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Zöllner: ESF-Förderung von Jugendsozialarbeit auf Sonderschulen ausweiten - Start von 58 Sozialarbeitsprojekten an den Berliner Sonderschulen

Pressemitteilung vom 13.02.2007

Die Senatsverwaltung

Nach den Winterferien ab 12. Februar 2007 starten 58 Projekte der Jugendsozialarbeit an den Schulen mit sonderpädagogischem Schwerpunkten. Diese Projekte werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und Landesmitteln finanziert. Für den Förderzeitraum zunächst bis zum 31. Dezember 2007 stehen ESF-Mittel in Höhe von 1,3 Millionen Euro sowie Lehrerstunden im Wert von 1,5 Millionen Euro als Landeskofinanzierung zur Verfügung.

Grundlage der konkreten Einzelprojekte ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Schule mit sonderpädagogischem Schwerpunkt und einem Freien Träger der Jugendsozialarbeit. Insgesamt nehmen alle 58 Schulen mit den Förderschwerpunkten „Lernen“, „Hören“, „Sehen“, „Sprache“ sowie „Sonstige Förderschwerpunkte“ an dem Programm teil. Eine Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sonderschulstandorten ist vorgesehen, denn pro Schulstandort sind Mittel für die Beschäftigung eines Sozialarbeiters mit einer halben Stelle enthalten. Die regionale Vernetzung der Sonderschulen ist damit ein weitere positiver Effekt des Programms. Der Programmträger ist die Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI).

Ziel des Programms ist es, die Jugendlichen in der beruflichen Qualifizierung zu unterstützen sowie Schuldistanz abzubauen. In der Kooperation von Schulen und den Freien Trägern der Jugendhilfe werden weitere regionale und schulspezifische Ziele vereinbart.

Bildungs- und Jugendsenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: „Die Sonderschulen brauchen die Zusammenarbeit mit Freien Trägern und dem Jugendamt, um ihre Schülerinnen und Schüler besser fördern zu können. Erfolgreiche Praxismodelle, die Schulmüdigkeit, Schulverweigerung und Schulabbruch verhindern bzw. auffangen, haben gemeinsam: Sie beginnen möglichst früh, sie fördern individuell, sie ermöglichen Erfolgserlebnisse und sie öffnen sich der Lebenssituation der Schüler/innen und deren Eltern. Deswegen war es wichtig, dass wir das erfolgreiche Programm für die Hauptschulen, in der jede der 50 Hauptschulen über ein Kooperationsprojekt einen zusätzlichen Sozialarbeiter bekommen hat, nun auch auf die Sonderschulen ausdehnen.“

Die Jugendämter sind bereits durch das ESF-Programm „Jugendsozialarbeit an Hauptschulen“ (Start im Januar 2006) mit diesem Programm vertraut. Die Auswahl der Träger wurde in den Bezirken mit den beteiligten Schulen abgesprochen und durch die
regionale Schulaufsicht koordiniert. Die Zustimmung der bezirklichen Jugendämter war dabei ein festgelegter Verfahrensschritt. Bestehende Kooperationen wurden nach Möglichkeit berücksichtigt, wodurch Wünsche der Schulleitungen einbezogen werden konnten.

Durch die regionale Abstimmung zwischen Schulaufsicht, Schulleitungen, Trägern und Jugendamt und die gemeinsam zu erarbeitenden Kooperationsverträge werden die jeweiligen konkreten Bedarfe an sozialpädagogischer Mitwirkung der einzelnen Schulen insbesondere im Hinblick auf die Zusammensetzung ihrer Schülerschaft berücksichtigt.

Die formulierten Ziele der Träger/Schulen werden im Rahmen eines internen Monitorings mindestens zweimal jährlich überprüft und bei Bedarf kontinuierlich angepasst.

Außerschulische Lernorte und Partner müssen die Bildungsarbeit an Schulen ergänzen, Kommunikations-, Erfahrungs- und Experimentierräume mit interessanten und für Jugendliche attraktiven Angeboten sind notwendig. Schulmüdigkeit und Schulverweigerung entstehen nicht durch einen Einzelanlass, sie sind meistens das Ergebnis zunehmender Entfremdung von der Schule. Zu den Ursachen gehören familiäre Probleme, fehlende Ansprache in der Schule, Über- oder Unterforderung der Schüler, Leistungsmisserfolge und Schulwechsel. Präventive Angebote können daher nur greifen, wenn sie in eine Gesamtstrategie eingebunden sind und wenn sie von Anfang an Eltern, Schüler und Lehrer einbeziehen.

Kontakt:
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Müllerstr. 74, 13349 Berlin-Wedding
Tel. 030-4597930
Fax 030-45979366
E-Mail hauptschulen@stiftung-spi.de
Web www.hauptschulen.stiftung-spi.de

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