Berliner Kinderschutzgesetz auf den Weg gebracht

Pressemitteilung vom 02.12.2008

Aus der Sitzung des Senats vom 2. Dezember 2008:

Berlin stärkt den Kinderschutz. Das neue Kinderschutzgesetz schafft die Voraussetzungen dafür, dass möglichst alle Eltern das Angebot der Kinder-Früherkennungsuntersuchungen vollständig in Anspruch nehmen.
Künftig werden Eltern von dem neuen Kindervorsorgezentrum an der Charité Berlin angeschrieben, wenn sie mit ihren Kindern noch nicht die entsprechende altersgerechte Untersuchung bei einem Arzt oder einer Ärztin wahrgenommen haben. Sie werden aufgefordert, mit ihren Kindern zur Untersuchung zu gehen. Sollten die Eltern grundlos in den darauffolgenden Tagen immer noch nicht zur Untersuchung erschienen sein, wird der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des jeweiligen Bezirkes aktiv.

„Wir wollen allen Kindern einen möglichst guten Start ins Leben ermöglichen. Deshalb wollen wir durch ein Einladungssystem erreichen, dass Eltern mit ihren Kindern zu allen Früherkennungsuntersuchungen gehen. Wer trotz Erinnerung sein Kind nicht vorstellt, befindet sich möglicherweise in einer schwierigen Lebenssituation. Dadurch kann ein gesundes Heranwachsen der Kinder gefährdet sein. Diese Eltern werden dann aufgesucht. Ihnen wird Beratung und Unterstützung angeboten.
Unser neues Gesetz ist ein weiterer wichtiger Schritt für das Wohl und den Schutz der Kinder in Berlin. Es ist bundesweit das einzige, das nicht nur die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen der Stufen U4 bis U9 regelt, sondern auch die Möglichkeit einräumt, einen persönlichen Eindruck vom gesundheitlichen Zustand des Kindes und von dessen Umfeld zu gewinnen“, erklärt die Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, Katrin Lompscher.

Bisher nimmt mit zunehmendem Alter der Kinder die Teilnahmequote bei den Früherkennungsuntersuchungen ab. So wurden im Jahr 2006 insgesamt nur 84 % der Berliner Kinder bei der Untersuchung U9 einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin vorgestellt. Die U9 findet zwischen dem 60. und 64. Lebensmonat, spätestens bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres statt.

Die nunmehr beabsichtigte Steigerung der Quoten der Inanspruchnahme an den Früherkennungsuntersuchungen durch das neue Gesetz ist in ein Netzwerk enger Kooperationen und Hilfestellungen für einen wirksamen Kinderschutz eingebettet. Das Netzwerk funktioniert. Das zeigen viele Fälle, in denen das Wohl von Kindern akut gefährdet war, und bei denen dank der verbesserten Zusammenarbeit im „Netzwerk Kinderschutz“ rechtzeitig interveniert werden konnte.

Der Senat hat heute den von Senatorin Lompscher vorgelegten Entwurf eines Berliner Gesetzes zum Schutz und Wohl des Kindes zur Kenntnis genommen. Die Vorlage wird nun dem Rat der Bürgermeister zur Stellungnahme gegeben.

- – -

Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz
Telefon: 9025-2153
E-Mail: pressestelle@senguv.berlin.de