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Senatorin Katrin Lompscher stellt ersten Berliner Verbrauchermonitor vor

Pressemitteilung vom 07.12.2009

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz teilt mit:

Heute hat Verbraucherschutzsenatorin Katrin Lompscher die Ergebnisse des ersten Berliner Verbraucherschutzmonitors präsentiert. Im Herbst 2009 führte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz die Erhebung für den ersten Berliner Verbrauchermonitor durch. Repräsentativ befragt wurden über 700 Berlinerinnen und Berliner ab 14 Jahren zum Verbrauchervertrauen, zu Informations- und Beratungsangeboten und zu wichtigen Handlungsfeldern für den Verbraucherschutz in Berlin: Ernährung, Gesundheit, Finanzen, Wohnen und öffentlicher Nahverkehr.

Senatorin Katrin Lompscher erklärt: „Der Verbrauchermonitor Berlin 2009 ist ein wichtiges Instrument, um unsere `Verbraucherpolitische Strategie` umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung der Verbraucherechte, Transparenz und Information, Nachhaltigkeit und eine Verbraucherpolitik, die an den Bedürfnissen der Berlinerinnen und Berliner ausgerichtet wird. Wir werden mit den Akteuren des Verbraucherschutzes in einen offenen Austausch über die Ergebnisse treten. Gerade auch, um Verbraucherinformation, -beratung und -bildung speziell für Jüngere und Ältere, Einkommensschwache und Migrantinnen und Migranten in Berlin zielgruppenorientiert weiterzuentwickeln.“

Zu einzelnen Ergebnissen des Verbrauchermonitors:

Der Bereich Ernährung ist aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher mit Abstand das bedeutendste Handlungsfeld des Verbraucherschutzes. Hier steht vor allem die Lebensmittelkennzeichnung im Fokus. Aus Verbrauchersicht fehlen insbesondere Angaben zu Zusatzstoffen und zu Nährwerten. Eine Kennzeichnung durch eine „Ampel“ oder eine Art „TÜV-Siegel“ wäre für die Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner sehr hilfreich. Die Veröffentlichung der Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrolle halten 78 % der Befragten für nützlich. Das bestätigt die Forderung von Senatorin Katrin Lompscher nach klaren Lebensmittelskennzeichnungen und Veröffentlichungen von Ergebnissen der Lebensmittelkontrolle. Ihr Ziel bleibt ein einheitliches Kennzeichnungssystem für ganz Berlin.

Jeder dritte Berliner nutzt die Verbraucherzentrale Berlin zur Information oder Beratung; mit den angebotenen Informationen sind fast 90 % zufrieden. Weitere Beratungsstellen von anderen Anbietern werden weniger frequentiert: Knapp ein Viertel informiert sich z. B. bei den Mieterschutzverbänden. Internetbasierte Beratungsangebote wie z. B. der Qualitätsvergleich von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sind zwar bekannt, werden aber noch wenig genutzt.

Mit der Wohnumgebung ist rund ein Viertel der Berlinerinnen und Berliner nicht zufrieden. Dabei sind vor allem Lärm und Müllentsorgung wichtige Handlungsfelder. Die Wohnkosten werden von
deutlich mehr Befragten kritisch gesehen, mehr als die Hälfte ist mit den hohen Kosten für Strom und Heizung unzufrieden. Gerade für Einkommensschwache kann dies Existenz bedrohend sein.

Suchtprävention, vor allem bei Alkohol, wird als wichtiges Feld für mehr Informationen, Beratung und Schutz von Jugendlichen genannt. Weitgehende Einigkeit besteht darüber, dass der Einzelhandel dafür sorgen muss, dass Minderjährige keinen Alkohol erwerben – zumal die Kontrollen im Handel, aber auch in der Gastronomie von vielen als nicht ausreichend empfunden werden. Ein generelles Werbeverbot für Alkohol befürwortet mehr als die Hälfte der Berlinerinnen und Berliner.

Die Berlinerinnen und Berliner sind mehrheitlich zufrieden mit dem öffentlichen Nahverkehr; mit der S-Bahn ist allerdings mehr als die Hälfte gegenwärtig unzufrieden. Die Schlichtungsstelle Nahverkehr ist noch wenig bekannt und wird daher kaum genutzt. Hier muss die Verbraucherinformation verbessert werden.

Bei der Altersversorgung sehen die Berlinerinnen und Berliner Handlungsbedarf. Gut 40 % sind für das Alter nach eigener Einschätzung nicht gut abgesichert, was zumeist am engen finanziellen Spielraum liegt. Ein Drittel hält auch bei Finanzprodukten eine „Ampel“ oder eine andere einfache Kennzeichnung für sehr hilfreich.

Generell fühlt sich mehr als die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Berlin gut informiert und etwa jeder Zehnte sogar ausgezeichnet oder sehr gut. Gut ein Drittel der Berlinerinnen und Berliner vertritt die Auffassung, dass sie durch ihr Einkaufsverhalten die Produktqualität beeinflussen, also „Macht“ ausüben können.

Der Berliner Verbrauchermonitor 2009 steht im Internet unter:
[[http://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/veranstaltungen/index.html#monitor|http://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/veranstaltungen/index.html#monitor]]

Rückfragen:
Dr. Marie-Luise Dittmar
Telefon: 90252153
E-Mail: pressestelle@senguv.berlin.de