Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Deutsch-Arabische Kiezinitiative erhält den Integrationspreis 2007 für ihre Arbeit mit jungen Männern

Pressemitteilung vom 05.09.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Für ihre erfolgreiche Arbeit mit jungen arabischstämmigen Männern erhält die in Neukölln arbeitende Deutsch-Arabische unabhängige Gemeinde e.V. den Integrationspreis 2007 des Landesbeirats für Migrations- und Integrationsfragen. Zwei zweite Preise gehen an das Marathonprojekt des Vereins “Nauener Neu!“ sowie an das Projekt “Wir im Brunnenviertel”.

Der Integrationspreis wird jährlich vom Landesbeirat für Integrations- und Migrations¬fragen ausgelobt. 2007 waren Initiativen und Projekte gesucht, die sich erfolgreich an junge Männer mit Migrationshintergrund richten. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 5.000 ¤ stellt der Beauftragte des Senats für Integration und Migration Günter Piening zur Verfügung.

Anlässlich der Preisverleihung unterstreicht die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner: “Die öffentliche Wahrnehmung von jungen Migranten ist sehr unterschiedlich geprägt. Auf der einen Seite gibt es eine Fülle von jungen Männern und Jungs migrantischer Herkunft, die erfolgreich und die für andere Vorbilder sind. Auf der anderen Seite gibt es die sich häufenden Berichte über brutale Gewalt unter Jugendlichen und in einigen Kiezen, in denen sich einzelne Gangs als “Kings” gebärden, über Perspektivlosigkeit ganzer Migrantengenerationen und Bildungsversagen. Tatsächlich ist die Arbeitslosigkeit unter Migranten in Berlin immer noch groß, auch wenn wir auf dem Weg der Besserung sind. In der Tat ist die Zahl der Schulabbrecher höher als bei Nicht-Migranten und die Chance, aus sozial benachteiligten Familien zu entrinnen, geringer. Gewaltbereite Jugendliche sind Teil der Realität, aber ich möchte auch betonen: Sie sind die Minderheit, obwohl sie als Mehrheitsphänomen wahrgenommen werden.

Wie auch für Jugendliche, die aufgrund ihrer hohen Gewaltbereitschaft vielfach schon abgeschrieben worden sind, neue Perspektiven erschlossen werden können, zeigt das prämierte Projekt “Gewaltprävention im Kiez” der Deutsch-Arabischen unabhängigen Gemeinde e.V. Die aus der arabischen Community entstandene Initiative begann erst vor einem Jahr ihre Arbeit mit jungen Männern, von denen einige Mitglieder der Jugendgang “Lippe 44” waren. In kurzer Zeit wurde ein Netzwerk zwischen Projekt, Schule, Polizei, bezirklichen Beauftragten, Jugendamt und Quartiersmanagement hergestellt. Mit hohem ehrenamtlichen Engagement werden die teilweise vorbestraften jungen Männer durch den Alltag begleitet und deren Eltern in die Arbeit miteinbezogen.”

Rückfragen:
Karin Rietz
Telefon: pressestelle
E-Mail: karin.rietz@senias.verwalt-berlin.de