Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Wowereit zu 20 Jahre Friedliche Revolution und Mauerfall am 9. November 2009

Pressemitteilung vom 06.11.2009

Sperrfrist: Samstag, 7. November, 6 Uhr
(frei erst für Sonntag-Ausgaben)

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, erklärt zum 20. Jahrestag des Falls der Mauer am 9. November 2009:

Am 9. November 2009 schauen die Menschen in aller Welt auf Berlin. Aus dem Ort der Teilung und des Kalten Krieges ist der Ort der Freiheit geworden. Die Friedliche Revolution und der Fall der Mauer vor 20 Jahren haben den Weg für einen beispiellosen Wandel Berlins frei gemacht. Berlin kennt aus der Geschichte den Traum der Freiheit und ist als weltoffene, kreative und tolerante Metropole zur ersten Adresse für all jene geworden, die diesen Traum leben möchten.

Berlin heißt alle willkommen, die anlässlich des Festes der Freiheit am 9. November 2009 und zur Erinnerung an den Fall der Mauer in die wiedervereinigte deutsche Hauptstadt gekommen sind. Hier ist die Geschichte spürbar und lebendig. Hier erinnern wir an die jahrzehntelange Teilung und die mit ihr einhergehenden Leiden. Hier bleibt aber auch der 9. November 1938 unvergessen, die Pogromnacht im Nazi-Deutschland – und die Verantwortung dafür, dass sich die Menschheitsverbrechen dieser barbarischen Jahre nicht wiederholen.

Heute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, wird in der Erinnerung der Blick frei auf die Trennlinien unserer Zeit. Das Treffen der Friedensnobelpreisträger am 10. und 11. November 2009 in Berlin unterstreicht die globalen Herausforderungen, vor denen wir im 21. Jahrhundert stehen. Von Berlin geht die Botschaft aus, dass wir im Kampf gegen den Hunger in der Welt und gegen die Klimakatastrophe nur erfolgreich sein werden, wenn wir den Mut zu großen gemeinsamen Schritten haben – den Mut zum Einreißen der Mauern von heute.

Für die Berlinerinnen und Berliner ist der 9. November 2009 ein Tag großer Gefühle. Wer heute zurückblickt, erinnert sich an den 9. November 1989 als glücklichsten Moment in der jüngeren deutschen und Berliner Geschichte. Die Erlebnisse von damals haben sich in unser Gedächtnis eingebrannt. In der Friedlichen Revolution des Herbstes 1989 hat eine ganze Generation die Erfahrung machen können, dass man mit Mut und zivilem Engagement sogar eine Diktatur aus den Angeln heben kann. Eine Erfahrung, die bis heute weltweit für Aufmerksamkeit und Sympathie sorgt.

Mit der Erinnerung an das Glück des Mauerfalls, der das Ergebnis friedlichen bürgerschaftlichen Engagements war, verbindet sich das ehrende Gedenken an die vielen Opfer der Diktatur und von Mauer und Stacheldraht, an auseinandergerissene Familien und an das Schicksal der vielen Flüchtlinge. Doch vergessen wird in Berlin auch nicht, wem die Stadt die Chance zur Wiedervereinigung verdankt.

Berlin dankt den Freiheitsbewegungen in Mittel- und Osteuropa, die über Jahrzehnte hinweg den Boden für einen friedlichen Wandel bereiteten. Die Friedens- und Entspannungspolitik der 60er und 70er Jahre hat das weltweite Vertrauen in die Demokratie in Deutschland gestärkt. Und besonderer Dank gilt all jenen, die dem bedrängten West-Berlin in schwerster Not beigestanden hatten – insbesondere gilt er den Schutzmächten, die als Besatzer gekommen waren und zu guten Freunden Berlins geworden sind.

- – -

Rückfragen:
Chef vom Dienst
Telefon: 9026-2411
E-Mail: presse-information@senatskanzlei.berlin.de