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Berliner Imame im Deutschen Bundestag von Bundestagsvizepräsident Thierse empfangen

Pressemitteilung vom 03.12.2008

Der Beauftragte des Senats für Integration und Migration teilt mit:

Heute (Mittwoch, 3.12. – Sperrfrist 13.00 Uhr) hat Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse eine Gruppe Berliner Imame und Seelsorgerinnen empfangen. Sie sind Teilnehmer der Weiterbildung “BerlinKompetenz”, die von der Muslimischen Akademie in Deutschland in enger Kooperation mit dem Berliner Integrationsbeauftragten durchgeführt wird. Die Veranstalter nahmen den Besuch zum Anlass, für mehr Offenheit gegenüber dem Islam als drittgrößter Religion in Deutschland zu werben.

Der Besuch im Bundestag ist ein zentraler Baustein in einem einjährigen berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramm für Berliner Imame und Seelsorgerinnen, das die Muslimische Akademie Deutschlands in Kooperation mit dem Berliner Integrationsbeauftragten und dem Berliner Islamforum durchführt. Hintergrund sind die wachsenden Anforderungen, vor denen sich Imame in ihrer täglichen Praxis gestellt sehen. Die Gemeindemitglieder suchen nicht nur Rat in religiösen Fragen, sondern auch bei Alltagsproblemen. Viele Imame haben ihr religiöses Studium im Ausland absolviert und fühlen sich auf solche gesellschaftspolitischen Fragen nicht optimal vorbereitet.

Dazu Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening: “Bis zu einer Imamausbildung an deutschen Hochschulen ist es noch ein weiter Weg. Darum sind kurzfristige Schritte nötig, die die Kompetenzen der Imame hier und heute erweitern. Hier setzt die Berliner Weiterbildung an. Gerade der Mix aus Gesprächen mit Politikern und Verantwortlichen aus der Berliner Verwaltung und einer anschließenden Reflexion gibt den Imamen viel praktisches Rüstzeug. Die Imame erfahren, wo sie z.B. in Erziehungsfragen Ansprechpartner in Bezirk und Stadtteil finden.”

Das Besondere an dieser Weiterbildung ist auch, dass Imame aus unterschiedlichen islamischen Richtungen daran teilnehmen. Voraussetzung dafür war, so Abdul Hadi C. Hoffmann, Sprecher der Muslimischen Akademie Deutschlands, dass die Weiterbildung nicht “wie so häufig über die Köpfe der Muslime hinweg, sondern in enger Absprache mit ihnen entwickelt wurde. Diese Weiterbildung setzt wirklich an den Bedürfnissen der Gemeinden an. Berlin hat rund 80 Moscheegemeinden. Wenn mehr als 25 Imame und Seelsorgerinnen an dem Programm teilnehmen, zeigt dieses, wie groß das Bedürfnis nach praktischen Informationen und Kooperation mit außerislamischen Institutionen ist.”

Für Piening und Hoffmann ist der Empfang durch den Bundestagsvizepräsidenten auch ein wichtiges Zeichen dafür, dass “die Bundesrepublik den Islam als bedeutende Religionsgemeinschaft anerkennt. Allen, die immer wieder vom ‘Kampf der Kulturen’ sprechen, wird damit unmissverständlich eine Absage erteilt.”

Rückfragen:
Elke Pohl
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