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Plakataktion: "Berlin erinnert sich" an die Zerstörung jüdischer Geschäfte am 9. November 1938

Pressemitteilung vom 03.11.2008

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Am 9. November 2008 jährt sich zum siebzigsten Mal die so genannte “Reichspogromnacht”, in der in Berlin nach Schätzungen von Historikern tausende Geschäfte und die Synagogen im Zuge des antijüdischen Terrors zerstört wurden.

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg, Ver.di und das Centrum Judaicum erinnern in einer vom Berliner Ratschlag für Demokratie, der Wall AG und dem Senat unterstützten Plakataktion an die damaligen Ereignisse. “Berlin erinnert sich” ist der Leitgedanke der Aktion, die am Montag, 3. November startet. Bereits seit 1933 setzten die Maßnahmen des nationalsozialistischen Regimes das jüdische Unternehmertum unter Druck. Der zerstörerische und mörderische Terror vom 9. November 1938 war ein vorläufiger Höhepunkt der antijüdischen Demütigung in Deutschland.

An 95 Stellen in der Stadt werden in den kommenden Wochen Plakate hängen, die zerstörte Geschäfte in der Leipziger und der Jerusalemer Straße zeigen.

Heidi Knake-Werner, Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales: “Mögen viele Menschen in den kommenden Wochen die Plakate betrachten und sie als Mahnung zur Wachsamkeit begreifen und als Aufforderung, jede Form des Antisemitismus zu ächten. Der 9. November 1938 mahnt uns, dass die Zivilgesellschaft nicht wegschauen darf und dass die Institutionen des Staates und die Bevölkerung gemeinsam für demokratische Rechte und eine demokratische Kultur werben müssen.”

Nils Busch-Petersen, Handelsverband Berlin-Brandenburg: “Der Handelsverband hat diese Aktion gemeinsam mit Ver.di und dem Centrum Judaicum entwickelt, um daran zu erinnern, dass jüdische Kaufleute und ihre Ladengeschäfte neben den Synagogen Hauptangriffsziel der Nationalsozialisten in der Reichspogromnacht waren. Die Plakataktion steht in direktem Zusammenhang mit unseren gemeinsamen Aktivitäten gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus in Betrieben und Berliner Berufsschulen.”

Susanne Stumpenhusen, Ver.di: “Im Privatleben und am Arbeitsplatz: Das Engagement für Demokratie und Menschenrechte ist eine ständige Aufgabe. Als Gewerkschaft setzen wir uns auch für eine Betriebskultur ein, die die Gleichwertigkeit der Menschen anerkennt, befördert und schützt. Der 9. November 1938 erinnert uns daran, dass Zivilcourage von jedem von uns jederzeit gefordert ist.”

Hermann Simon, Centrum Judaicum: “Die öffentliche Demütigung der Juden am 9. November 1938 war Teil der planvollen Vernichtung jüdischen Lebens in Deutschland. Die Plakataktion soll daran erinnern, dass Aspekte dieses Vernichtungsplans für jedermann sichtbar waren. Berlin erinnert sich – das bedeutet auch: Es gibt heute eine wachsame Gesellschaft in Berlin, die sensibel auf die Herausforderungen durch Antisemitismus und Rassismus reagiert. Es bleibt die Aufgabe, die Erinnerung auch für zukünftige Generationen lebendig zu halten.”

Rückfragen:
Anja Wollny
Telefon: 9028 2743
E-Mail: pressestelle@senias.berlin.de