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Landeskommission Berlin gegen Gewalt - Teil 1 der Studie zu Intensivtätern erschienen

Pressemitteilung vom 23.02.2007

Die Senatsverwaltung für Inneres und Sport teilt mit:

Mit der Nummer 26 des Berliner Forums Gewaltprävention präsentiert die Landeskommission Berlin gegen Gewalt die Ergebnisse einer Auswertung von Akten von so genannten Intensivtätern. Unter der Leitung von Prof. Dr. Claudius Ohder hat die Landeskommission Berlin gegen Gewalt mit der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege 264 von 331 am 1. Juni 2005 bei der Staatsanwaltschaft Berlin vorliegende Akten von Intensivtätern ausgewertet. Mit der Aktenanalyse ist der erste Teil eines Forschungsvorhabens abgeschlossen. In einem zweiten Teil werden ca. 30 dieser Intensivtäter ausführlich interviewt und darüber hinaus ihre Schulakten ausgewertet. Der zweite Abschnitt des Forschungsvorhabens soll im Sommer dieses Jahres vorgestellt werden. Ziel des Vorhabens ist es, Erkenntnisse und Hinweise für die Prävention von kriminellen Karrieren zu gewinnen.

Im Rahmen der Aktenauswertung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung und soziale Lage junger Intensivtäter, auf deren strafnormverletzende Handlungen und auf die entsprechenden institutionellen Reaktionen gelegt. Die Ergebnisse zeigen nicht nur, dass bei ca. 70% der Intensivtäter ein Migrationshintergrund besteht, sondern auch, dass die meisten dieser männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden in einer belastenden sozialen Situation aufgewachsen sind. Darüber hinaus sind die schulischen Karrieren dieser jungen Menschen von erheblichen Problemen gekennzeichnet.

Der Vorsitzende der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Staatssekretär Thomas Härtel, erklärt:

„Die Ergebnisse der Aktenanalyse machen nochmals deutlich, wie außerordentlich wichtig es war, die Intensivtäterabteilung bei der Staatsanwaltschaft Berlin einzurichten. Sie zeigen aber auch, dass es weiterhin enormen Handlungsbedarf im Zusammenhang mit der Prävention von kriminellen Karrieren vor allem männlicher Jugendlicher mit Migrationshintergrund gibt. Dabei dürfen deren soziale Probleme nicht außer acht gelassen werden. Auch die Bürgerinnen und Bürger nichtdeutscher Herkunft und deren Organisationen in Berlin stehen in der Verantwortung, klarer als bisher Position zu beziehen und deutlich zu machen, dass kriminelles und gewalttätiges Verhalten nicht akzeptiert wird. Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt begrüßt es ausdrücklich, dass sich die Staatsanwaltschaft Berlin künftig auch verstärkt mit den so genannten Schwellentätern befassen wird, um Intensivtäterkarrieren vorzubeugen.“

Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt widmet sich derzeit außerdem einem weiteren Projekt. Darin werden gemeinsam mit Migrantenverbänden ein Bericht und entsprechende Empfehlungen zum Thema „Gewalt von Jungen, männlichen Jugendlichen und jungen Männern mit Migrationshintergrund in Berlin“ erarbeitet. Das Ergebnis dieses Projektes wird im Frühjahr dieses Jahres veröffentlicht.

Das „Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 26“ kann in der Geschäftsstelle der Landeskommission Berlin gegen Gewalt bestellt werden: Klosterstraße 47, 10179 Berlin; Telefon: 9027-2913.

Rückfragen:
Dr. Henrike Morgenstern
Telefon: (030) 9027-2730
E-Mail: pressestelle@seninn.verwalt-berlin.de