Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Auftakt zur „Initiative für Fachkräfteentwicklung“ im Luftfahrtbereich – Gemeinsame Anstrengungen der Länder Berlin und Brandenburg

Pressemitteilung vom 23.02.2007

Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen teilt mit:

Berlin und Brandenburg messen der Fachkräftesicherung in der Luftfahrtbranche große Bedeutung bei. Die Arbeits- und die Wirtschaftsressorts beider Länder haben deshalb am Freitag eine „Initiative für Fachkräfteentwicklung in Luftverkehr und Luftfahrtindustrie in Berlin-Brandenburg“ gestartet. Darin werden alle für die weitere Entwicklung dieses Sektors relevanten Akteure einbezogen. Ziel ist, den Bedarf an Arbeitskräften zu ermitteln, mögliche Engpässe zu identifizieren und Konzepte für die Bedarfsdeckung zu erarbeiten.

An der Auftaktveranstaltung für die Initiative nahmen über 120 Vertreter von Ministerien, Landesgesellschaften, Unternehmen, Kommunen, Fachverbänden, Wirtschaftsfördergesellschaften, Arbeitsagenturen, Kammern, Gewerkschaften und Bildungsträgern teil. Hintergrund ist die Tatsache, dass ein ausreichendes Fachkräftepotenzial eine wichtige Voraussetzung für das weitere Wachstum des Luftfahrtsektors darstellt. Dies betrifft sowohl Hochqualifizierte als auch technische Fachkräfte und nicht zuletzt Mitarbeiter für einfachere Dienstleistungstätigkeiten.

Brandenburgs Arbeitsstaatssekretär Winfrid Alber verwies darauf, dass die Branche derzeit rund 15.000 Arbeitsplätze im Luftverkehr und weitere 3.000 zumeist hoch qualifizierte Arbeitsplätze in der Luftfahrtindustrie biete. Schon jetzt herrsche in der Hauptstadtregion in den Luftfahrtberufen nahezu Vollbeschäftigung; es gebe nur sehr wenige Arbeitslose, die zum Beispiel einen Abschluss als Flugzeugmechaniker oder in einem Luftverkehrsberuf haben. Investitionen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Luftfahrtbereich dürften aber nicht an fehlenden Fachkräften scheitern. Vor dem Hintergrund des prognostizierten Wachstums – allein durch den Single-Airport BBI werde mit mehreren zehntausend neuen Arbeitsplätzen gerechnet – müssten folglich neue Arbeitsplätze mit Personen aus anderen Berufen besetzt werden. Dies mache deutlich, wie wichtig die Qualifizierung von Arbeitskräften in diesem Bereich sei. Ziel aller Bemühungen müsse sein, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Hauptstadtregion von den Beschäftigungspotenzialen der Branche profitieren werden.

Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf betonte: „Die Luftverkehrswirtschaft und die Luftverkehrsindustrie markieren einen wichtigen Standortfaktor für die Region. Sie fördern innovative Technologien, schaffen Verbindungen zu internationalen Märkten und sind Voraussetzung für eine expandierende Tourismuswirtschaft. Die hier entstehenden Arbeitsplätze initiieren Beschäftigungseffekte in vielen anderen Branchen. Der im Ergebnis der heutigen Konferenz zu bildende Kompetenzkreis mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung wird nicht nur den aktuellen Bedarf zu analysieren haben. Vor allem wird es seine Aufgabe sein, den Fachkräfte- und Qualifikationsbedarf dieser Branche für einen weit in die Zukunft reichenden Zeitraum zu identifizieren, damit die notwendigen Maßnahmenrechtzeitig eingeleitet werden können.“

„Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ist auf dem Weg, der dritte Standort der Luftfahrttechnologie in Deutschland zu werden – mit besonderen Stärken im Bereich der Triebwerkstechnik. Zusammen mit dem Flughafen BBI bedeutet das Job-Chancen für Tausende von Menschen in der Region. Um diesen Fachkräftebedarf aus der Region decken zu können, bedarf es der konzertierten Anstrengung von Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Arbeitsvermittlung. Der Kompetenzkreis, der die heute begründete Initiative fortsetzen soll, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung“, hob Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns hervor. „Die bestehenden Kooperationen kleiner und mittlerer Unternehmen sowie der großen Branchen-Player mit den Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in den Ländern Berlin und Brandenburg bilden eine gute Grundlage, um engagierten Nachwuchs an die verantwortungsvollen Aufgaben in Luftfahrtindustrie und Luftverkehr heranzuführen. Die Studiengänge, die an der Technischen Fachhochschule Wildau und an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus eingerichtet wurden, belegen das“, so Junghanns weitert.

Berlins Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner unterstrich: „Die Entstehung des neuen Großflughafens birgt viele neue Möglichkeiten auch für die berufliche Bildung. Es werden sich viele Betriebe etablieren und in neuen Dienstleistungsfeldern des Luftverkehrs für die gesamte Wirtschaftsregion dauerhaft interessante Beschäftigungsperspektiven eröffnen. Damit werden auch neue Ausbildungsangebote entstehen. Unser Ziel ist es, die hier entstehenden Ausbildungspotentiale so schnell wie möglich nutzbar zu machen und so auch die Chancen für die berufliche Integration der Berliner und Brandenburger Jugendlichen zu verbessern – im Interesse der Jugendlichen selbst und auch im Interesse der Unternehmen und der Gesamtregion.“

Zum Hintergrund: Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg ist ein national und auch international bedeutender Luftfahrtstandort. In der Region sind derzeit rund 70 Unternehmen der Luftfahrtindustrie mit 3.000 Mitarbeitern tätig. Hinzu kommen die Beschäftigten des Luftverkehrs an den Flughäfen. Insgesamt bietet die Branche in der Hauptstadtregion über 18.000 Arbeitsplätze. Luftfahrtindustrie und Luftverkehr stellen zudem in beiden Ländern ein wichtiges Zukunftspotenzial für mehr Wirtschaftswachstum und zusätzliche Beschäftigung dar. Allein der Single-Airport BBI wird als größtes Infrastrukturprojekt Ostdeutschlands der Entwicklung weiteren Schub verleihen und nach Schätzungen mehrere zehntausend zusätzliche Arbeitsplätze bringen.

Rückfragen:
Petra Schwarz
Telefon: 9013-7418
E-Mail: pressestelle@senwtf.verwalt-berlin.de