Coronavirus in Berlin

Zentrale Informationen der Berliner Verwaltung zum Coronavirus finden Sie unter:

berlin.de/corona

Berliner Straßensozialarbeit: eine erfolgreiche Methode zur Gewaltprävention

Pressemitteilung vom 09.07.2007

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Ergebnisse einer erstmals in Berlin durchgeführten Untersuchung

Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen und sozial belastetem Lebensumfeld zeigen häufig Probleme in der Schule und Berufsausbildung und fallen oft durch Störungen der öffentlichen Ordnung, Sachbeschädigungen oder Gewalttätigkeiten auf. Die Streetwork in Berlin richtet sich seit Beginn der 90er Jahre genau an diese Zielgruppe: An junge Menschen, für die der öffentliche Raum der überwiegende Lebensort geworden ist. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche vor Ort zu erreichen, einer gesellschaftlichen Ausgrenzung entgegenzuwirken und die individuellen Beeinträchtigungen der jungen Menschen durch Förderung zu beheben.

Nun liegt zur Streetwork in Berlin ein aussagekräftiger Evaluationsbericht vor. Streetwork ist eine erfolgreiche Methode zur Gewaltprävention. Die Forschungsgesellschaft delphi erstellte den Bericht im Auftrag der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin (jfsb) in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Im Pressegespräch am 09.07.2007 bei Gangway, einem der Anbieter von Straßensozialarbeit, wurden die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert mit Experten der öffentlichen und freien Jugendarbeit, wie der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Sigrid Klebba, Vertretern der Senatsverwaltung für Bildung Wissenschaft und Forschung, sowie den Geschäftsführenden der beiden evaluierten, Straßensozialarbeit anbietenden freien Träger von Gangway und Outreach, Elvira Berndt und Dr. Herbert Scherer.

Es bestand Einvernehmen, dass die Berliner Streetwork eine erfolgreiche Methode zur Gewaltprävention ist. Sie erreicht insbesondere die Jugendlichen, die nicht in geregelten Verhältnissen leben und es gelingt ihr, positiv Einfluss auf sie zu nehmen. Der Senator Professor Dr. E. Jürgen Zöllner dankte den Trägervertretern für ihr langjähriges Engagement in der Straßensozialarbeit. Zöllner: „Angebote der Straßensozialarbeit zur Verbesserung der Lebensqualität junger Menschen haben einen hohen Stellenwert und sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den offenen Jugendangeboten und denen des Jugendamtes. Die in der Koalitionsvereinbarung festgelegten Grundaussagen zur Bedeutung der Jugendsozialarbeit werden durch die Ergebnisse des Evaluationsberichtes nachhaltig unterlegt.“

Wesentliche Berichtsergebnisse:
Straßensozialarbeit befasst sich überwiegend mit 15 bis 20-jährigen jungen Menschen. Drei Viertel von ihnen sind männlich, ein Viertel ist weiblich. Etwa die Hälfte weisen einen Migrationshintergrund auf. Kennzeichnend ist die hohe Zahl der Jugendlichen, die eine schlechte schulische Qualifikation, einen schwierigen sozioökonomischen Status und Verhaltensauffälligkeiten haben. Knapp ein Drittel der untersuchten Jugendlichen mussten sich wegen delinquenter Verhaltensweisen schon vor Gericht verantworten, wobei Roheitsdelikte, wie z.B. Körperverletzung, Raub und räuberische Erpressung der häufigste Anlass war.

Eine hauptsächliche Aufgabe der Straßensozialarbeiter besteht darin, neben der unmittelbaren Förderung der einzelnen Jugendlichen, ihnen angemessene weiterführende Hilfen zu vermitteln.

Die Fachverantwortlichen in den Jugendämtern der Bezirke schätzen insbesondere die hohe Mobilität, Flexibilität und Zielgruppenakzeptanz der Streetwork. Von den 117 befragten Kooperationspartnern zeigen sich 92% zufrieden oder gar sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. Auch die befragten Jugendlichen äußerten sich positiv über ihren Kontakt zu den Streetworkerinnen und Streetworkern.

Rückfragen:
Bärbel Schubert
Telefon: 9026-5843
E-Mail: baerbel.schubert@senbwf.verwalt-berlin.de