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Berlins Arbeitssenatorin Knake-Werner: "Ein europäischer Arbeitsmarkt ist ohne einen europäischen Berufsbildungsraum nicht zu vollenden.“

Pressemitteilung vom 23.05.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Der europäische Arbeitmarkt erfordert in Zukunft auch einen europäischen Berufsbildungsraum. Deshalb stehen Transparenz, Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit von Qualifikationen in und zwischen den EU-Mitgliedsländern auf der Tagesordnung. In den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union werden hierfür auf der Grundlage eines Europäischen Qualifikationsrahmens entsprechende Nationale Qualifikationsrahmen entwickelt.

Auf dem zweiten Tag der Internationale Fachtagung „Europäischer Qualifikationsrahmen – Nationaler Qualifikationsrahmen – Europäische Berufe“ sprach sich die Berliner Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner dafür aus, diese Initiative für eine bessere, europäisch orientierte Berufsbildung in Deutschland zu nutzen. Es komme darauf an, dass die europäischen Länder voneinander lernen und die jeweiligen Vorzüge der unterschiedlichen Systeme für sich nutzen, erklärte sie auf dem internationalen Forum von rund 120 Teilnehmern aus verschiedenen europäischen Ländern.

Für Deutschland heißt das nach Auffassung der Berliner Arbeitssenatorin auch, neue Qualifizierungschancen für entwicklungsgefährdete Jugendliche zu eröffnen. Sie stellt damit die notwendige Wettbewerbsfähigkeit europäischer Länder gleichrangig mit einer Verbesserung der sozialen Lage von Berufstätigen. Die große Mehrheit arbeitsloser Jugendlicher – viele von ihnen sind Migrantinnen und Migranten – habe keine abgeschlossene Berufsausbildung. Für diese Jugendlichen erweise sich die Berufsbildung in Deutschland als ein System des Alles oder Nichts: entweder eine abgeschlossene zwei- bis dreieinhalbjährige Berufsausbildung – oder ungelernt.

Vielen dieser Jugendlichen gelänge aber eine Berufsausbildung nur in Teilschritten, die mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen kombiniert werden können. Hierfür müssen Module aus anerkannten Ausbildungsberufen aufeinander aufbauen. Aus Warteschleifen der berufsvorbereitenden Maßnahmen müssen Bildungsketten werden. In Berlin gäbe es dafür höchst innovative Ansätze, die bisher aber noch an die Grenzen restriktiver bundespolitischer Gesetze stoßen.

Berufsausbildung, so die Senatorin, ist damit auch präventive Armutsbekämpfung und ein Beitrag für mehr Chancengleichheit. So könne die Europäisierung der Berufsbildungspolitik mit einem besseren Qualifikationsniveau erhebliche Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Kontinent auslösen und damit wesentlich zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beitragen. Ohne einen europäischen Berufsbildungsraum sei ein europäischer Arbeitsmarkt nicht zu vollenden.

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Karin Rietz
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