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Berliner Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters an Prof. Dr. Martin Grötschel

Pressemitteilung vom 20.11.2008

Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin teilt mit:

Der erstmalig in diesem Jahr vergebene Wissenschaftspreis des Regierenden Bürgermeisters von Berlin wird an den Mathematiker Prof. Dr. Martin Grötschel verliehen. Mit dem neu geschaffenen Preis sollen herausragende Wissenschafts- und Forschungsleistungen ausgezeichnet werden, die das Potential haben, als Innovationen aus Berlin auch wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Insbesondere sollen Forscher geehrt werden, die an Projekten arbeiten, in denen im Zusammenwirken verschiedener Disziplinen Problemlösungen erarbeitet oder Zukunftsstrategien entwickelt wurden. Der Preis ist mit 40.000 € dotiert.

Prof. Martin Grötschel, 60, ist Professor an der TU Berlin und Vizepräsident des Konrad-Zuse-Zentrums. Er wurde als erster Deutscher im letzten Jahr zum Generalsekretär der Welt-Mathematiker-Vereinigung IMU gewählt.

Der 1948 in Schwelm geborene Grötschel studierte zunächst in Bochum Mathematik und Wirtschaftswissenschaften, promovierte 1977 in Bonn in Wirtschaftswissenschaften (mit einer Dissertation zur mathematischen Optimierung) und habilitierte sich dort 1981 auf dem Gebiet der sogn. „Operations Research“, der Entwicklung und des Einsatzes von quantitativen Methoden zur Entscheidungsunterstützung von Wirtschaftsunternehmen. Ehe er 1991 an die TU nach Berlin wechselte, war er neun Jahre Professor für Angewandte Mathematik in Augsburg.

Sein Spezialgebiet ist die Optimierung durch mathematische Prozesse, also der praktische Teil einer hochkomplexen Wissenschaft: Prof. Grötschel hat u.a. Fahrpläne im öffentlichen Nahverkehr verbessert, Handynetze geplant und Hochregallager optimiert. Gemeinsam mit einigen Mathematikerkollegen begann er bereits frühzeitig, seine Vision einer Vereinigung aller mathematischen Kräfte in Berlin zu verwirklichen und die Stadt zu einem internationalen Zentrum der Mathematik zu machen. 2002 gelang ihm dies mit der Gründung des Forschungszentrums „Matheon“, das heute weltweit zu den größten Einrichtungen für angewandte Mathematik gehört und dessen Sprecher er lange Zeit war. Es hat sich zur Aufgabe gesetzt, individuelle Lösungen für die Schlüsseltechnologien unserer Zeit zu entwickeln. Hier verbindet sich das Know-how von Mathematikern aus allen Teilgebieten zu einem effektiven Forscherverbund.

Mit der Wahl von Prof. Grötschel zum Generalsekretär der Welt-Mathematiker-Vereinigung und dem Umzug des IMU-Sekretariats von Princeton nach Berlin hat der Mathematik-Standort Deutschland an internationaler Bedeutung gewonnen. All dies ist wesentlicher Verdienst von Herrn Prof. Grötschel.

Schließlich engagiert sich Prof. Grötschel für eine verbesserte Mathematikausbildung in den Schulen. Er setzt sich dafür ein, dass moderne Fragestellungen in den heutigen Schulunterricht einbezogen werden. Nur so, ist er überzeugt, werden die Schulen dem enormen Stellenwert der Mathematik ausreichend gerecht, den sie in der modernen Gesellschaft hat.

Der Preis wird vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit im Rahmen eines Festakts am 10. Dezember 2008 um 14.00 Uhr im Berliner Rathaus verliehen.

Prof. Dr. Grötschel steht für ein Informationsgespräch zur Verfügung. Kontakt: Rudolf Kellermann, Matheon Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 31 42 92 74, sowie Dr. Kristina R. Zerges, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit TU Berlin, Tel. 31 42 39 22.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Martin Grötschel: [[http://www.zib.de/groetschel/|http://www.zib.de/groetschel/]]

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