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Zöllner: Berlin verstärkt vorschulische Sprachförderung Deutsch Plus 2006: Weniger Kinder mit Sprachförderbedarf

Pressemitteilung vom 12.02.2007

Die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Berlins Kinder haben bei dem Sprachfördertest Deutsch Plus im Herbst 2006 insgesamt ein besseres Ergebnis gegenüber dem Vorjahr erreicht: Der Test ergab, dass insgesamt 6 068 Kinder (24,1 % der getesteten Kinder) intensiv in Deutsch gefördert werden müssen. Es wurden dabei 25 143 Kinder getestet, die im kommenden Schuljahr schulpflichtig werden. In den Vorjahren 2004 bzw. 2005 hatte die Sprachstandserhebung Deutsch Plus eine Quote von 26,1 respektive 25,5 % an Kindern mit Sprachförderbedarf ergeben. Dieses Ergebnis bestätigt die Tendenz des Vorjahres, dass – zwar immer noch viele, aber – weniger Kinder eine besondere vorschulische Sprachförderung brauchen.

Deutsch Plus testet die Fähigkeit von Kindern, die deutsche Sprache zu verstehen und sie altersgemäß zu sprechen. Deutsch Plus wird in Kitas und Schulen durchgeführt. Die Kinder erhalten dazu kleine Aufgaben wie Bildbeschreibungen oder Nacherzählungen. In den Kitas wurde der Sprachstand im Herbst erhoben. Kinder, die nicht in eine Kita gehen, sind bei der Schulanmeldung im November 2006 getestet worden. Da Deutsch Plus lediglich ein Schwellentest ist, kann man damit etwaige Sprachschwächen nicht genau diagnostizieren. Zur Diagnose und zur Festlegung der individuellen Fördermaßnahmen können die Schulen zusätzlich andere Instrumente einsetzen.

Die Unterscheidung nach Herkunftssprache zeigt allerdings, dass unter den insgesamt
6 068 Kindern mit Sprachförderbedarf 4 117 (67,8 %) Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache sind. Gegenüber dem Vorjahr (65,8 %) liegt ein Anstieg um zwei Prozentpunkte vor. 1 951 (11,1 %) der Schüler deutscher Herkunftssprache haben Sprachförderbedarf.

Im Vergleich zwischen den Bezirken variieren die Anteile wie auch die absoluten Werte recht stark. Nach wie vor ist der Förderbedarf insgesamt in Neukölln (45,3 %), Mitte (41,6 %) und Friedrichshain/Kreuzberg (32,9 %) am stärksten ausgeprägt, während er in Pankow (8,3 %) am niedrigsten ausfällt.

96,1 % (24 170) der getesteten Kinder besuchten eine Kita, von denen 23,1 % (5 586) einen Förderbedarf haben. Unter den 3,9 % (973) der Kinder, die keine Kita besuchen, liegt der Förderbedarf bei 49,5 % (482).

Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: „Deutsch Plus belegt den enormen Bedarf an Sprachförderung. Dabei geht es vor allem, aber nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund. Denn auch zu viele deutsche Schülerinnen und Schüler haben Sprachförderbedarf. Der Vergleich zwischen Kitakindern und Kindern, die nicht in einer sind, zeigt: Es ist ungeheuer wichtig, dass Kinder mit der Sprachförderung schon in der Kita beginnen. Deshalb hat diese Koalition beschlossen, schrittweise alle drei Kitajahre beitragsfrei zu stellen und mit der vorschulischen Sprachförderung ab 2008 ein halbes Jahr früher zu beginnen.“

Insgesamt werden von den 6 068 Kindern mit Förderbedarf 5 586 in ihrer Kita gefördert. Die 482 Kinder, die nicht in einer Kita sind, werden in 48 Vorkursen an den Grundschulen gefördert.

Die Sprachförderkurse beginnen am 12. Februar 2007 und laufen bis zu den Sommerferien. Die Teilnahme ist Pflicht. Lehrkräfte und Erzieherinnen bauen nun auf Konzepten und Erfahrungen aus den Kursen in den Jahren 2005 und 2006 auf. Kinder in den Sprachförderkursen erhalten drei Förderstunden an jedem Wochentag bis zur Sommerpause und damit insgesamt 276 Förderstunden.

Die Sprachstanderhebung Deutsch Plus ist erstmalig im Herbst 2004 durchgeführt worden; die verpflichtenden Sprachkurse begannen mit zwei Stunden täglich im ersten Halbjahr 2005. Im Jahr 2006 ist die Sprachförderung um eine weitere Stunde täglich auf drei Stunden erweitert worden.

Senator Zöllner betonte: „Sprachförderung muss frühzeitig vor der Schule beginnen. In punkto Verbindlichkeit und Umfang ist Berlin mit dieser vorschulischen Sprachförderung Vorreiter unter allen Bundesländern. Aber auch danach gibt es vor allem für Menschen nichtdeutscher Herkunftssprache durchgängig Sprachförderangebote.“

Zur Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nichtdeutscher Herkunft baut Berlin auf eine umfassende Sprachförderung. Diese ist gestützt auf den drei Säulen intervenierende Maßnahmen (z. B. Kita-Besuch, Deutsch als Zweitsprache, individuelle Förderung im Unterricht, besondere Sprachförderung in der Sekundarstufe I wie Förderunterricht und besondere Wahlpflichtangebote für Schülerinnen und Schüler mit sprachlichen Defiziten), flankierende Maßnahmen (z. B. Mütterkurse, Quartiersmanagement) und sichernde Maßnahmen (z. B. Aus- und -fortbildung von ErzieherInnen und LehrerInnen).

Eine Übersicht der Ergebnisse von Deutsch Plus sowie alle Informationen zur Sprachförderung in Berlin und zum Berliner Konzept Integration durch Bildung finden Sie unter www.berlin.de/sen/bwf.

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