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Berlin bewirbt sich um Internationale Gartenbauausstellung 2017

Pressemitteilung vom 25.11.2008

Aus der Sitzung des Senats am 25. November 2008:

Berlin wird sich um die Ausrichtung einer Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) im Jahr 2017 auf dem Tempelhofer Feld bewerben. Dazu hat der Senat heute entsprechende Eckpunkte auf Vorlage von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer beschlossen. Die internationale Gartenbauausstellung 2017 soll ein Schlüsselprojekt für die zukünftige Entwicklung auf dem Tempelhofer Feld sein. Sie bietet die Chance für eine Stärkung der städtebaulichen Entwicklung in den unterschiedlichen Bauquartieren, bedeutet aber zugleich, den Standort Berlin grüner und attraktiver zu machen.

Die zentrale Parklandschaft auf dem Tempelhofer Feld stellt als Kaltluftentstehungsgebiet einen wesentlichen Beitrag für das Stadtklima dar und bietet attraktive Möglichkeiten für Sport, Freizeit und Erholung. Dieses Potenzial soll zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der an¬grenzenden Quartiere und in Kooperation mit den unterschiedlichen privaten und öffentlichen, sozialen, aber auch privatwirtschaftlichen Akteuren im Rahmen der IGA entwickelt werden.

Senatorin Junge-Reyer: „Mit dem Instrument der Internationalen Gartenbauausstellung wird die ohnehin erforderliche Entwicklung der Parklandschaft Tempelhofer Feld kraftvoll einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. Mit der Internationalen Gartenschau sollen beispielhaft neue, qualitätsvolle Antworten auf die Zukunftsfragen der Berliner Stadt- und Freiraumentwicklung gegeben werden, die einen nachhaltigen Effekt in der Stadt hinterlassen werden. Das Tempelhofer Feld wird sich durch eine IGA qualitätsvoll und einheitlich entwickeln können. Die Grundstücke am Rande des Feldes werden als Bauflächen aufgewertet.“

Das Konzept sieht eine Parklandschaft vor, die den Luxus der Weite, der Freiheit des offenen Himmels sowie die großen Wiesen bewahren will. Mit dem Zieljahr 2017 wird ein gliederndes Gerüst entwickelt, in das intensiv gestaltete Orte und Nutzungsinseln integriert sind und Verbindungen zu den angrenzenden Quartieren hergestellt werden.

Die IGA mit ihren Landschafts- und Blumengärten, Erlebnisbereichen und gärtnerischen Sonderschauen wird sich nördlich der Start- und Landebahnen im Bereich des alten Flughafens konzentrieren. Insgesamt werden 250 ha in die IGA einbezogen, das umzäunte Ausstellungsgelände wird rund 100 ha betragen. Für die gärtnerischen Hallenschauen soll einer der Hangars genutzt werden. Der Hauptzugang soll natürlich durch die Abfertigungshalle des Flughafengebäudes geführt werden.

Während eines 180 Tage dauernden Sommerfestes wird es ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Veranstaltungen geben, das auf dem gesamten Tempelhofer Feld mit nicht-kommerziellen Angeboten ergänzt wird.

Die neue Parklandschaft wird die eklatanten Versorgungsdefizite mit Grünflächen von Neukölln Nord, Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg beheben und in diesen Innenstadtquartieren die Lebensqualität nachhaltig verbessern. Zentrale Aufgabe ist es, die Parklandschaft an die umgebenden Quartiere anzubinden und Verbindungen zwischen ihnen herzustellen.

Die Geschichte des Flughafens Tempelhof soll bei der künftigen Nutzung erkennbar bleiben. Die Beziehung zwischen Flughafengebäude und Flugfeld wird ebenso erhalten wie die Grundstruktur des Flughafens mit Start- und Landebahnen und Rollwegen. Das Konzept für die IGA ist flexibel. Es wird sich an die fortschreitende Bauentwicklung ebenso anpassen wie an eine Nutzung, z. B. eines Luftfahrtmuseums.

Die Kosten für die Herrichtung einer 250 ha großen Parklandschaft, die unabhängig von einer IGA entsprechend den Vorgaben des Masterplans investiert werden müssen, betragen ca. 61,5 Mio. €. Diese Kosten sind im Vergleich zu anderen Parkanlagen aufgrund des hohen Anteils naturhafter und extensiv genutzter Flächen sehr niedrig. Die Kosten für die Durchführung einer Internationalen Gartenbauausstellung im Jahr 2017 belaufen sich auf rund 50,5 Mio. € . Dem gegenüber stehen voraussichtliche Einnahmen in Höhe von 37,0 Mio. €. Der Zuschussbedarf liegt demnach bei 13,5 Mio. €. Neben den direkten Einnahmen durch Werbung, Eintritt und Vermietung von Flächen kann zusätzlich mit positiven wirtschaftlichen Effekten von rund 37,2 Mio. € gerechnet werden, die sich aus einem erhöhten Touristenaufkommen, zusätzlich gene¬rierten Arbeitsplätzen durch die Vergabe von Aufträgen an externe Firmen sowie zusätzlichen Einnahmen privater Haushalte ergeben. Nach der positiven Entscheidung des Senats werden die Bewerbungsunterlagen für die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) bis Januar 2009 angefertigt. Die Bewerbungskosten werden sich auf rund 100.000 € belaufen.

Die Vorlage wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnisnahme zugeleitet.

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: pressestelle @senstadt.berlin.de