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Organspende – Chance auf ein neues Leben

Pressemitteilung vom 10.12.2008

Mit einer heute gestarteten Initiative will die Senatsgesundheitsverwaltung die Bereitschaft der Berlinerinnen und Berliner zu einer Organspende erhöhen. Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch des Einzelnen, bei einer lebensbedrohlichen Krankheit durch ein gespendetes Organ gerettet zu werden, und der Bereitschaft, selbst einen Organspendeausweis auszufüllen.

„Fast 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung stehen dem Thema Organspende zwar positiv gegenüber, haben das aber bislang zu selten in einem Organspendeausweis dokumentiert. Das wollen wir ändern und die Zahl derer erhöhen, die ihre Bereitschaft zu einer Organspende auch in einem entsprechenden Ausweis erklären. Dazu wird die Senatsverwaltung für Gesundheit in diesem Monat insgesamt rund 1,5 Millionen Informationskarten mit angehängtem Organspendeausweis an die Berlinerinnen und Berliner verteilen.
Wir wollen mit dieser Aktion einen Anstoß geben, sich mit diesem nicht einfachen Thema auseinanderzusetzen. Die Bereitschaft zur Organspende ist letztlich eine menschliche Geste, die Leben schenkt“, so Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher.

Alle zwei Stunden wird in der Bundesrepublik Deutschland durch Organspende einem Menschen die Chance auf ein neues Leben gegeben. Das sind zwölf Menschen pro Tag, über 4.000 im Jahr 2007. Dennoch warten rund 12.000 Menschen in Deutschland auf ein gespendetes Organ.
Die im Transplantationsgesetz festgeschriebenen Regelungen sind in Deutschland sehr streng und detailliert. Ärztinnen und Ärzte dürfen ausschließlich bei einem hirntoten Menschen Organe entnehmen und auch nur dann, wenn eine ausdrückliche Erlaubnis des Verstorbenen vorliegt. Liegt diese Zustimmung nicht vor, müssen Angehörige eine Entscheidung nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen treffen. Dies ist auch ein wichtiges Argument dafür, einen Organspendeausweis auszufüllen. Denn wer zu Lebzeiten eine Entscheidung trifft, entlastet seine Angehörigen in einer möglicherweise äußerst schwierigen Situation.

Der Organspendeausweis lässt Wahlmöglichkeiten zu: Jeder kann bestimmte Regelungen festhalten. Möglich ist auch, eine Organentnahme grundsätzlich abzulehnen. Wichtig ist es, eine klare Entscheidung zu treffen, die im Organspendeausweis auch dokumentiert ist.

Rückfragen:
Dr. Marie-Luise Dittmar
Telefon: (030) 9025 2153
E-Mail: marie-luise.dittmar@senguv.berlin.de