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11 Berliner Projekte im Bundeswettbewerb Demokratisch Handeln gekürt

Pressemitteilung vom 30.04.2007

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Im Bundeswettbewerb „Förderprogramm Demokratisch Handeln“ sind elf Projekte von Berliner Schulen gekürt worden. In Deutschland sind 57 Projekte ausgezeichnet worden, so dass Berlin die meisten Projekte (fast 20 Prozent) stellt.

Aus den insgesamt 284 Beiträgen, die aus Schulen aller Bundesländer sowie aller Schulformen und -stufen eingereicht worden sind, wählte eine 44-köpfige Jury 57 Projekte aus, in denen herausragende Erfahrungen, Ergebnisse und Lernformen für Engagement, kritische Loyalität und Lernen für die Demokratie sichtbar werden.

Zwei Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrkraft der 57 Preisträgerprojekte werden vom 6. bis zum 9. Juni 2007 zur „Lernstatt Demokratie 2007“ eingeladen. Das ist eine Tagung, die Anerkennung für das Geleistete mit Begegnungen und Entwicklungsmöglichkeiten für die Weiterarbeit verbindet. Sie findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinder und Jugendstiftung (www.dkjs.de) und der IMAGINATA (www.imaginata.de) am Jenaer Umspannwerk-Nord statt.

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: „Viel wichtiger als die Zahl der Berliner Projekte ist deren Qualität. Die Ausschreibung belegt zum wiederholten Male – entgegen der vielerorts beschworenen Worte vom Desengagement und der Politikmüdigkeit – ein bemerkenswertes Ergebnis: Schulprojekte von hoher Qualität und engagierte Schülerinnen und Schüler zeigen mit ihren Lehrkräften, welche Möglichkeiten für demokratisches Handeln bestehen und belegen damit zugleich, dass die Schule ein wichtiger Lernort ist für Wissen, Haltung und Handeln in einer lebendigen Demokratie, die sich der aktiven Bürgergesellschaft verpflichtet weiß.“

Preisträger aus Berlin sind folgende 11 Projekte:

KidsCourage – Projekttage für mutige Kids! Dennis Grabowsky – KidsCourage – Gensinger Str. 101 – 10315 Berlin
“KidsCourage” bietet verschiedene Projekttage für Grundschulen an, um in einem handlungsorientierten Prozess Grundschulkindern ihre Rechte, wie sie in den Kinderrechten der UN festgeschrieben sind, bewusster zu machen. Die Angebote werden ehrenamtlich von jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren durchgeführt.

“Rote Burg” Tatjana Rothlübbers – Zeitungs-AG “Rote Burg” der Rothenburg-Grundschule – Rothenburgstraße 18 – 12165 Berlin
Zwei Mütter gründen 2004 die Schülerzeitung und leiten die Arbeitsgemeinschaft bis heute. Das Redaktionsteam besteht aus Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen, auch aus Redakteuren, die gerade damit beginnen, das Schreiben zu erlernen. Aus der Arbeit entsteht eine Zusammenarbeit mit Redakteuren der Obdachlosenzeitung “motz-life”.

“Bildung für alle” – Wir bauen eine Schule für Afrika Frank Bühling – Carl-von-Linné-Schule für Körperbehinderte – Paul-Junius-Straße 15 – 10367 Berlin
Schülerinnen und Schüler der Förderschule organisieren einen Tag der offenen Tür und ein Sommerfest zum Thema “Afrika”. Sie informieren ihre Mitschüler über die UNICEF-Aktion “Wir bauen eine Schule für Afrika” und sammeln Spenden. Insgesamt können bei der selbst organisierten Abschlussveranstaltung knapp 1.000 Euro feierlich einer Vertreterin von UNICEF überreicht werden.

Wahlkampf in der 5a – eine spannende Angelegenheit
Rudi Lauterbach – Bürgermeister-Herz-Grundschule – Wilmsstraße 10 – 10961 Berlin
Grundschüler nehmen die niedrige Wahlbeteiligung in ihrem Stadtbezirk zum Anlass, sich intensiv mit Strategien des Wahlkampfes auseinander zu setzen. Gelegenheit, um eigene Vorstellungen umzusetzen, bietet sich bei der jährlichen Wahl des Klassensprechers.

Unser Haus der Kinderrechte – gemeinsames Aushandeln von Schulregeln mit Schüler/innen, Lehrer/innen, Erzieher/innen und Eltern auf Grundlage der Kinderrechte Ulrike Jacobi – Projektgruppe “Menschenrechtsbildung für demokratische Kultur” der Löwenzahn-Grundschule – Drorystraße 3 – 12055 Berlin
Die Schüler, Lehrer, Erzieher und Eltern der Löwenzahn-Grundschule einigen sich mit Unterstützung der Amadeu-Antonio-Stiftung in Aushandlungsrunden und Diskussionen auf gemeinsame Schulregeln. Sie schaffen mit diesem Projekt ein Schulklima, welches auf gemeinsamen Wünschen und Bedürfnissen basiert. Für die Schüler ist die Projektarbeit ein wichtiger Schritt, um ihre demokratischen Einstellungen und ihr gesellschaftliches Engagement zu bilden.

