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Erweiterung von zwei Stadtumbaugebieten und Einleitung vorbereitender Untersuchungen für die Karl-Marx-Straße

Pressemitteilung vom 22.05.2007

Aus der Sitzung des Senats am 22. Mai 2007:

Der Senat hat auf Vorlage der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, einen Bericht über den Stand des Verfahrens beim Programm Stadtumbau West zur Kenntnis genommen und die Erweiterung von zwei Stadtumbaugebieten beschlossen.

Das Programm „Stadtumbau West“ ist eine Antwort auf demografische Veränderungen und wirtschaftlichen Strukturwandel. In Berlin betrifft das vor allem Gebiete, in denen eine Anpassung und Umgestaltung von unter Wert genutzten Gewerbe-, Industrie-, Bahnflächen und Brachen notwendig ist. Ausgewählt wurden 2005 die Gebiete Kreuzberg-Spreeufer, Tiergarten-Nordring/Heidestraße, Schöneberg-Südkreuz und Neukölln-Südring. Das fünfte Gebiet, Spandau-Falkenhagener Feld, ist eine Großsiedlung, wo beispielhaft in enger Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement auch bei einer Veränderung der Bevölkerungsstruktur hohe Lebensqualität und eine stabile Nachbarschaft gesichert werden sollen.

Für die fünf Gebiete wurden integrierte Stadtumbaukonzepte erarbeitet, die die Grundlage für die Auswahl zu fördernder Maßnahmen bilden. Diese Stadtumbaukonzepte wurden im letzten Jahr ausführlich mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie öffentlichen Stellen diskutiert. Als Ergebnis dieses Beteiligungsprozesses wurde empfohlen, die Gebiete Schöneberg-Südkreuz und Spandau-Falkenhagener Feld zu erweitern, um die aus den Konzepten abgeleiteten städtebaulichen Ziele besser verfolgen zu können. Das Gebiet Schöneberg-Südkreuz wird um einen Streifen entlang der Wannseebahn bis zum Bereich Ebersstraße erweitert, um die geplante Wegeverbindung „Schöneberger Schleife“, die rund um die „Schöneberger Insel“ führt, realisieren zu können. Das Gebiet Spandau-Falkenhagener Feld wird um Flächen des „Spektegrünzugs“ bis zur Zeppelinstraße erweitert. Im Rahmen des Stadtumbaus im Falkenhagener Feld kommt der Flächenaktivierung für Bewegung und Gesundheit eine besondere Bedeutung zu. Dies kann durch die Aufwertung des Grünzugs bis an die Zeppelinstraße am zweckmäßigsten geleistet werden.

Der Einsatz von öffentlichen Mitteln im Stadtumbau West ist begrenzt und wird in erster Linie als Anschub für eine positive Entwicklung der Gebiete gesehen, dem dann private Investitionen folgen sollen. Mit dieser Art Public-Private-Partnership werden städtebauliche und wirtschaftliche Aufwertungsentwicklungen angestoßen, die sich zeitnah selbst tragen sollen.

Des Weiteren hat der Senat den Beginn vorbereitender Untersuchungen im Rahmen der integrierten Stadtteilerneuerung für das Gebiet Neukölln/Karl-Marx-Straße beschlossen.

Die Karl-Marx-Straße zählt zu den wichtigsten Bezirkszentren in der Innenstadt mit vielfältigen Handels- und Dienstleistungsangeboten für ca. 300.000 Bewohnerinnen und Bewohner. Die Geschäftsstraße befindet sich derzeit in einer schwierigen Situation. Funktions- und Niveauverluste sind unübersehbar. Das Untersuchungsgebiet umfasst die gesamte Karl-Marx-Straße bis zum Herrmannplatz und die angrenzenden Blöcke. Die vorbereitenden Untersuchungen liefern die Grundlagen für die Abgrenzung des zukünftigen Bereiches der integrierten Stadtteilerneuerung und die in einem festgelegten Zeitraum zu finanzierenden Aufwertungsmaßnahmen. Die stadtentwicklungspolitische Zielsetzung ist, das Bezirkszentrum zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Das soll geschehen durch:

• die Stärkung der Struktur und Qualität von Handel und Dienstleistungen,
• die Verbesserung der Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume und
• den Aufbau einer Kooperationsstruktur zwischen öffentlicher Hand, lokalen Akteuren und der Wirtschaft.

Senatorin Junge-Reyer: „Die Stadtumbaukonzepte sind keine statischen Vorgaben, sondern brauchen die aktive Mitarbeit aller Beteiligten. Die nachträglich vorgenommene räumliche Ergänzung von zwei Stadtumbaugebieten zeigt die hohe Wertigkeit der Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Anwohnerinnen und Anwohner haben mit ihren Anregungen nochmals die Wichtigkeit von Wegeverbindungen und Grünzügen in unserer Stadt auch im Rahmen der Stadtumbaukonzepte unterstrichen.
Um die Karl-Marx-Straße stadtstrukturell und sozial als Handels- und Dienstleistungszentrum in Neukölln aufzuwerten, wäre die Ausweisung als Stadtumbaugebiet nicht das geeignete Mittel. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird deshalb dort schnellstmöglich ein Verfahren zur integrierten Stadtteilerneuerung einleiten.“

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Rückfragen:
Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Telefon: 9012-5800
E-Mail: pressestelle@senstadt.verwalt-berlin.de