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Arbeitssenatorin Knake-Werner: "Gegen Armut trotz Arbeit hilft nur gesetzlicher Mindestlohn!"

Pressemitteilung vom 10.05.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

In Berlin waren im Jahr 2006 über 80.000 sozialversicherungspflichtig oder geringfügig entlohnte Beschäftige auf ergänzende Leistungen vom JobCenter angewiesen, weil ihr Arbeitseinkommen zum Leben nicht ausreichte.
Das in der Senatsverwaltung für Arbeit geführte Gemeinsame Tarifregister Berlin und Brandenburg zeigt für Berlin 49 Branchen, in denen in unterschiedlichem Maße und in unterschiedlicher Höhe tarifliche Grundlöhne von unter 7 Euro brutto pro Stunde vereinbart sind. Dieser “Niedriglohnspiegel” (unter 1.400 �/Monat) steht als Download unter [[http://www.berlin.de/sen/arbeit/service/tarifregister.html |http://www.berlin.de/sen/arbeit/service/tarifregister.html]] zur Einsicht zur Verfügung.

Tarifliche Löhne von unter 7 Euro brutto pro Stunde sind danach zumeist für ungelernte bzw. leichte Tätigkeiten ohne besondere Qualifikationserfordernisse sowie für jugendliche Beschäftigte vorgesehen. Besondere Relevanz haben solche Niedriglöhne im Bewachungsgewerbe (ab 5,14 �/h), in Floristikfachbetrieben (ab 5,81 �/h) sowie im Friseurhandwerk (4,22 � 6,24 �/h). Für die Zeitarbeitsbranche gelten in Berlin seit Anfang 2007 für ungelernte Arbeitskräfte je nach maßgeblichem Tarifvertrag und Einsatzort (West/Ost) in der untersten Lohngruppe Stundenlöhne von 5,77 � 7,20 Euro brutto.

Berlins Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Dr. Heidi Knake-Werner erneuert angesichts dieser Zahlen ihre Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland: “Von Arbeit muss man leben können! Was in fast allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union seit Jahren praktiziert wird, sollte hierzulande nicht länger als ‘Arbeitsplatzkiller’ diffamiert werden. Die Folgen von Hungerlöhnen und Armut trägt schließlich die ganze Gesellschaft. Im günstigsten Fall nur als Ergänzungsleistung via JobCenter.”

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 9028-2743
E-Mail: pressestelle@senias.verwalt-berlin.de