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Jugendliche Flüchtlinge beginnen Ausbildung – erste Erfolge der Bleiberechtsregelung

Pressemitteilung vom 30.03.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Die Umsetzung der Bleiberechtsregelung in Berlin zeigt erste Erfolge. Am Montag beginnen acht ehemals geduldete Flüchtlinge eine Ausbildung im Krankenhausunternehmen Vivantes. Vier von ihnen haben von der Bleiberechtsregelung der Innenminister profitiert. Sie erhalten nun eine befristete Aufenthaltserlaubnis und können die mehrjährige Ausbildung bei Vivantes absolvieren. Die anderen vier hatten aufgrund vorheriger Regelungen bereits eine Aufenthaltserlaubnis erhalten.

Die Auszubildenden – sechs Männer und zwei Frauen – wurden im Behandlungszentrum für Folteropfer sechs Monate lang auf die Ausbildung vorbereitet. In spezifisch auf die Zielgruppe ausgerichteten Vorbereitungsmodulen wurden den zukünftigen Azubis erste Praxiserfahrungen durch Betriebspraktika und fachsprachliche Kenntnisse vermittelt. “Die Kooperation zwischen Vivantes und dem Behandlungszentrum für Folteropfer ist vorbildlich für die gesamt Stadt. Hier zeigt sich, dass erfolgreiche Integrationspolitik kluge Konzepte und persönliches Engagement braucht. Besonders freut mich, dass die acht jungen Frauen und Männer den bis vor kurzem geltenden restriktiven rechtlichen Rahmenbedingungen des Aufenthaltsrechts getrotzt und an ihre Zukunft geglaubt haben. Ihr Ehrgeiz und Wille wurde belohnt. Sie haben endlich eine berufliche Perspektive in ihrer Stadt!” so Integrationssenatorin Dr. Heidi Knake-Werner.

Am vergangenen Freitag wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Vorberei¬tungskurses mit einem Zertifikat vom Behandlungszentrum für Folteropfer verabschiedet. Acht der Absolventen haben den Sprung in die Krankenpflegeausbildung bei dem Krankenhausunternehmen Vivantes geschafft. Die Kooperation zwischen dem Behandlungszentrum für Folteropfer und Vivantes erfolgt unter dem Dach der Equal -Entwicklungspartnerschaft bridge, die vom Beauftragten für Integration des Berliner Senats und der Firma Kombi Consult koordiniert wird. Ziel der Entwicklungspartnerschaft ist, geduldete Flüchtlinge und Asylbewerber/innen auf einen Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Die Angebote umfassen berufs- und ausbildungsvorbereitende Maßnahmen im kaufmännischen, handwerklichen, gastronomischen, gewerblich-technischen Bereich sowie im Gesundheits- und Pflegesektor.

Bereits vor einem halben Jahr hatten vier junge ehemals geduldete Frauen im Rahmen derselben Kooperation einen Ausbildungsplatz bei Vivantes erhalten.

Hintergrund bridge:

Die erfolgreiche Berliner ESF-geförderte Entwicklungspartnerschaft bridge qualifiziert junge Flüchtlinge, die teilweise unter die Bleiberechtsregelung fallen, in Ausbildungsmodulen für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. In einigen Modulen sind berufsvorbereitende bzw. ausbildungsvorbereitende Praktika integriert. Das Praktikum hat das Ziel, den Teilnehmern wichtige Einblicke in den Arbeitsalltag zu gewähren, soll aber auch den Unternehmen die Möglichkeit geben, potentielle Mitarbeiter mit Migrationshintergrund kennen zu lernen. Die Entwicklungspartnerschaft bridge läuft seit Juni 2005 und wird in Berlin federführend vom Integrationsbeauftragtem mitgesteuert. Zielgruppe sind ausschließlich Personen mit Aufenthaltsgestattung, Duldung oder Grenzübertrittsbescheinigung. Die Teilnahme ist kostenlos. Vor allem aufgrund der aktuellen Bleiberechtsregelung der letzten Innenministerkonferenz und hinsichtlich einer zukünftigen gesetzlichen Bleiberechtsregelung gewinnt bridge an Gewichtigkeit, denn es gilt in erster Linien den Geduldeten durch die Vermittlung in den Arbeitsmarkt eine Bleibeperspektive zu ermöglichen.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 90282743
E-Mail: pressestelle@senias.verwalt-berlin.de