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Verlängerung der Schutzfristen für Kleingärten bis 2020

Pressemitteilung vom 19.05.2009

Aus der Sitzung des Senats am 19. Mai 2009:

69 % der Kleingartenflächen in Berlin sind dauerhaft gesichert. Das hat die im Zusammenhang mit der Fortschreibung des Kleingartenentwicklungsplans erfolgte Überprüfung der Bestandsentwicklung, der zwischenzeitlich festgesetzten Bebauungspläne sowie der Flächenbedarfe ergeben. Der Senat hat heute die von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer vorgelegte Fortschreibung zur Kenntnis genommen. Sie beinhaltet die Kleingartenentwicklung bis zum Jahr 2020. Die Vorlage wird vorerst dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme unterbreitet.

Senatorin Junge-Reyer: „Kleingärten sind für das grüne Berlin ein prägendes Element. Es ist deshalb wichtig, diese Institution, die so vielen Menschen mitten in der Stadt eine grüne Insel bietet, dauerhaft zu sichern. Es ist uns gelungen, für 142 Anlagen die Schutzfrist nochmals bis zum Jahr 2020 zu verlängern. Für weitere 22 Anlagen besteht die Schutzfrist bis 2014 weiter. Damit sichern wir für viele Berlinerinnen und Berliner ihre grünen Oasen.“

Nur für fünf Anlagen endet die Schutzfrist im Jahr 2010.

Im Jahr 2004 hatte der Senat den ersten Kleingartenentwicklungsplan für Berlin beschlossen und damit für landeseigene Kleingartenanlagen, die im Flächennutzungsplan (FNP) Berlin für andere Nutzungen vorgesehen sind, Schutzfristen bis 2010 bzw. 2014 festgelegt.

Kleingärten blicken auf eine lange Tradition zurück. Vorläufer der heutigen Kleingärten waren die sogenannten Armengärten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Mit ihnen sollten Bedürftige in die Lage versetzt werden, ihren Bedarf an Gartenfrüchten selbst zu decken. Eine weitere Wurzel der Kleingartenbewegung geht auf die Ideen des Leipziger Arztes Dr. Schreber zurück. Hier standen die körperliche Ertüchtigung und die Heranziehung der Kinder an die Natur im Vordergrund, die Dr. Schreber aus volkspädagogischen Gründen gefordert hatte. Später wurden dann die Arbeitergärten des Roten Kreuzes eingerichtet, die insbesondere auf gesundheitspolitische Gesichtspunkte zurückzuführen sind. Während des Ersten Weltkrieges und der darauffolgenden Zeit erlangten Kleingärten vor allem Bedeutung für die Ernährung einzelner Bevölkerungsgruppen in den Städten. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Kleingärten nicht nur zur Deckung des Nahrungsbedarfs, sondern auch zur Wohnraumbeschaffung genutzt.

In der heutigen Zeit stellen die Kleingärten eine Lebens- und Wohnumfeldverbesserung für den Kleingärtner und seine Familie dar, bieten sie einen Ausgleich zur ggf. einseitigen Berufstätigkeit sowie vielfältige und sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Generationen. Für Kinder bieten sie die Möglichkeit, Natur zu erleben und zu begreifen. Kleingärten sind damit wichtige Erholungsgebiete für die Menschen, bieten aber in einer Großstadt auch notwendige Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Kleingärten haben inzwischen in Berlin insbesondere für junge Familien eine wichtige Bedeutung als innerstädtisches Rückzugsgebiet erlangt. Galt der Kleingarten im 19. Jahrhundert und auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg als notwendiger Obst- und Gemüselieferant für die städtische Bevölkerung, so ist inzwischen verstärkt der Freizeit- und Erholungswert maßgebend. Dabei hat das Kleingartenwesen seine soziale Bedeutung keineswegs eingebüßt. In den Kleingärtnervereinen wird das menschliche und gesellschaftliche Miteinander unterschiedlicher sozialer Schichten mit gemeinsamen Interessen gepflegt. Die vielfältigen sozialen Aktivitäten, die von den Kleingärtnerorganisationen ausgehen, machen das ehrenamtliche Engagement und den gesellschaftlichen Wert der Zusammenschlüsse der Gartenfreunde, besonders in einer Großstadt wie Berlin mit vielfältigen existenziellen Problemen der Menschen, deutlich.

Kleingärten erfüllen als Teil des Grünflächensystems wichtige Ausgleichs- und Erholungsfunktionen. Die über 900 Kleingartenanlagen mit ihren insgesamt ca. 74.500 Gärten sind ein wesentlicher Bestandteil des Berliner Stadtgrüns. Sie bilden eine historisch gewachsene, kulturelle, ökologische und soziale Ressource. Soweit diese Flächen im Zusammenhang mit übergeordneten Grün- und Landschaftsräumen liegen, sind sie zusätzlich von Bedeutung für den stadtklimatischen Ausgleich. Der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung aufgestellte Kleingartenentwicklungsplan unterstreicht die wichtige städtebauliche, sozial- und gesundheitspolitische Aufgabe der Kleingärten in Berlin.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: pressestelle@senstadt.berlin.de