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Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening anlässlich einer Informationsfahrt am 1.12.2009 zu Berliner Moscheen: Selbstverständlich gehört der Islam zu Berlin!

Pressemitteilung vom 01.12.2009

Der Beauftragte für Integration und Migration des Berliner Senats teilt mit:

Mehr Transparenz, ein starkes gesellschaftspolitisches Engagement im Kiez und eine stärkere Bedeutung der deutschen Sprache im Gemeindealltag – das sind drei Entwicklungen, die Berlins Moscheegemeinden heute prägen. Die muslimische Gemeinschaft ist damit zu einem wichtigen integrationspolitischen Akteur geworden. Diese Leistungen müssen durch die Mehrheitsgesellschaft erkannt und mehr gewürdigt werden, fordert Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening.

Aus Anlass des Besuchs mehrerer Moscheen u.a. in den Stadtteilen Wedding und Kreuzberg warnte Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening vor den gesellschaftspolitischen Folgen einer wachsenden Islamfeindlichkeit, die angesichts der positiven Entwicklungen besonders unverständlich ist: “Statt den Islam auszugrenzen, ist es wichtig, ihn als gleichberechtigte Religion anzuerkennen. Dazu gehört auch, der wachsenden Islamfeindlichkeit aktiv entgegenzutreten. Der Mord von Dresden war ein Fanal, das die Notwendigkeit von klaren Worten auch seitens der Politik deutlich macht. Denn Gefahren drohen der Demokratie auch durch eine wachsende Islamfeindlichkeit in der Mitte der Gesellschaft.
Es sind nicht Minarette, die das demokratische Zusammenleben bedrohen. Gefährdet wird es durch Gruppen, die die Grundrechte wie das Recht auf Religionsfreiheit für bestimmte Bevölkerungsgruppen einschränken möchten.”

Derzeit gibt es in Berlin ca. 80 Moscheen und ein Cem evi der alevitischen Gemeinde. Darunter sind nur fünf repräsentative Moscheebauten. Die Moscheen sind wie in vielen europäischen Städten nicht nur Orte des Gebets und der spirituellen Betreuung, sondern gleichermaßen soziale Treffpunkte, Bildungsstätten und Anlaufstellen, die ihren Besuchern praktische Lebenshilfe bieten.

Das Angebot der Gemeinden hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Ein Grund ist die Verjüngung der Gemeinden. Inzwischen ist eine neue Generation Berliner Muslime herangewachsen, gebildet und hier sozialisiert. Der deutschen Sprache kommt darum im Gemeindeleben eine stärkere Bedeutung zu. Zunehmend gehen Gemeinden dazu über, die Freitagspredigten auf Deutsch zu halten, bzw. zu übersetzen – teilweise mithilfe von Simultananlagen.

Viele Gemeinden haben stabile Kooperationsstrukturen mit Stadtteilinitiativen, Schulen und anderen Institutionen herausgebildet. Die Zusammenarbeit mit Volkshochschulen oder Trägern der freien Wohlfahrtspflege vor allem im Bereich der Erziehung und Bildung sind heute für viele Gemeinden eine Selbstverständlichkeit.
Gemeinden sind nicht nur Ansprechpartner im Kiez sondern wichtige Verbindungsglieder in die Bevölkerung, die wir nicht verlieren dürfen.

Piening: “Der Islam und das muslimische Leben haben sich in Berlin als gesellschaftlicher Faktor etabliert. Dieses war nicht immer einfach und manchmal sogar ein sehr konfliktreicher Weg, wie die Auseinandersetzungen um Moscheebauten zeigen. Aber auch diese Konflikte sind Teil eines gesellschaftlichen Lernprozesses, der sowohl die muslimischen Gemeinschaften wie auch die Mehrheitsgesellschaft verändert. Die Gemeinden sind heute eingebunden in das städtische Leben und Teil der lebendigen Demokratie.
Berlin, eine Stadt in der die Mehrheit der Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft angehört, bekennt sich zu seiner wachsenden religiösen und kulturellen Vielfalt und steht dafür ein, dass Grundrechte, wie das auf freie Religionsausübung niemals zur Disposition stehen. Nicht zuletzt mit Blick auf unsere Geschichte müssen wir sehr wachsam sein gegenüber allen Versuchen, unter fadenscheinigen Begründungen bestimmten Bevölkerungsgruppen ihre Grund- und Menschenrechte zu verwehren oder sie ihnen nur zum Teil zuzugestehen.”

Rückfragen:
John Röhe
Telefon: 9017-2357
E-Mail: John.Roehe@intmig.berlin.de