Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Aktionsprogramm „Vielfalt fördern – Zusammenhalt stärken“ mit erfolgreicher Bilanz und neuen Anstößen

Pressemitteilung vom 01.03.2007

Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales teilt mit:

Nur 9 Monate lief das Aktionsprogramm – und doch äußerst erfolgreich. Heute wurden im zuständigen Parlamentsausschuss die Ergebnisse des Aktionsprogramms „Vielfalt fördern – Zusammenhalt stärken“ erörtert.

Im vergangenen Jahr war dieses Programm mit Mitteln des Integrationskonzepts für Berlin durchgeführt worden. Zur Bilanz erklärt Integrationssenatorin Dr. Heidi Knake-Werner: „Alle Projekte aus diesem Aktionsprogramm boten eine Plattform für Begegnungen und den Austausch von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Ziel war es, Brücken zu schlagen zwischen den Communities und der Aufnahmegesellschaft. Das ist in diesem Programm in besonderer Weise gelungen. Aus vielen der teilnehmenden Projekte sind weitere Teil- oder sogenannte Mini-Projekte entstanden, Ideen für neue Projekte wurden entwickelt. Viele Beteiligte wollen sich auch weiterhin in die Projektarbeit einbringen. Mit dem Aktionsprogramm sind wir bei der interkulturellen Öffnung unserer Stadträume einen wichtigen Schritt weitergekommen und haben insgesamt unserer aktivierenden Integrationspolitik wichtige neue Anstöße gegeben.“

167 Projekte hatten sich für die Teilnahme am Programm beworben, aus denen eine Jury 17 auswählte. Sechs Projekte hatten dabei ihren Blick insbesondere auf die Aktivierung in der Nachbarschaft und im Stadtteil gerichtet, andere waren aktiv in der Elternarbeit oder in der Arbeit mit Jugendlichen. Mit Unterstützung der Baufachfrauen wurde beispielsweise ein Gemeinschaftshaus errichtet, in einem anderen Projekt ein Spielfeld für Beachvolleyball gebaut. In weiteren Projekten wurden Gesundheitskurse durchgeführt, Dialoge mit der Polizei, den Krankenkassen, Vertreterinnen und Vertretern von Religionen oder auch mit der Wissenschaft organisiert. Auf diese Weise konnten auch viele Multiplikatoren geschult werden.

Im Handlungsfeld „Stärkung der Erziehungskompetenz und Aktivierung der Eltern“ waren sieben Projekte aktiv. Eltern und Familien mit unterschiedlicher kultureller und religiöser Prägung sollten gestärkt, Schülerinnen und Schüler für Bildung und Alltag fit gemacht werden. Die Angebote umfassten Workshops in Schulklassen zu Gewalt und Konflikten, Elterncafés an Schulen oder in Treffpunkten. In enger Kooperation mit Kindertagesstätten wurde das sogenannte „Rucksackprojekt“ gestartet, bei dem Eltern mit den aktuellen Lerninhalten der Kinder vertraut gemacht wurden. Weitere Angebote waren unter anderem Elternkurse „Starke Eltern – starke Kinder“ nach dem Konzept des Deutschen Kinderschutzbundes, die „Schreibaby-Ambulanz“ mit jungen türkischen und arabischen Eltern oder auch Hausaufgabenhilfen.

Vier Projekte gab es zur „Aktivierung von Jugendlichen“. Bei den „Kiezdetektiven“ erkundeten Kinder und Jugendliche ihren Stadtteil, ermittelten Probleme und Defizite, aber auch Positives und präsentierten ihre Ergebnisse in einer Ausstellung. Ein weiteres Projekt bot Konfliktvermittlung an Oberschulen an, ein Jugendprojekt verschiedene Lern- und Aktionsangebote. Das Projekt „Lebenswege“ im Museum für Kommunikation schließlich ermöglichte es 160 Jugendlichen, selbst eine multimediale Ausstellung zu konzipieren. In allen Projekten wurden bewährte Mitwirkungsformen erweitert und neue Formen der Aktivierung und Beteiligung erprobt. Bei einigen Jugendlichen dienten die Projekte sogar als Sprungbrett. So übernahmen beispielsweise im Projekt Lebenswege Jugendliche im Museum selbst die Ausstellungsführung – 12 von ihnen wurden schließlich zu Ausstellungsführern ausgebildet.

Die enge Zusammenarbeit von Stadtteilinstitutionen und Migrantenorganisationen während der Projektarbeit funktionierte in sogenannten Tandems. Dies wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als besonders positiv bewertet. Die Tandemlösungen ermöglichten u.a. neue Kontakte zu Migrantinnen und Migranten, erschlossen neue Räume für interkulturelle Begegnungen und schufen gemeinsame Verantwortlichkeiten.

Von Beginn an wurde das Aktionsprogramm umfassend evaluiert. Die Evaluierung fungierte sozusagen auch als Zukunftswerkstatt, da der permanente Austausch von Meinungen und Erfahrungen dazu beitrug, Konzepte für zukünftige Projekte zu erproben und weiterzuentwickeln. So konnten wichtige Hinweise für die Weiterentwicklung der Förderpolitik in Richtung eines strategischen Konzeptes mit klar formulierten Anforderungen und Zielen gegeben werden.

Rückfragen:
Roswitha Steinbrenner
Telefon: 90282743
E-Mail: pressestelle@senias.verwalt-berlin.de