Senatorin Lompscher: Umweltzone dringend notwendig – Feinstaubwerte immer noch zu hoch

Pressemitteilung vom 23.11.2009

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz teilt mit:

Erstmals seit 2006 wurde in Berlin der Grenzwert für Feinstaub (PM10) wieder überschritten. An der Messstelle Frankfurter Allee wurde am Samstag die maximal zulässige Zahl von 35 Überschreitungstagen pro Jahr erstmals überboten. Bereits im März war mehr als die Hälfte der zulässigen Überschreitungstage erreicht. Hauptursache waren die winterlichen Temperaturen zu Beginn des Jahres, begleitet von zahlreichen Tagen mit schlechtem Luftaustausch. Anders als im relativ milden und regenreichen Winter des Vorjahres traten Tage mit erhöhten Feinstaubwerten deutlich häufiger auf – trotz der gesunkenen Rußemissionen durch die Umweltzone.

Katrin Lompscher, Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz: „Ohne Umweltzone wäre die Schwelle von 50 µg/m3 Feinstaub noch häufiger überschritten worden. Wir haben aus den Messwerten abgeschätzt, dass durch die Umweltzone und die dadurch ausgelösten Investitionen in umweltfreundlichere Fahrzeuge und Partikelfilter in diesem Jahr vier bis sieben Überschreitungstage weniger registriert werden. Mit Einführung der Stufe 2 im Januar 2010 rechne ich mit weiteren Überschreitungstagen, die wir durch die Umweltzone vermeiden können. Damit leistet die Umweltzone einen unverzichtbaren Beitrag um die Feinstaubbelastung bis 2011 auch bei ungünstigen Wetterlagen unter die europaweit gültigen Standards zu senken.“

Im Jahr 2011 läuft die Fristverlängerung ab, die der europäische Gesetzgeber den Städten eingeräumt hat, die, wie Berlin, bereits wirksame Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung eingeleitet haben.

Die immer wieder als Patentrezept propagierte Stadtbegrünung trägt hingegen leider nicht nennenswert zur Reduzierung des Feinstaubs bei, so wichtig sie für die Lebensqualität und die Verbesserung des Stadtklimas sein mag.

„Wenn schon unsere Nasen und Bronchien die winzigen Rußteilchen auf ihrem Weg in unsere Lungen nicht aufhalten können, wäre es illusorisch zu glauben, Bäume und anderes Stadtgrün könnten eine nennenswerte Filterwirkung entfalten. Ich setze daher auf Maßnahmen, die an der Quelle ansetzen, wie die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit Rußfiltern und den vermehrten Einsatz sauberer Erdgasfahrzeuge. Nur so können wir den krebserregenden Ruß weiter reduzieren“, so Gesundheits- und Umweltsenatorin Lompscher.

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