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Vor 60 Jahren: Währungsreform, Blockade und Luftbrücke

Pressemitteilung vom 16.06.2008

Die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit teilt mit:

Am Sonntag, dem 20. Juni 1948, bildeten sich in den Westzonen des besetzten Deutschland vor den Lebensmittelkartenstellen lange Schlangen. Bei Vorlage ihrer Lebensmittel- und Kennkarte erhielten alle Inhaber gegen Ablieferung von 60 Reichsmark ihre ersten 40 neuen D-Mark. Später in Kraft tretende Regelungen sorgten für den schärfsten Währungsschnitt in der deutschen Geschichte. Die fast gleichzeitige Aufhebung der staatlichen Preisregulierung und Bewirtschaftung etablierte in den Westzonen ein marktwirtschaftliches System. In der Rückschau wird der 20. Juni 1948 gerne auch als der eigentliche Gründungsakt der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet.

Zu Vorgeschichte, Durchführung und zu den Auswirkungen der Währungsreformen in West- wie Ostdeutschland ist unter dem Titel

„X-Tage“ – Die Währungsreformen in Deutschland 1948

eine von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Thüringen betreute Broschüre erschienen. Der Autor schildert die Ausgangslage nach dem Krieg, auf die die vier Siegermächte reagieren mussten: massive Kriegszerstörungen, riesige Flüchtlingsströme, zerstörte Infrastruktur und daniederliegende Industrieproduktion. Ursprünglich war eine Währungsreform daher auch gemeinsames Anliegen aller vier Mächte. Der Ausbruch des Kalten Krieges führte dann letztlich zu separaten Währungsreformen in den Westzonen und der Ostzone.

Die Auseinandersetzung über die Währungsreform hatte in der gemeinsamen Viersektorenstadt Berlin einen scharfen Konflikt unter den Alliierten zur Folge.

Es folgte, was Historiker als erste Berlin-Krise bezeichnen. Auf die sowjetischerseits verfügte Sperrung der Zufahrtswege nach Berlin und die Einstellung der Versorgung der Westsektoren mit Strom- und Lebensmittellieferungen reagierten die Westmächte mit der Organisation der legendären Luftbrücke, mittels derer sie ihre Sektoren über Monate durch die Luftkorridore versorgten.

In der von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin herausgegebenen Broschüre

Berliner Blockade und Luftbrücke 1948/49

wird der Fokus auf Berlin und die übergreifenden Verflechtungen der dramatischen Ereignisse gerichtet. Auf 120 mit vielen Fotos, Illustrationen und Karten ausgestatteten Seiten werden die Situation in der Stadt, die Rivalitäten auf alliierter und deutscher Seite und der Weg zur politischen Teilung der Stadtverwaltung beleuchtet. Neben Berichten aus dem Alltag findet die Leserschaft eine spannende Geschichte der politischen Entwicklungen auf deutscher und alliierter Seite.

Das zeitweise höchst gefährliche Geschehen in und um Berlin gehört zur Vor- und Gründungsgeschichte beider deutscher Staaten. Unter dem Eindruck des rücksichtslosen sowjetischen Vorgehens schwanden auf westdeutscher Seite bei vielen Menschen die Bedenken gegen die Gründung eines provisorischen Teilstaates.

Beide Broschüren sind gegen die Entrichtung einer Bereitstellungspauschale von jeweils 2,- Euro in der Buchausgabe der Landeszentrale (1. Stock, Zimmer 137) erhältlich:

An der Urania 4-10, 10787 Berlin-Schöneberg (Nähe Wittenbergplatz),
Tel.: 90 16 25 52

Öffnungszeiten:
Mo. bis Mi.: 12 Uhr bis 16 Uhr
Do.: 12 bis 18 Uhr
Fr.: 10 bis 18 Uhr.

Zusendungen sind leider nicht möglich.

Informationen auch unter www.landeszentrale-berlin.de

Rückfragen zum Inhalt: Dr. Udo Wetzlaugk, Tel.: 90 16 25 56

Rückfragen:
Dr. Udo Wetzlaugk
Telefon: 9016-2556
E-Mail: Udo.Wetzlaugk@senbwf.berlin.de