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Innensenator Dr. Ehrhart Körting legt den Bericht zur Kriminalität in Berlin 2006 vor

Pressemitteilung vom 19.03.2007

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport teilt mit:

Innensenator Dr. Ehrhart Körting hat heute den Bericht des Polizeipräsidenten über die Kriminalität in Berlin für das Jahr 2006 vorgelegt.

Erfreulich ist der weiterhin rückläufige Trend der erfassten Straftaten um 2,4 % auf insgesamt 496.797 Straftaten. Es handelt sich damit um die niedrigste Fallzahl seit der Wiedervereinigung 1990.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Jahres 2006 ist insbesondere gekennzeichnet durch

o einen Rückgang der

- Diebstähle um 8,3%
- Rauschgiftdelikte um 14,5%
- Urkundenfälschungen um 20,8% und der
- Geld- und Wertzeichenfälschung um 51,2%

o andererseits um eine Zunahme der Rohheitsdelikte um 4,0%

o eine Zunahme der der Misshandlung von Kindern um 19,3%

o einer Zunahme des Warenkreditbetruges um 15,1%.

Die Gesamtaufklärungsquote konnte auf 50,2% gesteigert werden und liegt mit 249.338 aufgeklärten Fällen auf hohem Niveau.

Im Jahr 2006 sind 135.536 Tatverdächtige ermittelt worden. Das sind 46 Tatverdächtige mehr als im Vorjahr.
Es wurden 41.840 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt, 0,1 % mehr als 2005. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger beläuft sich somit auf 30,9 % aller ermittelten Tatverdächtigen.
Der Anteil der tatverdächtigen Kinder nahm um 0,2% auf 4,1% am Anteil aller Tatverdächtigen leicht zu. Der Anteil der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert geblieben.

Von allen 33.125 Tatverdächtigen unter 21 Jahren des Jahres 2006 waren 24.446 oder 73,8% männlich, 8.679 oder 26,2% weiblich. – 2005 hatte der Anteil weiblicher Tatverdächtiger unter 21 Jahren 25,6% betragen. Gegenüber 24.389 männlichen und 8.375 weiblichen Tatverdächtigen dieser Altersgruppe im Vorjahr nahm die Zahl männlicher Tatverdächtiger um 57 oder 0,2% und die Zahl weiblicher Tatverdächtiger um 304 oder 3,6% zu.
Von den Tatverdächtigen unter 21 Jahren waren 23.564 oder 71,1% Deutsche, 9.561 oder 28,9% Nichtdeutsche. – 2005 hatte der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger unter 21 Jahren bei 29,3% gelegen. Gegenüber 23.166 deutschen und 9.598 nichtdeutschen Tatverdächtigen dieser Altersgruppe im Vorjahr nahm die Zahl deutscher Tatverdächtiger um 398 oder 1,7% zu und die Zahl nichtdeutscher um 37 oder 0,4% ab.

Als neues Sonderthema wurde der Punkt „Tatmittel Internet“ aufgenommen. Insgesamt wurden im Jahr 2006 in der PKS 10.278 Straftaten mit Tatmittel Internet registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 12,3% ggü. dem Vorjahr. 89,5% der Taten sind dem Bereich der Vermögenskriminalität zuzurechnen, darunter 6.006 Fälle des Waren- und Warenkreditbetruges. Insgesamt wurde hierzu ein Schaden von 5.337.772€ registriert.

Für den Bereich der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) wurden in 2006 insgesamt 3.673 Fälle registriert. Das entspricht einem Anstieg um 23%.
Während das Fallaufkommen im Bereich der Gewaltdelikte der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) in den letzten vier Jahren nahezu gleich geblieben ist, ist bei den Propaganda- und sonstigen Delikten von Jahr zu Jahr ein Fallzahlenanstieg zu erkennen. Ursächlich hierfür ist insbesondere der Fallzahlenanstieg bei den Propagandadelikten und sonstigen Delikten im Phänomenbereich PMK – rechts.

Innensenator Dr. Ehrhart Körting:

„Der rückläufige Trend bei den Fallzahlen hat sich auch im Jahr 2006 erfreulicher Weise fortgesetzt. Berlin ist sicherer geworden. Damit verkenne ich nicht, dass in Teilbereichen die Anstrengungen noch verstärkt werden müssen.
Die Zunahmen der Fallzahlen im Bereich der Kindesmisshandlung zeigen, dass die Präventions- und Aufklärungsbemühungen zu einer Sensibilisierung in der Bevölkerung führen und folglich zu einer Erhöhung der Anzeigebereitschaft und Erhellung des Dunkelfeldes.

Der weiterhin vorhandene Anstieg der politisch motivierten Kriminalität – vor allem durch Rechtsextremisten – zeigt, welche Arbeit noch vor uns liegt.

Ebenso zeigt der Anstieg der Rohheitsdelikte, dass präventiv die Bemühungen zur Eindämmung von Gewalt fortgesetzt und verstärkt werden müssen.
Ich hoffe hier auch, dass der Trend der Rechtsprechung sich fortsetzt, bei Körperverletzungen, Raub, Sexualdelikten die Belange der Opfer durch eine härtere Bestrafung zu berücksichtigen. Falsche Milde schafft neue Taten.

Die Aufklärungsquote konnte wieder verbessert werden. Auch insoweit danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Polizei für die geleistete Arbeit!“

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Nicola Rothermel
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