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Gemeinsame Anstrengungen von Senat und Hauptpersonalrat zur Verbesserung der Vermittlungs- und Beratungssoftware VerBIS für die zwölf Berliner JobCenter haben sich gelohnt!

Pressemitteilung vom 03.04.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Erkenntnisse aus Berliner Software-Gutachten werden von der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt

Um die tägliche Arbeit in den JobCentern kundenorientierter zu erledigen, Beratung und Vermittlung einzelfallbezogener zu verbessern und den Belangen der Beschäftigten hinsichtlich ihrer Arbeitsbedingungen und ihrem Recht auf informelle Selbstbestimmung Rechnung tragen zu können, hatten die für Arbeit zuständige Senatsverwaltung und der Hauptpersonalrat des Landes Berlin im Juni letzten Jahres vereinbart, eine software-ergonomische Betrachtung der neuen Vermittlungs- und Beratungssoftware VerBIS beim Echteinsatz durch die DGB-Technologieberatungsstelle Berlin e.V. (TBS) vorzunehmen.

Das nun vorliegende Gutachten der TBS enthält konstruktive Hinweise zur Behebung software-ergonomischer Mängel und wurde der Bundesagentur für Arbeit übermittelt, mit der Bitte, die Kritikpunkte aufzugreifen und zu beheben. Hierzu gehörten u. a. folgende Punkte:

• Anpassung des Designs / der Farbgestaltung
• Druckfunktionen für alle Fenster
• Sortierfunktionen für Listen
• Gesamtübersicht aller Vermittlungsvorschläge einer Bewerberin /eines Bewerbers
• Kennzeichnung von Vermittlungsvorschlägen in Ergebnislisten
• Suchlauf nach Kundenstatus “nicht gesetzt”

Hierzu stellt die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit in ihrer Stellungnahme zum o. g. Gutachten fest: “Einige dieser Verbesserungsvorschläge waren bereits vor dem Zugang des Gutachtens bekannt und sind schon für eine Realisierung in VerBIS vorgesehen. Trotz des insgesamt positiven Gesamtbildes zeigt das Gutachten Verbesserungspotentiale auf und gibt Hinweise, wie eine bessere Unterstützung der Arbeitsabläufe in den ARGEn realisiert werden kann. Diese Hinweise werden nach sorgfältiger Prüfung und Priorisierung in der Weiterentwicklung von VerBIS berücksichtigt.”

Hauptkritikpunkt: fehlende Schnittstelle zu “A2LL” ist noch nicht beseitigt.

Bei den Gesprächen in den JobCentern hatte der Gutachter der TBS immer wieder die Kritik an der mangelnden Schnittstelle zur Software für die Leistungsgewährung “A2LL” gehört. Der Gutachter stellt fest: “Die fehlende Schnittstelle zu A2LL bringt verschiedene Usability-Probleme mit sich. Sie betreffen den Arbeitsaufwand wie die Qualität der Daten. Insgesamt sind hierin ein gravierender ergonomischer Mangel und eine gravierende Minderung der Gebrauchstauglichkeit des gesamten Softwaresystems zu sehen.”

Hierzu stellt die Bundesagentur für Arbeit fest: “Der Hauptkritikpunkt der fehlenden Anbindung von A2LL bleibt jedoch auch mit den weiteren Versionen von VerBIS bestehen, da eine Schnittstelle zu diesem Fachverfahren auf absehbare Zeit nicht realisierbar ist. Die Gründe liegen hier beim Verfahren A2LL, dessen Projektplanungen auf Grund von Änderungen in der Gesetzgebung und im Interesse einer weiteren Stabilisierung des Gesamtssystems kurzfristig keinen Spielraum für eine Schnittstelle zu VerBIS lassen. Eine Schnittstelle wird hier allerdings angestrebt.”

Uwe Januszewski, Vorsitzender des Hauptpersonalrats: “Das Gutachten der Technologieberatungsstelle hat aufgezeigt, dass die software-unterstützten Arbeitsabläufe in den JobCentern verbesserungsbedürftig sind. Wir haben den Hauptpersonalrat der Bundesagentur für Arbeit und die Gewerkschaften über das Gutachten informiert und werden über das Netzwerk der kommunalen Personalräte auf ständige Verbesserungen drängen und die Umsetzung überwachen. Wir erwarten von der Bundesagentur für Arbeit jedoch auch, dass endlich die Software A2LL den tatsächlichen Arbeitsanforderungen angepasst wird, um so Doppelarbeiten, Fehler und nicht zuletzt auch zusätzliche Belastungen für die Beschäftigten zu vermeiden. Dies würde zwangsläufig zu mehr Zufriedenheit bei den zu betreuenden Bürgerinnen und Bürger führen.

Die Staatssekretärin für Arbeit, Kerstin Liebich, erklärt: “Mit VerBIS verfügen die Berliner JobCenter seit Juni letzten Jahres über eine IT-Software für eine gezieltere und wirksamere Vermittlung und Unterstützung von Alg II-Empfängerinnen und -Empfängern. Dass die Erkenntnisse aus dem Berliner Gutachten – zumindest in Teilen – von der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt wurden und somit zur Verbesserung von VerBIS beitragen konnten, ist ein Erfolg. Im Ergebnis zeigt sich, dass sich unsere gemeinsamen Anstrengungen gelohnt haben. Es freut mich, dass wir uns zudem darauf verständigen konnten, in den uns zugänglichen Gremien auf die Umsetzung der Vorschläge aus dem Gutachten hinzuwirken und uns auch weiterhin gemeinsam für eine Verbesserung der Arbeitsabläufe einzusetzen.”

Hinweis:
Weitere Informationen zum “Usability-Gutachten zur Sachbearbeitung auf der Basis von VerBIS in den Bereichen Vermittlung und Fallmanagement nach SGB II im Nutzungskontext Berliner JobCenter” der DGB Technologieberatung Berlin e.V. erhalten Sie beim Hauptpersonalrat des Landes Berlin, Tel. (030) 9027-2192 oder bei der
Senatsverwaltung Integration, Arbeit und Soziales, Tel. (030) 9013-8603.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 9028 2743
E-Mail: pressestelle@senias.verwalt-berlin.de