netze e.V. Köln). Die Moderation übernimmt der Journalist Christian Stahl.

Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Datum: 8. Dezember 2008
Zeit: 10:00 – 16:30 Uhr
Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstr. 32 in 12049 Berlin.

Rückfragen:
Anja Wollny
Telefon: 9028 2743
E-Mail: pressestelle@senias.berlin.de