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Berlin ehrt einen seiner wichtigsten Theologen und Kirchenhistoriker: Adolf von Harnack

Pressemitteilung vom 18.06.2008

Am kommenden Donnerstag, dem 19. Juni 2008 um 14.00 Uhr, wird Kulturstaatssekretär André Schmitz in der Fasanenstraße 43 (Berlin-Wilmersdorf) die Berliner Gedenktafel zu Ehren des Kirchenhistorikers Adolf von Harnack (1851-1930) feierlich enthüllen. Hier wohnte er von 1900 bis 1910.

Die Würdigungen Adolf von Harnacks werden der Präsident der Humboldt-Universität-Berlin, Prof. Dr. Christoph Markschies, sowie der Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Dr. Wolfgang Huber, vornehmen.

Adolf von Harnack gilt als der bedeutendste protestantische Theologe und Kirchenhistoriker des späten 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts in Preußen.

Er wächst als Sohn eines Theologieprofessors in Dorpat/Estland auf. Mit 18 Jahren beginnt er Theologie an der Universität Dorpat zu studieren. 1873 wechselt Harnack nach Leipzig, um an seiner Promotion und Habilitation zu arbeiten. 1875-1878 arbeitet Adolf von Harnack als ‚außerordentlicher Professor’ in Leipzig. Von 1875 bis 1910 ist er Herausgeber der ‚Theologischen Literaturzeitung’. 1888 gründet er die protestantische Kulturzeitung ‚Christliche Welt’. Nach Akademikerjahren in Gießen und Marburg erfolgt – auf Betreiben Otto von Bismarcks und gegen heftigen Widerstand konservativer Kreise – Harnacks Berufung an die Theologische Fakultät Berlin. Zwei Jahre später erfolgt seine Aufnahme in die Preußische Akademie der Wissenschaften. 1911 ist er Mitbegründer der Kaiser-Wilhem-Gesellschaft (heute: Max-Planck-Gesellschaft), der er fortan bis zu seinem Tod 1930 als ihr erster Präsident vorsteht. 1914 von Kaiser Wilhelm II. als erster Theologe in den Ritterstand erhoben, begrüßt Adolf von Harnack 1918 die Ausrufung der Republik, was ihm viele als „Verrat“ übelnehmen. 1921 emeritiert er. Ein Jahr vor seinem Tod eröffnet er 1929 das geisteswissenschaftliche Zentrum ‚Harnack-Haus’ in Berlin-Dahlem.

Die Berliner Gedenktafel für Adolf von Harnack wurde durch die GASAG finanziert. Die Realisierung dieser Gedenktafel wurde begleitet durch die Historische Kommission zu Berlin und die Senatskulturverwaltung.

Rückfragen:
Sönke Reyels
Telefon: 90 228 251
E-Mail: soenke.reyels@kultur.berlin.de