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„In der Vielfalt erfolgreich - Gleichstellungspolitik an Berliner Hochschulen“

Pressemitteilung vom 10.12.2008

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen teilt mit:

Die Erfolge der Berliner Hochschulen bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in der Wissenschaft sind bemerkenswert: Das Land Berlin nimmt im bundesweiten Gleichstellungsranking der Hochschulen den 1. Platz ein. Das heute vorgestellte Buch „In der Vielfalt erfolgreich – Gleichstellungspolitik an Berliner Hochschulen“ zeigt in eindrucksvoller Art und Weise die Geschichte des Erfolgs.

Frauensenator Harald Wolf: „Der Berliner Senat hat im vergangenen Jahrzehnt in der Hochschulgleichstellungspolitik erfolgreich umgesteuert: Ein intensiver Dialog zwischen Politik und Hochschulen, die Verbindung der individuellen Förderung mit strukturellen Veränderungen sowie die Berücksichtigung von Genderaspekten in Forschung und Lehre haben unser Handeln bestimmt. Das ‚Berliner Programm zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre 2008-2011’ ist ein überzeugendes Beispiel: 3,4 Millionen Euro werden jährlich dafür bereitgestellt.“

Der Frauenanteil an den Berliner Hochschulen hat sich von 2000 bis 2007 bei den Promotionen von 38,2 auf 47,4 Prozent und bei den Habilitationen von 23,6 auf 31,6 Prozent erhöht. Bei den Juniorprofessuren betrug im Jahr 2007 der Frauenanteil 49,5 Prozent. Und: Bei den Professuren insgesamt erhöhte sich der Frauenanteil von 13,5 Prozent im Jahr 2000 auf 23,8 Prozent im Jahr 2007. Dazu hat auch die Erhöhung des Professorinnenanteils bei den Neuberufungen beigetragen. Er liegt seit 2006 bei durchschnittlich 40 Prozent. Berlin nimmt damit in Deutschland eine Spitzenposition ein. Fast jede vierte Professur in Berlin wird von einer Frau besetzt, bundesweit ist es jede siebte.

Berlin soll in den kommenden Jahren weiter zu einem international wettbewerbsfähigen Wissenschaftsstandort und zu einem Magneten für Studierende ausgebaut werden. Das wird mit der Weiterentwicklung von Strategien zur nachhaltigen Förderung der Chancengleichheit verbunden. Jüngere Frauen und Männer wählen zunehmend Hochschul- und Wirtschaftsstandorte, wo Geschlechtergerechtigkeit ein zentraler Faktor der Lebens- und Arbeitsqualität ist. Für den Zeitraum 2008-2011 stellt der Berliner Senat als Anreiz für eine gezielte Förderung der Chancengleichheit von Frauen an Hochschulen insgesamt 22,7 Millionen Euro bereit.

Wissenschaftssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: „Mit der Förderung von Frauen im Hochschulbereich im Rahmen der Ausbildungsoffensive des Masterplans Wissen schafft Berlins Zukunft wollen wir zur weiteren qualitativen Verbesserung der Ausbildung beitragen. Die wesentlichste strukturelle Maßnahme ist die Bereitstellung von Mitteln für vorgezogene Nachfolgeberufungen von Frauen auf W 2- und W 3- Professuren in Fächern mit geringem Professorinnenanteil. Dafür sind 9,1 Millionen Euro reserviert. Die erfreulichen Fortschritte bei der Qualifizierung von Frauen für einen wissenschaftlichen Berufsweg sollen zu einer weiteren Erhöhung der Berufungsquote von Frauen auf Professuren und in Führungspositionen in der Berliner Wissenschaft führen.
Ich setze mich auch dafür ein, dass in der Forschungsoffensive des Masterplans Genderaspekte und forschungsorientierte Gleichstellungsstandards, wie sie bei der DFG entwickelt wurden, voll zur Geltung kommen.“

Dr. Gabriele Wendorf, Vizepräsidentin der Technischen Universität Berlin: „Gleichstellungsmaßnahmen werden zunehmend in die Qualitäts- und Profilentwicklung der Hochschulen und in das Zielsystem der Wissenschaft integriert. Zu den wichtigsten Erkenntnissen der lernenden Organisation Hochschule und der Hochschulleitungen gehört, dass die verstärkte Beteiligung der Frauen und die Berücksichtigung von Genderaspekten in Forschung und Lehre das Innovationspotenzial der Hochschulen stärkt. Unsere Hochschulen leisten sich Gleichstellung, trotz knapper Ausstattung. Wir sind damit im bundesweiten Wettbewerb zunehmend besser aufgestellt.“

Christine Kurmeyer, Sprecherin der Landeskonferenz: „Die Zeiten haben sich geändert! Dass die Frauen in den Hochschulen tatsächlich einen Platz erobert haben, zeigt sich sehr deutlich in der zunehmenden Akzeptanz des Gleichstellungsgedankens. Die Frauenbeauftragten haben in vielfältigen Kooperationen und Verbünden daran gearbeitet und können in dieser Veröffentlichung das Geheimnis ihres Erfolgs präsentieren. Dies ist auch das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit auf breiter Linie mit den Hochschulleitungen, den politischen Institutionen und nicht zuletzt den Fakultäten und Fachbereichen vor Ort. Wir wünschen uns, dass die hier vorgestellten Strategien in eine bundesweite Debatte einfließen und auch dort Anregungen geben.“

Rückfragen:
Petra Schwarz
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