“Rollkommando 88” – ein Netzwerkprojekt gegen rechte Gewalt auf Jugendeinrichtungen Britta Niehaus – Circus Cabuwazi – Bouchèstraße 74 – 12435 Berlin
“Rollkommando 88” ist ein antirassistisches Theaterprojekt von vier verschiedenen Jugendeinrichtungen aus Berlin Treptow-Köpenick. Es richtet sich insbesondere gegen die massive rechte Gewalt, denen Jugendliche und Jugendeinrichtungen in Treptow ausgesetzt sind. Das Projekt verbindet künstlerisches mit politischem Engagement. Es klärt über die rechte Szene auf und ermöglicht den Jugendlichen, eigene Widerstands- und Protestformen zu entwickeln.

“Voll Krass” – ein Filmprojekt Stephan Rumphorst – Kifrie Musik- und Medienzentrums – Menzelstraße 7 – 12157 Berlin
Neun Berliner Jugendliche mit teilweise türkischem oder arabischem Migrationshintergrund produzieren den Kurzfilm “Voll Krass” zum Thema Gewalt, um dem Gefühl der Stigmatisierung und den verbreiteten Klischees entgegenzuwirken. Sie werden dabei von der Kifrie-Medienwerkstatt und dem Jugendzentrum “VD 13” unterstützt.

HOT SPOT Innsbrucker Platz – Jugendliche planen die Stadt Petra Zwaka – Jugend Museum Schöneberg – Hauptstraße 40/42 – 10827 Berlin
46 Jugendliche zweier Berliner Oberschulen kommen einer Einladung des Jugend Museums Schöneberg/Berlin zu einer Ideenwerkstatt zur Umgestaltung des unwirtlichen Innsbrucker Platzes nach. Sie entwickeln auf der Basis umfangreicher Recherchearbeiten 22 Modelle. Diese präsentieren sie der interessierten Öffentlichkeit in einer Ausstellung sowie dem zuständigen Bezirksamt beim “Runden Tisch” in einem großen Buch. Der “Runde Tisch” und ein Teil der Jugendlichen arbeiten weiter an konkreten Umsetzungsideen des Platzes.

Grün gegen Gewalt im Kiez Burkhard Schäfer – SOS-Berufsausbildungszentrum Berlin – Oudenarder Straße 16 – 13347 Berlin
Jugendliche und Ausbilder führen gemeinsam das Projekt “Grün gegen Gewalt im Kiez” durch. Ziel ist die Rückgewinnung des Nauener Platzes für die Bürger des Kiezes, die den Platz aus Angst vor gewalttätigen Übergriffen nicht mehr nutzen. Nach einer Umfrage unter den Anwohnern beginnen die Schüler mit der Säuberung und Umgestaltung des Platzes. Das Ergebnis ihrer Arbeit, wofür sie mit dem “Berliner Präventionspreis 2006” ausgezeichnet werden, präsentieren sie im Rahmen eines Kindersommerfestes. Das Projekt soll im Jahr 2007 unter dem Titel “Leben und Arbeiten am Nauener Platz” fortgesetzt werden.

“Alle anders – Alle gleich” – Workshop gegen Ausgrenzung
Simin Chelopaz Amini – Max-Beckmann-Oberschule – Auguste-Victoria-Allee 37 – 13403 Berlin
Die Schülerin Simin Chelopaz Amini plant einen Workshop zum Thema “Alles anders – Alles gleich: aktiv werden gegen Ausgrenzung” und führt ihn in den Schuljahren 2005/06 und 2006/07 in den siebten und achten Klassen ihrer Schule eigenständig durch. Der Workshop beinhaltet u.a. ein kurzes Theaterstück und befasst sich mit Fragen nach Vorurteilen und kultureller Vielfalt. In Zukunft will sie den Workshop mit jeder siebten Klasse veranstalten sowie einen multikulturellen Tanz- und Theaterworkshop organisieren.

Afghanistans helle Sterne – eine Mädchenschule für Kohna Khomar
Julius Strube – Georg-von-Giesche-Oberschule – Hohenstauffenstraße 47/48 – 10779 Berlin
Jugendliche der Georg-von-Giesche-Oberschule beschäftigen sich mit dem Thema “Afghanistan” und erstellen eine Ausstellung mit dem Titel “Afghanistans helle Sterne – eine Mädchenschule für Kohna Khomar”. Sie sammeln in diesem Zusammenhang Geld für den Bau der ersten Mädchenschule in dem Dorf in der Nähe von Kabul.

Weitere Informationen zum „Wettbewerb Demokratisch Handeln“, der „Lernstatt Demokratie“ und den Best-Practice-Projekten gibt die Internetseite www.demokratisch-handeln.de.

Die neue Runde der Ausschreibung des Wettbewerbs hat bereits zum 1. März 2007 begonnen und endet mit dem Einsendeschluss am 30. November 2007. Ausschreibungsunterlagen und Informationen gibt es bei der Geschäftsstelle des Wettbewerbs in Jena (Löbstedter Straße 69, 07749 Jena) oder bei der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung Beuthstraße 6-8, 10117 Berlin. Kontakt: Hiltrun Hütsch-Seide Tel 9027-2914, E-Mail an hiltrun.huetsch-seide@seninnsport.berlin.de.

Rückfragen:
Pressesprecher
Telefon: 9026-5846
E-Mail: pressestelle@senbwf.verwalt-berlin.de